Einsame Lampe am Wegesrand

Geheimnisvolles Licht am Diepholzer Fliegerhorst für  „amtliche Sicht“ wichtig

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Eine einsame Lampe mitten im Dickicht an der Bundesstraße 51 im Süden von Diepholz. 

Diepholz - Manch einer, der nachts oder bei schlechter Sicht vom Lehmder Damm im Süden von Diepholz kommend auf die Bundesstraße 51 zufuhr, hat sich schon gefragt, was dieses einsame weiße Licht bedeuten soll, das ihm durch die Äste der Bäume so geheimnisvoll entgegenleuchtet. Und doch ist die Erklärung für diese Lampe, die seit mehr als 50 Jahren zu sehen ist, recht einfach: Sie ist ein wichtiges Instrument für die Wetterbeobachtung.

In der Geophysikalischen Wetterstation, die seit Beginn des Flugbetriebes auf dem Fliegerhorst im Towergebäude ihr Zuhause hat, werden die meteorologischen Daten von Diepholz gesammelt und in das internationale Wetter-Informationsnetz eingespielt.

Dies geschah früher rund um die Uhr durch Wetterbeobachter im Diepholzer Tower. Inzwischen werden die meisten Wetterparameter (Windrichtung und -geschwindigkeit, Sicht, Niederschlag, Wolkenuntergrenzen und andere) automatisch gemessen und weitergeleitet.

Die Diepholzer Wetterstation ist jedoch immer noch besetzt, denn sie ist Teil des internationalen Wettermeldenetzes und hat in den vergangenen 50 Jahren mehrfach den Betreiber gewechselt.

Lampe dient der Sichtkontrolle

Der diensthabende Wetterbeobachter kann zusätzliche Daten weitergeben, wie beispielsweise bei dichtem Nebel die Sicht direkt an der Start- und Landebahn („Runway Visual Range“/RVR).

Die Sicht Richtung Horizont stellt er bei Tage nach „Sichtmarken“ fest, deren Entfernung zum Tower bekannt sind. Wenn beispielsweise der Fernsehturm auf den Dammer Bergen gerade noch zu sehen ist, dann meldet er eine „amtliche Sicht“ von „mehr als fünf Nautischen Meilen (NM)“.

Nachts, wenn er die Tagsichtmarken nicht sehen kann, orientiert er sich an ihm bekannten, beleuchteten Sichtmarken wie zum Beispiel Warnleuchten von Windkraftanlagen, der Warnleuchte auf dem Fernsehturm auf den Dammer Bergen und eben an der Lampe an der Bundesstraße 51 bei der Einmündung des Lehmder Dammes. Wenn er, bei Schlechtwetter oder bei Nacht diese Lampe nicht mehr sehen kann, dann ist die „amtliche Sicht“ unter zwei Kilometern (beziehungsweise unter 1 NM), denn die Lampe ist genau 1 522 Meter Luftlinie vom Tower entfernt und ihre Leuchtstärke (LUX) ist genau festgelegt. - wz

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