An einem Tag schon 400 ablehnende Bürger-Stimmen / Pläne werden ausgelegt

Famila-Ansiedlung: Offener Brief an E-Center-Kunden

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Auf diesem Gelände östlich des Diepholzer Bahnhofes soll ein Famila-Markt entstehen.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Das Planverfahren zur Ansiedlung eines großen Famila-Marktes östlich des Diepholzer Bahnhofs geht voran. Nach dem zuständigen Fachausschuss hat nun auch der nichtöffentlich tagende Verwaltungsausschuss der Stadt Diepholz für den Entwurf der Flächennutzungsplan-Änderung und die öffentliche Auslegung des Planes gestimmt.

Während der vier Wochen dauernden öffentlichen Auslegung des Planentwurfes im Diepholzer Rathaus – der Termin dafür steht laut Stadtverwaltung noch nicht fest – können alle Bürger und „Träger öffentlicher Belange“ (Behörden, Institutionen) Anregungen und Bedenken äußern, die die Kommunalpolitiker dann im Rahmen ihrer Entscheidungsfindung „abwägen“ müssen.

Im Vorfeld hatte sich bereits ein von Stephan Immega, Inhaber des Diepholzer E-Centers, beauftragter Gutachter sowie die Industrie- und Handelskammer kritisch zu der Ansiedlung des 3500 Quadratmeter großen Famila-Marktes geäußert (wir berichteten). Auch der Landkreis Diepholz bewertete das Vorhaben in Teilen negativ.

Zwar hat er unter den Aspekten Naturschutz, Landschaftsschutz, Überschwemmungsflächen, Raumordnung und mögliche Altlasten keine Bedenken, aber die Behörde sieht unter anderem einen Verstoß gegen das „Kongruenzgebot“, da das „Vorhaben mit mindestens 26,5 Prozent des nahversorgungsrelevanten Gesamtumsatzes auf Kaufkraft von außerhalb des Stadtgebietes angewiesen ist“. Klartext: Es sind Märkte in Nachbargemeinden davon betroffen. Die Samtgemeinden Barnstorf und Rehden haben sich schon entsprechend im Planverfahren kritisch geäußert.

Auch hält der Landkreis-Fachdienst Bauordnung und Städtebau – Planungsaufsicht die Einbeziehung der Flächen östlich des Bahnhofes in den zentralen Versorgungsbereich der Stadt Diepholz (Innenstadt-Erweiterung Ost) „planerisch für nicht sachgerecht und städtebaulich für hochproblematisch“.

Aus seiner Sicht falle der zentrale Versorgungsbereich, den der Diepholzer Rat im Dezember zugunsten von Famila nach Osten bis hinter die Bahnlinie erweitert hat, deutlich zu groß aus und weise hinsichtlich der städtebaulichen Strukturen keine hinreichende Homogenität auf.

Die noch laufende Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Diepholz, die in einigen Monaten Thema in einer öffentlichen Ratssitzung sein wird, muss der Landkreis Diepholz genehmigen.

Diese Genehmigung wartet die Stadt ab, bevor dann im neuen Bebauungsplan „Groweg“ Details für die Famila-Ansiedlung festgelegt werden sollen. Dann müssen jetzt schon geäußerte Stellungnahmen mit einfließen.

Der Inhaber des Diepholzer E-Centers, das in etwa so groß ist wie der geplante Famila-Markt, hat in einer Versammlung am Sonntag mit seinen 140 Mitarbeitern über die Famila-Pläne gesprochen. Dabei stellte Stephan Immega einen dreiseitigen offenen Brief vor, der seit Montag allen Kunden des E-Centers überreicht wird – und das sind laut Immega etwa 16000 pro Woche. „Alle Mitarbeiter haben die Aktion unterstützt“, sagte Immega gestern unserer Zeitung.

In dem langen Schreiben an die Kunden, das Stephan Immega als Person und nicht als E-Center-Geschäftsführer verfasst hat und das somit bewusst keinen Briefkopf hat, weist der Geschäftsmann auf die Geschichte des 2004 gegründeten Diepholzer E-Centers und des Vorläufers Cordi-Markt hin – ebenfalls ein Familienunternehmen der Immegas. Stephan Immega betont sein Engagement als Sponsor heimischer Vereine und als Vermarkter regionaler Produkte. Er erläutert zudem Hintergründe der Famila-Pläne und zitiert aus dem kritischen Gutachten.

Schließlich fordert der Diepholzer Kaufmann die Leser des Briefes auf, ihre Meinung zu der geplanten Famila-Ansiedlung zu äußern – auf einem dem Brief beiliegenden Formular oder auf im E-Center ausliegenden Unterschriftenlisten.

Bis gestern hätten laut Immega so schon 400 Bürger ihre Ablehnung zu der Famila-Ansiedlung in Diepholz bekundet.

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