Ehepaar Schumacher aus Diepholz erlebt das Erdbeben auf Kos hautnah

„Eine drei Meter hohe Welle kam auf uns zu“

Der Diepholzer Stephan Schumacher auf Kos, wo er in der Nacht zu Freitag das schwere Erdbeben erlebte.

Diepholz/Kos - Von Eberhard Jansen. „Unser Zimmer wackelte in alle Himmelsrichtungen – und auch nach oben und unten. So etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Stephan Schumacher war am Freitagmittag immer noch schockiert. Der Diepholzer und seine Frau Elisabeth erlebten und überlebten das schwere nächtliche Erdbeben auf der griechischen Insel Kos.

Beide schliefen schon in ihrem Zimmer im Hotel „Kos Palace“, als die Erde gegen 1.30 Uhr Ortszeit zu beben begann. Das Bett wankte. Ein Kissen, das neben Elisabeth Schumacher lag, hob ab und landete auf dem Gesicht der Diepholzerin. Gegenstände fielen aus den Regalen.

„Alles lag durcheinander“, berichtete Stephan Schumacher gestern Mittag im Telefongespräch mit unserer Zeitung. Im Hotel fiel während des Bebens der Strom aus, Kinder schrien, Türen knallten. Verletzt wurde niemand.

Genau wie die anderen angsterfüllten Hotelgäste lief das Diepholzer Ehepaar nach draußen – zunächst zum nahen Strand.

Dort sahen sie den Tsunami. „Die Welle, die auf uns zukam, war etwa drei Meter hoch“, schätzt Schumacher, der Lehrer an der Dr.-Kinghorst-Schule in Diepholz ist. Somit war der Strand nicht sicher, die meisten Gäste gingen in die Gartenanlage des Vier-Sterne-Hotels. „Dort haben viele auf Liegen draußen übernachtet“, berichtete der Diepholzer.

Frühere Abreise ins Auge gefasst

Er selbst habe sich von den deutlich zu spürenden Nachbeben nicht davon abhalten lassen, ins Zimmer zurückzukehren und dort weiterzuschlafen.

Er vertraute der erdbebensicheren Bauweise des Hotels. Und das offenbar mit Recht: Lediglich kleine Risse im Gebäude seien am Morgen zu sehen gewesen.

Andere, meist ältere Häuser in dem Urlaubsort Tigaki im Norden der griechischen Insel – etwa zehn Kilometer von Kos-Stadt entfernt – seien stark beschädigt gewesen. „Besonders die armen Leute hat das Beben getroffen“, sah Schumacher.

Das Erdbeben hatte eine Stärke von 6,7 auf der Richterskala. Es löste einen Tsunami aus. Die Katastrophe forderte zwei Todesopfer und 120 Verletzte.

Etwa 20 Nachbeben sind laut Schumacher registriert worden. „Das letzte schwache Beben habe ich gegen 10 Uhr nach dem Frühstück gespürt“, berichtet der 59-Jährige. Eigentlich wollten der Diepholzer und seine Frau bis Mitte nächster Woche auf Kos Urlaub machen. Doch nach dem schockierenden Erlebnis haben die beiden keine Lust mehr dazu: „Wir versuchen, einen früheren Flug zu bekommen“, sagt Stephan Schumacher.

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