Berufsbildungszentrum wird DSD-Partnerschule

Eine Chance auf Leben

Zwei der zahlreichen Erstspender waren Lenni und Markus gestern in den Räumen des BBZ. - Fotos Brauns-Bömermann

Diepholz - „Lassen Sie uns sofort unseren Hausmeister zur Anbringung des Schildes informieren“, empfahl Birgitt Kathmann, die Schulleiterin des Berufsbildungszentrums Dr. Jürgen Ulderup (BBZ). Das angesprochene Schild wird nun im Eingangsbereich darüber informieren, dass das BBZ Partnerschule der Deutschen Stammzellspender Datei (DSD) geworden ist.

Hierzu besiegelten per Unterschrift gestern Schulleiterin Kathmann, Melanie Kottig, Lehrerin der medizinischen Fachangestellten im BBZ, Frank Wendel, Gebietsreferent DRK-Blutspendedienst NSTOB und Grit Gröbel, DSD-Koordinatorin Operatives Team Schulprojekt, Bildungsbeauftrage und Pressesprecherin den Partnervertrag.

Gleichzeitig hatte es eine Blutspende gegeben: 55 von insgesamt 88 gestern Vormittag „angetretenen“ Schülern hatten sich zusätzlich zu ihrer Blutspende typisieren lassen. Unter den Blutspendern waren 61 Erstspender. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis“, kommentierte Gröbel, denn die Stammzellspenderdatei ist auf die Zielgruppe 18 bis 40 Jahren ausgelegt. In der BBZ organisierten die 21 Schülerinnen von Kottig den reibungslosen Ablauf der Blutspende- und Typisierungsaktion.

Künftig hängt das neue Schild am Eingang der BBZ in Diepholz mit der Aufschrift: Berufsbildungszentrum Dr. Jürgen Ulderup des Landkreises Diepholz Partner fürs Leben. Im Bild (v.l.) Melanie Kottig, Birgitt Kathmann, Grit Gröbel und Frank Wendel.

Wer nicht integriert in die Blutspende die Typisierung vornehmen lassen konnte, aber trotzdem als Stammzellenspender erfasst werden wollte, konnte den Stäbchentest per Mundschleimhautabstrich vornehmen lassen. „Es sind sowieso zwei gesonderte Einverständniserklärungen notwendig“, erläuterte Gröbel.

Die Aktion in der BBZ soll in Zukunft einmal im Jahr im Herbst stattfinden. Im Gespräch klärte Gröbel die jungen Menschen ab 16 Jahren auf, wie wichtig gerade ihr Beitrag werden könne, wenn sie als „genetischer Zwilling“ erkannt und als potentieller Blutstammzellspender oder Knochenmarkspender für Leukämiepatienten in Deutschland oder Weltweit eruiert würden. „Das heißt: Leben spenden“, so Gröbel vor dem Hintergrund, dass besonders häufig Kinder Empfänger von Stammzellen seien. Von 20.600 Kindern, die 2012 wegen einer Krebserkrankung vollstationär in Deutschland behandelt wurden, waren 7.400 wegen einer Leukämie in Behandlung.

„Wir gründeten uns 1992 und sind jetzt die achtgrößte Datei unter 26 bundesweit aktiven Dateien“, erklärte Gröbel. „Was ist also bei dieser wichtigen Aufgabe sinnvoller, als mit der Blutspende die kostenlose Typisierung vorzunehmen?“, war keine wirkliche Frage, sondern die Antwort. Dabei würde das Blut des Spenders auf typische Merkmale untersucht und bei Schnittstellen zu suchenden Empfängern später eine Feintypisierung vorgenommen. Für viele Erkrankte sei die Stammzellspende die einzige Chance auf Leben.

In der BBZ lief bei der Blutspende alles sehr reibungslos ab, den Erstspendern wurden angehende Arzthelferinnen zur Seite gestellt nach der Blutspende, ein Imbiss stärkte die Spender.

Eine Sache lag Grit Gröbel besonders am Herzen: „Unser DSD-Schulprojekt“. Gemeinsam mit Pädagogen habe die DSD ergänzendes Schulmaterial für den Biologie-, Ethik-, Sozialkunde- oder Religionsunterricht erarbeitet. Es sei möglich, Referenten zu buchen, die die dringende Notwendigkeit der Typisierung erläutern und das Prozedere erklären. „Denn das bedenke man: 80 Prozent der erfolgreichen Stammzellentransplantationen stammen von jungen und gesunden Menschen“, so Gröbel. „Die Kosten in Höhe von 40 Euro pro Typisierung übernehmen übrigens nicht die Krankenkassen“, erläutert sie weiter, „sie werden aus Spendengeldern generiert“. Dazu habe die DSD extra ein Konto bei der Bank für Sozialwirtschaft eingerichtet.

Für die Schüler sei die Typisierung kostenlos. Auch externe Spender waren in das Berufsbildungszentrum eingeladen.

Und die Idee für die nächste Aktion im kommenden Jahr ging in Richtung: „Wir sollten alle umliegenden Schulen und die Fachhochschule mit ins Boot nehmen“.

sbb

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