Einblick in japanische Kultur beim Diepholzer Grüntee-Importeur Shimodozono

Durch den Kranich verbunden

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Markus Hastenpflug mit einer 1500 Jahre alten Matcha-Tee-Schale, die eine Grabbeilage war.

Diepholz - Ausstellungen, Koch-Workshops, Teezeremonien mit Geschichten rund um den Tee Japans und Einführung in Kalligraphie und Tuschemalerei mit der Japanerin Imako Umesaka aus Berlin: Bei der Diepholzer Grüntee-Importfirma Shimodozono an der Strothestraße drehte sich bei der Veranstaltung „Herbstzeit im Kranichgarten“ alles um die japanische (Tee-)Kultur.

Die Firma von Markus Hastenpflug vertreibt den hochwertigen Grüntee aus Japan unter dem Markennamen „Keiko“. Seit der Zeit des Umzuges des Unternehmens von Heede nach Diepholz auf das 9000 Quadratmeter große Firmengelände, das früher der Gerberei Leder Müller gehörte, macht Hastenpflug regelmäßig mit Workshops und Events rund um sein Importprodukt Grüntee in allen Variationen aus biologischem Anbau von sich reden.

Aktuell zog es Samstag und Sonntag zahlreiche Interessierte zu Shimodozono durch den Eingang des japanischen Steingartens ins alte Lederfabrik-Gebäude, das sich inzwischen zu einem „Klein-Japan“ verändert hat.

Das auf den ersten Blick verbindende Element von Diepholz und dem weit entfernten Japan mit seiner gänzlich anderen Kultur ist der Kranich. Die Rollbilder dieser „Vögel des Glücks“ waren im gesamten Firmengebäude als Sammlung und zum Verkauf ausgestellt.

Eine passende Kranichbeobachtung im Moor mit kleiner belebender Teepause vor Ort war schon für den Freitagnachmittag im Angebot gewesen. Am Samstag entführte Markus Hastenpflug seine Gäste mit einer Fotoschau zu den Keiko eigenen Teegärten auf die Biofarm in Kagoshima im Süden Japans.

In den stündlichen Teeverkostungen mit Alwin Baumert und Jutta Kirchenmaier, Teemeister aus Süddeutschland, stellte sich schnell Entschleunigung und Wohlbefinden ein. „Der Geschmack von Grüntee wird außer von seiner Qualität von vier Parametern bestimmt: Wasserqualität, Wassertemperatur, Ziehdauer und Dosierung“, erklärte Baumert.

Aber Grüntee wird nicht nur getrunken: „Tea to Eat“ darunter ist Grünteeschokolade, Desserts mit Grüntee und eine ganzes Menü zu verstehen.

Durch den Workshop „Tee in der Küche“ mit anschließendem gemeinsamem Essen führte Seminarkoch und Produktentwickler Ulrich Schlichting aus Diepholz. „Ich hatte aber tolle Hilfe direkt aus Japan“, erzählte der Koch. Denn Rie und Shizuka, zwei japanische Schwestern aus London, die derzeit bei Shimodozono hospitieren, halfen mit. Dritte spontan im Bunde war die Dozentin Imako Umesaka aus Berlin, zuständig für das süße Dessert.

Nach dem gemeinsamen Mahl kam die Mal- und Schriftkunst an die Reihe. Neun Damen wollten den Einblick in die japanische Tuschezeichentechnik und erste Bekanntschaft mit der Kalligraphie machen und nahmen an dem eineinhalbstündigen Workshop mit der Trainerin teil, die in Berlin, Hamburg und Weimar doziert. Jeden Handgriff, Körperhaltung, Auf- und Abstrich des Pinsels erläuterte Umesaka. Ganz wichtig: Die Atmung während des Malprozesses.

Was so einfach aussah, ein Bambusgewächs mit Stamm und Blättern, entpuppte sich als wahrer Kilimandscharo der Schwierigkeit. Während die Tuschezeichnung von der Verdünnung der Tusche, dem Druck und dem Schwung lebt, werden die japanischen Schriftzeichen meist in rein Schwarz dargestellt.

„Japanische Gymnasiasten erlernen bis zu 3000 Schriftzeichen bis zum Abitur“, erläuterte Umesaka.

Im Showroom zeigte Shimodozono-Inhaber Markus Hastenpflug eine 1500 Jahre alte Matcha-Tee-Schale, die als Grabbeilage gefunden worden war.

Fazit: Wer sich den langen Flug nach Japan vorerst ersparen möchte, findet die japanische Kultur auch in Diepholz.

sbb

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