DRK erklärt Vorgehen

Keine Corona-Impfdosis geht verloren ‒ auch, wenn mal was weggekippt wird

Mitarbeiter eines mobilen Impf-Teams vom DRK holt mit einer Spritze eine Dosis aus einer Covid-19-Impfampulle
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Pro Impfstoff-Ampulle sind fünf Dosen vorgesehen. Bei genauer Arbeit ist auch eine sechste Dosis möglich.

Im Landkreis Diepholz ist noch keine Impfdosis verloren gegangen. Trotzdem könnte es auf Außenstehende so wirken, als würde Impfstoff weggeschmissen werden. Die Verwaltung und das DRK erklären, warum.

  • Die mobilen Impfteams des DRK verschwenden im Landkreis Diepholz keinen Impfstoff.
  • Ein Neigerest bleibt immer in einer aufgebrauchten Impf-Ampulle zurück.
  • Pro Ampulle sind fünf Impfdosen vorgesehen, eine sechste ist möglich.

Landkreis Diepholz – Noch ist keine Impfdosis im Landkreis Diepholz verloren gegangen. „Das ist vom Impfzentrum genau kalkuliert“, erklärt Mareike Rein, Pressesprecherin des Landkreises Diepholz, auf Anfrage. „Bislang konnten wir alle uns zugeteilten Dosen verimpfen“, sagt sie.

Die mobilen Impf-Teams des DRK würden sich durch die genaue Planung des Impfzentrums mit der richtigen Menge an Impfstoff-Ampullen auf den Weg zu den Senioren- und Pflegeeinrichtungen machen. Bei der Redaktion ist kürzlich allerdings der anonyme Hinweis eingegangen, dass in einem Heim im nördlichen Kreisgebiet Impfstoff einfach entsorgt worden sei. Die Kreiszeitung ist der Sache auf den Grund gegangen und hat beim Landkreis und beim DRK nachgefragt.

Neigerest bleibt immer in einer Impfstoff-Ampulle

„Ein letztes Tröpfchen bleibt immer übrig“, meint Mareike Rein. Das sei völlig normal und ohnehin eingeplant. Die Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbandes Diepholz, Ulrike Hirth-Schiller, spricht in diesem Fall vom sogenannten Neigerest. „Der bleibt immer in der Ampulle“, sagt sie im Gespräch mit der Kreiszeitung. „Aber wir schmeißen auf gar keinen Fall eine ganze Dosis weg“, sagt Mareike Rein mit Nachdruck. Schon gar nicht mutwillig oder aus Schlampigkeit, beteuert sie.

Ein Neigerest bleibt immer in der Ampulle.

Ulrike Hirth-Schiller

Als Beispiel: Eine leere Wasserflasche hat am Grund noch eine kleine Pfütze, im allgemeinen Sprachgebrauch würde man diese Flasche dennoch als leer bezeichnen. „Das kennen wir doch aus dem Alltag“, meint Ulrike Hirth-Schiller. Doch was könnte die anonyme Hinweisgeberin gesehen oder wahrgenommen haben?

Fünf bis sechs Dosen pro Ampulle

Pro Ampulle sind fünf Dosen vorgesehen“, beginnt Mareike Rein ihre Erklärung, „aber es lassen sich auch sechs Dosen generieren.“ Dafür müsse allerdings sehr genau gemessen werden. „Das, was die mobilen Impf-Teams leisten, ist Millimeter-Arbeit“, meint sie, dennoch sei es eben nicht immer möglich, eine sechste Dosis aus einer Ampulle herauszubekommen.

Auf Außenstehende – beispielsweise Mitarbeiter in den Heimen – könne es dann so wirken, dass Impfstoff entsorgt wird. „Die Ampulle, die weggeschmissen wird, sieht nicht komplett aufgebraucht aus, aber der Rest ist nicht mehr verwendbar“, erklärt die Pressesprecherin. Das sei immer dann der Fall, wenn bereits fünf Dosen aus einer Ampulle herausgeholt wurden, der letzte Inhalt aber nicht mehr ausreicht für eine sechste.

Ampullen-Inhalte dürfen nicht vermischt werden

Werden die jeweiligen Impfstoff-Reste aufsummiert, könnten rein rechnerisch weitere Dosen zusammenkommen. Ein Vermischen der Ampullen-Inhalte sei jedoch verboten, sagt Landkreis-Pressesprecherin Mareike Rein. „Das ist eine Vorgabe vom Hersteller“, ergänzt sie.

Ein Vermischen der Ampullen-Inhalte ist verboten. Das ist eine Vorgabe vom Hersteller.

Mareike Rein

Sowieso: „Aus virologischer und medizinischer Sicht ist das bedenklich“, schildert Ulrike Hirth-Schiller. Sie versichert im gleichen Zug: „Wir haben sehr gut ausgebildetes Fachpersonal beim DRK, das sich der Tatsache bewusst ist, dass der Impfstoff ein kostbares Gut ist.“ Deswegen werde auch nichts unnötigerweise verschwendet.

Die DRK-Kreisverbands-Geschäftsführerin erinnert daran, dass eine Impfung keine neue Erfindung sei: „Es ist zwar ein besonderer Impfstoff für eine besondere Krankheit, aber der technische Vorgang ist immer identisch.“ Jede Impfung laufe prinzipiell gleich ab. „Das ist nichts Neues“, sagt sie.

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