Vier Chöre im Theater

„Lied für den Frieden“ gemeinsam mit Publikum

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Der Popchor Wagenfeld zensierte das „A-Wort“ in einem Liedtext durch Mundzuhalten.

Diepholz - Von Simone Brauns-Bömermann. Wie bringt man Gedanken über Träume, Rechtsradikalismus, Sommerglück, Liebe, Frieden und Optimismus auf einen Nenner? Durch Musik. So geschehen im Pop- und Gospelkonzert „Querbeat“ der Chorkreisgruppe Diepholz mit vier Chören der Region im Theater.

Die Chöre Popchor Wagenfeld (Leitung Leta Henderson), Gemischt for Fun Rehden-Bramstedt (Gudrun Michalski), Kleiner Popchor Wetschen (Ria Rehm) und Pfeffer und Salz (Peter Uhlig) präsentierten am Samstagabend eine Auswahl aus Pop- und Gospelmusik.

In einer Zeit, in der im Radio häufig Marius Müller-Westernhagens Song „Freiheit“ gespielt und wieder an Bedeutung gewinnt, endete das Konzert im Theater gemeinsam mit dem Chor Pfeffer und Salz und dem Publikum gemeinsam gesungen mit dem Song „Eres tú“ (Du bist) übersetzt in „Lied für den Frieden“. Der Song errang zum Grand Prix D´ Eurovision mit der Gruppe Mocedades aus Spanien damals Platz zwei – vor dem Hintergrund der Terroranschläge von 1972 mit erhöhten Sicherheitsvorkehrungen.

Entertainer und Chorleiter Peter Uhlig von Pfeffer und Salz motivierte Chor und Publikum zur friedvollen gemeinsamen Hymne. „Das ist ein toller Schlusspunkt, dem möchte ich fast nichts hinzufügen“, ergänzte Silke Husmann, erste Vorsitzende der Chorkreisgruppe Diepholz.

Zwischen vier bis sechs Lieder sangen die Chöre für ihr Publikum und die Chorkollegen.

Der Kleine Popchor Wetschen auf der Diepholzer Theaterbühne.

Doch noch einmal mehr war das Publikum gefragt. Als von Gudrun Michalski ein „Tut mir leid, es soll keine Entschuldigung sein, aber uns fehlen 17 Sänger“ kam nach einem Abbruch. Der Chor „Gemischt for Fun Rehden-Bramstedt“ war bedrückt, dass nicht alles gesanglich klappte – die Chorleiterin geknickt, aber professionell. „Wir singen jetzt einfach zusammen, dann ist die Stimmung gerettet“, meinte Leiterin Michalski.

Tatsächlich fingen sich die Sänger und beglückten das Publikum weiter. Alles halb so wild, doch auch beim Hobby ist der Ehrgeiz offensichtlich groß und die ausgewählten Songs sind nicht leicht: Dabei war Michael Jacksons „I´ll be there“ und von Abba „I have a dream“.

Alle Chöre sind Garanten für differenzierte Chormusik mit unterschiedlichen Schwerpunkten: So steigert sich die Performance und Choreografie des Popchores Wagenfeld von Auftritt zu Auftritt neben dem Gesang. Im Song „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten über einen rechtsradikalen Jugendlichen zensieren sie das zentrale „A-Wort“ durch Mundzuhalten. „In the Summertime“ von Ray Dorset war nicht nur Hit in Chorleiterin Leta Hendersons Heimat England.

Der Kleine Popchor Wetschen setzt auf stimmliches Zusammenspiel auf hohem Level und Humor, wenn es aus Monty Pythons Film „Das Leben des Brian“ und den Kultsong von Eric Idle „Always look on the bright side of life“ startet. Wen der Song „Still“ berührte, der sollte sich die Version von Reuben Morgan und den Text genau anhören, eine moderne religiöse Hymne. Was bei den Engländern „to feel blue“ bedeutet, erklären sie zum Welthit von Elton John „A groovy kind of love“, nämlich die Tristesse überwinden, wenn man einen geliebten Menschen anschaut.

Harmonie zwischen den Stimmen

Peter Uhlig liebt den Auftritt als Moderator, Entertainer auch als Chorleiter: Er rief seine Crew Pfeffer und Salz zum Spiritual „Siyahambra“ selbst auf die Bretter und lobte das Publikum dafür, dass es nicht „vor der Glotze“ hinge an einem Samstagabend. „Can you feel the love tonight“ würde ich als „fühlst Du auch die Liebe heute Nacht“ übersetzen, aber was machen wir Deutschen daraus? 

Kann es wirklich Liebe sein?“, war seine Anmoderation zum nächsten Song. Der Exkurs geht weiter ins gelbe Unterseeboot („Yellow Submarine“) der Beatles und nochmal zum Grand Prix: „Love shine in a light“ war der Siegertitel von 1997 des European Song Contest aus England von Katrina and the Waves.

Und dann ist das Konzert schon am Ende: Ein großes Dankeschön gab es von Silke Husmann an die Chorleiter. Bis zum nächsten Mal mit neuen Beats!

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