Beitrag zum Klimaschutz

Ein Stück Zukunft pflanzen: Zwei Ehepaare forsten eigene Flächen auf

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Mehr als 100 Bäume hat das Ehepaar Rena und Burghart Kirchberg-Witt in Diepholz gesetzt. Weitere folgen.

Landkreis Diepholz – Hitze, Dürre, Stürme, Überschwemmungen, Wald- und Artensterben: Der Verein Climproact zeichnet ein düsteres Bild der weltweiten Zukunft, in der Nahrungsmittel und Wasser knapp werden. Dagegen will dieser gemeinnützige Verein ein wirksames Zeichen setzen – und Wiederaufforstungsprojekte weltweit unterstützen.

Zwei Projekte hat der erst vor sieben Monaten gegründete Verein bereits realisiert: zum einen die Wiederaufforstung eines Waldrands im Heiligenberg (Bruchhausen-Vilsen), zum anderen die Wiederbewaldung des Gebietes Blochschleife im Kellerwasser-Tal im Harz. Beide Flächen gehören den Landesforsten. Je nach finanziellen Möglichkeiten von Climproact sollen weitere Projekte folgen. Ganz nach dem Motto: Ein Stück Zukunft pflanzen.

Der Verein finanziert sie vor allem aus Mitgliedsbeiträgen – und nach strengen Vorgaben. „Uns erreichen aktuell etliche Anfragen von Privatpersonen, die eine Aufforstung oder Ähnliches planen beziehungsweise bereits durchgeführt haben“, berichtet Climproact-Vorsitzender Wolfgang Witt – und erläutert: „Als gemeinnütziger Verein dürfen wir diese Projekte finanziell nicht unterstützen, aber wir dürfen sie publizieren und hoffen, dass sich Nachahmer finden.“

Climproact-Projekte im Landkreis Diepholz vorgestellt

Zwei solcher Projekte im Landkreis Diepholz stellt der Verein jetzt vor. Zum einen das von Rena und Burghart Kirchberg-Witt in Diepholz, die aus dieser Zeitung von Climproact erfahren hatten. Bedingt durch die trockenen Sommer der vergangenen Jahre und den Borkenkäfer hat das Ehepaar im Außenbereich von Diepholz einen kleinen Wald roden müssen. Auf dem rund 1 500 Quadratmeter großen Grundstück haben Rena und Burghart Kirchberg-Witt in Eigenregie weit mehr als 100 Bäume und Sträucher gepflanzt – vor allem Spitzahorn, Elsbeere und eine Edelkastanie, Felsenbirne, Faulbaum, Hartriegel, Haselstrauch und vieles mehr.

Doch die Trockenheit im März habe der Anpflanzung stark zugesetzt, berichtet Rena Kirchberg-Witt. „Aber wir geben nicht auf.“ Im Herbst sollen Eichen, Buchen und Eiben gesetzt werden.

Ihren eigenen Wald haben in Asendorf-Brebber Karin und Frank Thielemann gepflanzt.

Klimaschutz ist auch für Karin und Frank Thielemann aus Asendorf-Brebber weit mehr als nur ein Wort. Sie haben sich vor 16 Jahren entschieden, aktiv zum Klimaschutz und insbesondere zur CO2-Reduzierung beizutragen. Weil Bäume im erheblichen Maße CO2 speichern, hat das Ehepaar auf eigens angekaufter Fläche eine Neuaufforstung auf den Weg gebracht.

Auf einer Fläche von etwa zwei Hektar wachsen heute Waldhasel, Schneeball, Pfaffenhütchen, Hartriegel, Birne, Weißdorn und Vogelbeere – aber auch Rotbuche, Bergahorn, Esche, Vogelkirsche, Bergulme, Roteiche, Spitzahorn, Robinie, Traubeneiche, Hainbuche, Roterle und Feldahorn.

Die halbmaschinelle Pflanzung der 8000 Setzlinge wurde durch die Bezirksförsterei koordiniert. „Die 600 Meter Einzäunung haben Karin und Frank Thielemann in Eigenregie durchgeführt, ebenso die Bewässerung und Pflege des neuen Waldes“, berichtet Wolfgang Witt.

Aufforstung soll im Herbst eifrig weitergehen

2004 begannen die Arbeiten. Mehr als 12.000 Euro kosteten demnach die Setzlinge, für die das Paar eine Teilförderung von etwa 60 Prozent erhielt. Mit Herzblut haben sich Karin und Frank Thielemann engagiert und freuen sich jetzt über das Leben im Wald, in dem viele Tiere – Rehwild, Füchse und Marder, Greifvögel, Spechte und Eichelhäher – zu Hause sind.

Für den Herbst planen Wolfgang Witt und seine Mitstreiter bei Climproact Aufforstungen auf vereinseigenen Flächen. „Hierzu suchen wir kleine Grünflächen ab 2000 Quadratmeter, die dem Verein übertragen werden oder die der Verein günstig erwerben kann“, berichtet Wolfgang Witt. Geld für Setzlinge steht zur Verfügung: „Für das erste Projekt dieser Art haben wir eine Unterstützungszusage in Höhe von 1050 Euro von der Concordia Stiftung GmbH erhalten.“

Weitere Informationen

Alles zum Verein Climproact und dessen Arbeit können Interessierte im Internet nachlesen unter www.climproact.org.

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