Ergebnis der Wahl

Ein Sitz im Diepholzer Rat bleibt frei

Neues Wahllokal: Der ehrenamtliche Wahlvorstand in der „Mensa der Mühlenkampschule“, die das frühere Soldatenheim „Haus Herrenweide“ als Wahllokal ersetzte.
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Neues Wahllokal: Der ehrenamtliche Wahlvorstand in der „Mensa der Mühlenkampschule“, die das frühere Soldatenheim „Haus Herrenweide“ als Wahllokal ersetzte.

Diepholz – Die Wähler haben einige Karten im Rat der Stadt Diepholz neu gemischt. Die Mehrheit aus CDU und FDP ist trotz der deutlichen Verluste der Christdemokraten von 6,95 Prozentpunkten noch da, aber denkbar knapp geworden. Sie beträgt nun – ohne die Stimme des hauptamtlichen Bürgermeisters – eine Stimme.

1 157 Stimmen, von denen jeder Wähler drei hatte, haben die Christdemokraten gegenüber der Kommunalwahl 2016 verloren. Auch die SPD verlor Stimmenanteile: Minus 2,71 Prozentpunkte, was 365 Stimmen entspricht.

Für beide Fraktionen hat das Folgen: Die CDU hat zwei Sitze weniger im Rat und nun noch zwölf. Auch die SPD büßte einen Sitz ein und hat jetzt neun. Die FDP bleibt trotz leichter Gewinne (2,29 Prozentpunkte, 549 Stimmen) bei vier Sitzen. Wegen ihres Zugewinns von 838 Stimmen (3,79 Prozentpunkte) haben die Grünen nun ein Mitglied mehr im Rat (jetzt vier).

Die Linke behält trotz der Halbierung ihrer Stimmanteile einen Sitz.

AfD fehlt in Diepholz ein Kandidat

Für eine Besonderheit sorgt die AfD. Sie bekam aus dem Stand 5,56 Prozent der Stimmen – insgesamt 1 143. Das hätte für zwei Sitze im Rat gereicht, doch die „Alternative für Deutschland“ hatte nur einen Kandidaten: Alfons Muhle. So wird der Rat laut Gesetz um einen Sitz verkleinert, um die Mehrheitsverhältnisse zu wahren. Der Diepholzer Stadtrat hat nun 31 ehrenamtliche Mitglieder sowie den hauptamtlichen Bürgermeister, der eine Stimme hat und am Sonntag nicht zur Wahl stand. Auffällig: Im Wahlbezirk „Tagesbildungsstätte der Lebenshilfe“ bekam der AfD-Kandidat das höchste Ergebnis mit mehr als 200 Stimmen. Das liegt vermutlich daran, dass er in diesem Bereich wohnt.

Die Wahlbeteiligung am Sonntag lag etwas niedriger als vor fünf Jahren: Von den 14 047 Diepholzer Wahlberechtigten nutzten 7 072 ihr demokratisches Recht, was einer Quote von 50,35 Prozent entspricht. 2016 waren es 51,43 Prozent gewesen.

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Das vorläufige Gesamtergebnis stand wegen des aufwendigen Auszählungsverfahrens am Sonntagabend erst um kurz vor 23 Uhr fest. Dann war mit Aschen auch der letzte der 18 Wahlbezirke (inklusive Briefwahl) ausgezählt.

Meiste Stimmen für einen CDU-Politiker

Die meisten Stimmen bekam ein CDU-Kandidat: Marcel Scharrelmann, Landtagsabgeordneter und CDU-Stadtverbandsvorsitzender, freute sich über 1 619 Stimmen. Auf dem zweiten Platz – nach Wählerstimmen – folgte ihm Manfred Albers. Der erfahrene Kommunalpolitiker und SPD-Fraktionssprecher erhielt 1 209 Stimmen.

Weniger erfreut dürfte Andreas Pawelzik von Bündnis 90/Die Grünen über sein Wahlergebnis sein. Der streitbare und seit Jahrzehnten in Diepholz für die grüne Sache sehr engagierte Kommunalpolitiker erhielt 196 Stimmen und kam nur wegen seines guten Listenplatzes der Partei wieder in den Rat.

Stellungnahmen der Parteien: CDU enttäuscht

Zum Ergebnis seiner Partei in Diepholz äußerte sich „Einzel-Gewinner“ Marcel Scharrelmann und erklärte für die CDU: „Das Ergebnis enttäuscht und wird von uns selbstkritisch aufgearbeitet. Unser Blick geht also sowohl selbstkritisch zurück, aber mehr noch engagiert nach vorne, damit wir uns schnell wieder den Themen widmen können. Wir wollen in den kommenden fünf Jahren deutlich aufzeigen, dass die AfD in kein Parlament gehört. Weiter wollen wir mit guten Ideen und Ansätzen die Entwicklung in Diepholz weiter begleiten, viele Projekte, die bereits begonnen wurden, abschließen und alle Generationen und Gruppen im Blick behalten“, so Marcel Scharrelmann in seiner Stellungnahme.

SPD: „Mandatsverlust schmerzt“

„Ein Minus von 2,7 Prozent und der damit verbundene Mandatsverlust schmerzen uns“, kommentierte SPD-Fraktionssprecher Manfred Albers gegenüber unserer Zeitung das Wahlergebnis der Diepholzer Sozialdemokraten: „Wir hatten darauf gehofft, unser Ergebnis aus 2016 bestätigen zu können. Das ist uns leider nicht gelungen. Das überragende Einzelergebnis für Paula Tabke stimmt uns Sozialdemokraten aber zuversichtlich. Wir werden weiterhin mit einer großen SPD-Fraktion im Rat unsere Vorschläge einbringen und Verantwortung für Diepholz übernehmen. Der erstmalige Einzug der AfD in den Rat der Stadt Diepholz mit 5,5 Prozent tut richtig weh. Wir Sozialdemokraten hatten zudem starke Konkurrenten bei wichtigen Themen wie Bädersanierung oder Klimaschutz. FDP und Grüne haben einen engagierten Wahlkampf geführt und damit erfolgreich die gleichen Menschen angesprochen, die wir gerne für uns gewonnen hätten“, so Manfred Albers, dessen Bruder Gerhard Albers, der bislang CDU-Fraktionsvorsitzender im Diepholzer Rat war, nicht wieder kandidierte.

Grünen-Sprecher: „Wenig Interesse an der Zukunft der Spezies Mensch zu erkennen“

Für die Grünen äußerte sich Andreas Pawelzik so: „Wir freuen uns über das Ergebnis für unseren herausragenden Kandidaten Johannes Luber. Meine Hoffnung ist, dass dadurch mehr junge Menschen Mut bekommen, für ihre Zukunft zu kämpfen, und mehr alte den Mut, sie darin zu unterstützen. Unabhängig vom Wahlergebnis war im Wahlkampf beim Kontakt mit den Menschen für mich erschreckend wenig Interesse an der Zukunft der Spezies Mensch zu erkennen.“

FDP zufrieden: „Wieder Koalition mit CDU“

Die FDP ist laut ihrem Fraktionsvorsitzenden Wilhelm Reckmann mit dem Wahlergebnis zufrieden: „Die Zielausrichtung war, dass wir wieder vier Mandate bekommen und so weitermachen können. Die Erwartung war aber auch, dass wir vielleicht noch einen Sitz mehr erhalten.“ Eine Koalition mit CDU auch in der nächsten Wahlperiode könne er sich gut vorstellen, so Reckmann, der 318 Stimmen bekommen hatte und über den Listenplatz der FDP in den Rat kam: „Eine andere Konstellation ist für mich derzeit nicht denkbar.“

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