360-Euro-Jahresticket

Kreisschülerrat begrüßt Finanzrahmen aus Hannover und hofft auf kostenloses Schülerticket im Landkreis

Bus vor einem Bahnhof.
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Orte und Menschen verbinden: Die Politik will junge Leute motivieren, verstärkt den öffentlichen Personennahverkehr zu nutzen. Ein Baustein auf dem Weg ist das kommende 360-Euro-Ticket für Schüler und Azubis.

Landkreis – Das 360-Euro-Ticket für Schüler, Auszubildende und Freiwilligendienstleistende rückt näher. Mit dem verabschiedeten Doppelhaushalt in Niedersachsen 2022/23 durch den Landtag in der vergangenen Woche sei nun der Rahmen geschaffen worden, teilt der Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) mit. Die Einführung im Gebiet des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen (VBN) soll zum 1. August 2022 erfolgen.

Die finale Entscheidung für das Jugendticket können laut ZVBN die kommunalen Aufgabenträger für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auf den Weg bringen. „Wenn das Land den Rahmen vorgibt, dann sollten wir schnellstens nachziehen“, kommentiert Elke Oelmann von den Grünen. Sie ist Vorsitzende im Schulausschuss des Landkreises. Die Schwierigkeit werde sein, wie schnell die Verwaltung das Vorhaben umsetzen könne.

Der Kreisschülerrat findet, dass das 360-Euro-Ticket ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist. „Wir streben weiterhin nach einer kostenlosen Schülerbeförderung für alle Schüler“, sagt Kreisschülersprecher Robin Heimbucher. „Durch den Schritt des Landtages werde klar, dass ein kostenloses Schülerticket definitiv nötig, erreichbar und fair ist.“

Laut Presseinfo des ZVBN werde es für Berechtigte möglich sein, im Gebiet des VBN alle Busse und Bahnen im Nahverkehr nutzen zu können. Davon profitierten Schüler ab Klasse 11, denen das niedersächsische Schulgesetz keinen Anspruch auf kostenlose Schülerbeförderung vermittelt. Mit 30 Euro monatlich liege der Preis des VBN-Jugendtickets unter dem Preis des aktuellen Schülermonatstickets.

Wenn das Land den Rahmen vorgibt, dann sollten wir schnellstens nachziehen.

Elke Oelmann, B’90/Die Grünen und Vorsitzende Schulausschuss

„Zunächst einmal hat man den Weg freigemacht für ein solches Ticket“, kommentiert Thorsten Abeling vom Fachdienst Bildung des Landkreises die Entwicklung aus Hannover. Der Weg sei gewollt. In den Sitzungen des ZVBN und VBN im März würden dann vertriebliche und finanzielle Fragen geklärt. Als Mitglied im Zweckverband besitze der Landkreis dort ein Stimmrecht.

Der Bremer Senat habe bereits in einer Sitzung am 10. August einen Beschluss zur Einführung des Tickets im VBN-Gebiet gefasst.

Auf Grundlage des niedersächsischen Nahverkehrsgesetzes werde der ZVBN für sein niedersächsisches Verbandsgebiet jährlich Finanzhilfen von rund 1,83 Millionen Euro erhalten. Zusätzlich für die Einführung benötigte Mittel von rund 1,3 Millionen Euro seien von den Verbandsmitgliedern, wie dem Landkreis Diepholz, selbst aufzubringen, heißt es weiter.

Bisher können Eltern einen Antrag auf Kostenbefreiung der Schülerbeförderung nur bis zur Klasse 10 beantragen. Voraussetzung ist, dass der Weg bei Grundschülern von der Haustür bis zur Eingangstür der Schule mehr als zwei Kilometer und bei den übrigen Kindern mehr als vier Kilometer beträgt.

Sobald das 360-Euro-Ticket kommt, bedeute das gleichwohl weniger Einnahmen für den ÖPNV, gibt Abeling zu bedenken. Schüler, die bisher am Wochenende oder nach der Schule ein Ticket kauften, profitierten dagegen vom Jahresticket. Doch soll das 360-Euro-Ticket auch ein Anreiz für Schüler sein, um „ganz neue Perspektiven zu eröffnen“ und um den ÖPNV mehr in der Freizeit zu nutzen, so Abeling.

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