Ausgebildeter Begleithund „Tyson“

Vierbeiniger Star in Diepholzer Kita

Kita-Begleithund „Tyson“ mit Kita-Leiterin Diana Schmiegel.
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„Tyson“, vierbeiniger Star der Diepholzer Kindertagesstätte Lappenberg, mit Kita-Leiterin Diana Schmiegel.

Diepholz – „Tyson“ ist tiefenentspannt. Den kleinen Hund der Rasse Havapoo (Havaneser-Pudel) kann so leicht nichts aus der Ruhe bringen. Starke Nerven braucht der Vierbeiner, denn tagtäglich möchten viele Kinder ihn streicheln und knuddeln. „Tyson“ ist Begleithund in der evangelisch-lutherischen integrativen Kindertagesstätte Lappenberg in Diepholz.

Der Rassehund mit besonders allergikerfreundlichem Fell gehört der Kita-Leiterin Diana Schmiegel. Mit ihr kommt er täglich zum Dienst – sehr zur Freude von Kindern und Erzieherinnen, die ihn auch mit zu Ausflügen und Spaziergängen nehmen.

Wenn es „Tyson“ in den Kita-Gruppenräumen zu anstrengend wird, kann er sich in Diana Schmiegels Büro zurückziehen. Dessen Tür steht immer offen, und die Jungen und Mädchen der Kita wissen, dass der Hund hier seine Ruhe haben möchte.

„Havapoo“ ist temperamentvoll und ausgeglichen

Lange hält es ihn aber selten dort. Der ebenso temperamentvolle wie ausgeglichene „Tyson“ spielt gern mit den Kindern. Bei Feiern und Veranstaltungen bekommt er auch schon mal einen bunten Schmuck von den Jungen und Mädchen. Auch das kurzzeitige Tragen einer OP-Maske in Corona-Zeiten ließ er sich gefallen.

Diana Schmiegel hat „Tyson“ in Wagenfeld im Hundeinternat Antonienwald zum „Besucherbegleithund speziell für Kindergärten“ ausbilden lassen. Wegen seines unkomplizierten Charakters war er gut dazu geeignet. Der kleine Rüde lernte, sich auch durch Alltagsgeräusche beispielsweise bei Spaziergängen nicht irritieren zu lassen sowie an der Leine neben Rollstühlen und Gehhilfen zu laufen, ohne die diese benutzenden eingeschränkten Menschen zu gefährden.

Zur fast zweijährigen Ausbildung des Rüden, die mit einem Zertifikat abschloss, gehörten auch Besuche in Kitas und Seniorenheimen. Die Kosten für die komplette Begleithund-Ausbildung trug der evangelisch-lutherische Kindertagesstättenverband Grafschaft Diepholz.

Im Müntepark: Die fünfjährige Feryal beim Spaziergang mit Kita-Hund „Tyson“.

Futter- und Tierarztkosten zahlt die Kita-Leiterin privat selbst. Mit dem Kindertagesstättenverband hat sie nur vereinbart, dass dieser für Kosten aufkommt, die durch „Tysons“ Einsatz in der Kita Lappenberg entstehen. Das war bislang in sechs Jahren, in denen „Tyson“ schon beliebter Kita-Hund ist, erst einmal notwendig. Bei einem Ausflug zu einer Kita-Waldgruppe trat sich der Hund einen Splitter in den Fuß. Die folgende kurze Tierarztbehandlung wurde vom Kitaverband als „Arbeitsunfall“ anerkannt.

Meist in der Integrationsgruppe

„Tysons“ Einsatzgebiet in der Kita Lappenberg ist vorrangig die Integrationsgruppe, die behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam besuchen. „Dort spielt, tobt und ,chillt’ er mit den Kindern“, erklärt Diana Schmiegel: „Auch gezielte Spieleinheiten im Bewegungsraum werden von der heilpädagogischen Fachkraft Michaela Goetzke durchgeführt. Aber auch in den anderen Gruppen lässt er sich blicken. In der Krippe ist er besonders gerne, da dort einiges an kleinen Essensresten nach den Mahlzeiten auf dem Boden liegt. Er ist einfach für die Kinder da.“

In der Rehdener Familie Schmiegel war die Idee aufgekommen, sich einen Hund anzuschaffen. In der Diskussion darüber entschlossen sich die Schmiegels, eine Rasse auszusuchen, die allergenfrei ist und sich gut in der Kita einfügen lässt. „Wir haben uns bewusst für einen kleineren Hund entschieden, da er sich besser in den doch engen Gruppenräumen bewegen kann. Außerdem sollte seine Größe keine Angst bei den Kindern auslösen“, erklärt Diana Schmiegel. Das „Knuddelaussehen“ des Hundes habe ebenfalls eine Rolle gespielt.

„Tyson“ ist der einzige Begleithund im Kindertagesstättenverband Grafschaft Diepholz. Auf Ablehnung bei Eltern oder Kindern sei der Vierbeiner noch nie gestoßen, so die Kita-Leiterin: „Er wird von allen herzlich begrüßt, es werden Leckerlis mitgebracht, und jedes Kind freut sich über ein Erinnerungsfoto in den Schatzmappen.“

„Tyson“ ist sehr intelligent. Er merke sofort, wenn ein Kind oder Elternteil ängstlich sei. Er nehme dann Abstand und bedränge nicht, so Diana Schmiegel. Der Hund zeige den Kindern, was er mag und was nicht. Bei unangenehmen Situationen oder wenn es ihm zu viel werde, ziehe er sich zurück.

Vielseitiger Arbeitstag

Sein „Arbeitstag“ sei sehr vielseitig und auch anstrengend. Gezielte Spielangebote mit dem Tier dauern in der Regel nur 20 Minuten mit maximal zwei Kindern. Dann benötigt und bekommt „Tyson“ eine Pause. Solche Einheiten können höchstens dreimal am Vormittag stattfinden. Diana Schmiegel: „Zu Hause macht er dann einen ausgiebigen Mittagsschlaf. Denn auch hier ist es anstrengend für ihn. Auf die Hühner aufpassen, Grundstück bewachen, Nachbarschaft besuchen und schauen, ob ein Stück Käse abfällt.“ Für die Diepholzer Kita-Leiterin ist klar: „Ich glaube, ,Tyson’ hat ein schönes Hundeleben.“

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