Dezentrale Impfungen für über 80-Jährige in Diepholz

Ein erster Pieks zurück zur Normalität

Das passt! Sabine Gatzemeier (l.) glich im Warteraum des DRK-Hauses die Termine mit den Senioren ab, die zu ihrer Corona-Erstimpfung erschienen waren.
+
Das passt! Sabine Gatzemeier (l.) glich im Warteraum des DRK-Hauses die Termine mit den Senioren ab, die zu ihrer Corona-Erstimpfung erschienen waren.

Diepholz – Es dauerte nicht lange, bis Sabine Gatzemeier am Freitag die nächsten gut 20 Besucher im Diepholzer DRK-Hause mit Nummern ausgestattet hatte. Die Mitarbeiterin des städtischen Ordnungsamts hakte die Liste der über 80-jährigen mit den Terminen für ihre Corona-Erstimpfung schnell ab. Alle hatten sich an die Uhrzeit gehalten, knapp eine Viertelstunde früher war die vorige Gruppe der Senioren vom Platz an der Dieselstraße gegangen.

Das Domizil des Kreisverbands vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) bewährte sich an seinem ersten Tag als dezentrale Impfstation für Diepholz.

Auch Frank Diephaus als Koordinator der mobilen Impfungen zeigte sich zur Halbzeit des Auftakts zufrieden: Tags zuvor hatten er und seine Kollegen damit begonnen, die teils zum Warteraum umfunktionierte Fahrzeughalle, die Zimmer für die Vorgespräche mit den Ärzten sowie die Plätze für die Impfung herzurichten. „Hier haben wir die günstige Situation vorgefunden, dass wir drei Impfstraßen einrichten konnten“, schilderte Diephaus, am Freitag mit sieben weiteren hauptamtlichen Rotkreuzlern an der Dieselstraße im Einsatz. So kam es, dass er zum Mittag schon von 120 Menschen berichtete, die ihre erste Dosis erhielten, etwa ebenso viele sollten am Nachmittag folgen. Nach dem zweiten Termin am Mittwoch sind die Erstimpfungen durch, die zweite Spritze bekommen die betreffenden Bürger dann in etwa sechs Wochen.

Böse Überraschungen beim Gespräch mit den Ärzten blieben aus, berichtete Dr. Andreas Schlüsche zwischendurch: „Alle waren ausreichend aufgeklärt über Ausschlusskriterien wie etwa Allergien oder die Einnahme von Blutgerinnungsmitteln“, bilanzierte der Allgemeinmediziner, der wie seine Frau, Dr. Anne-Kristin Schlüsche, für diesen Tag die gemeinsame Rehdener Hausarztpraxis zum Impfeinsatz verlassen hatte. Beide waren schon mehrfach für diese dezentralen Termine quer durch den Landkreis gereist. So viel Bereitwilligkeit sei nicht selbstverständlich, wusste DRK-Koordinator Diephaus aus Erfahrung: „Es ist manchmal schwer, ausreichend Ärzte für diese Impfungen zu finden. Ansonsten haben wir genügend Personal.“ So helfen einige Krankenschwestern und Arzthelferinnen aus, die sich bei ihrem Hauptarbeitgeber für solche Termine frei oder Urlaub nehmen.

Die Tatsache, dass der zuletzt arg in die Diskussion und zwischenzeitlich gestoppte Impfstoff von AstraZeneca den über 80-Jährigen nicht verabreicht wird, ersparte den Verantwortlichen am Freitag einige Diskussionen. „Da gab es keine Bedenken, weil wir hier ja nur Biontech eingesetzt haben“, erläuterte Diephaus. Nach dem vielleicht schon rettenden Pieks und einer 20-minütigen Ruhephase zum Abwarten eventueller Nebenwirkungen durften die Senioren somit gehen – ein nun gutes Stück weiter auf dem Weg zur Normalität in dieser schon so langen Zeit der Pandemie.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Tipps für Erdbeeren auf dem Balkon und im Beet

Tipps für Erdbeeren auf dem Balkon und im Beet

Meistgelesene Artikel

Maskenpflicht gilt ab Samstag in Sulingen

Maskenpflicht gilt ab Samstag in Sulingen

Maskenpflicht gilt ab Samstag in Sulingen
Erwischt: Landwirt kippt Müll in den Wald

Erwischt: Landwirt kippt Müll in den Wald

Erwischt: Landwirt kippt Müll in den Wald
Landkreis Diepholz aktuell nicht von Corona-Notbremse betroffen

Landkreis Diepholz aktuell nicht von Corona-Notbremse betroffen

Landkreis Diepholz aktuell nicht von Corona-Notbremse betroffen
Waldbauern verdienen nichts, Holzpreise explodieren

Waldbauern verdienen nichts, Holzpreise explodieren

Waldbauern verdienen nichts, Holzpreise explodieren

Kommentare