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Die Anfänge des Appletree: „Was für ein Bauernfestival...“

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Von: Carsten Sander

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Früher selbst ernannte Nichtsnutze, heute stolz auf ihre Idee von damals: Appletree-Chef David Binnewies (re.) und Mitbegründer Dirk Gieselmann.
Früher selbst ernannte Nichtsnutze, heute stolz auf ihre Idee von damals: Appletree-Chef David Binnewies (re.) und Mitbegründer Dirk Gieselmann. © Sander

Am Anfang war da „eine Utopie ohne Konzept“. Doch aus ihr erwuchs das Appletree Garden Festival, zu dem mittlerweile 6000 Besucher kommen. Dirk Gieselmann aus Diepholz war dabei, als „Dilettanten, Nichtsnutze und Idioten“ zwar keinen Plan hatten, aber dennoch das Fundament für etwas Großes legten.

Diepholz – Es ist ja nicht so, dass sie noch nie erzählt worden wäre, die Geschichte von den Anfängen des Appletree Garden Festivals. Damals im Winter 2001 in einem „ungeheizten Keller“, in dem es selbst Ratten zu ungemütlich war. Und in dem sich 15 Freunde trafen, allesamt „Dilettanten, Idioten, Nichtsnutze“, wie Dirk Gieselmann es am Freitag im „Tiefen Holz“, der Bühne im Hinterland des Festivalgeländes, vorlas. Ihm lauschte ein Publikum, das sich gerne noch mal mitnehmen ließ in die Zeit, als die Familie von Appletree-Chef David Binnewies ihren Apfelgarten für das erste von nun schon 20 Festivals zur Verfügung gestellt hatte. Und von dem sich eine der Bands mit einem kernigen Gruß aus dem Autofenster verabschiedet habe. „Was für ein Bauernfestival! Macht’s gut, ihr Idioten“, hatte einer laut Gieselmann gerufen.

Er war damals dabei, ist deshalb einer, der sich Mitbegründer des Appletree nennen darf. Und der im Rückblick zugeben muss, dass das Festival zunächst „eine Utopie ohne Konzept“ war. „Wir hatten keinen Plan. Aber was soll ich sagen? Er ging auf.“

Der Beweis dafür ist die 20. Auflage des Festivals, zu der der einst preisgekrönte Journalist und Autor, selbst gebürtiger Diepholzer, natürlich gekommen war. Aber nicht mehr als der Dilettant, Nichtsnutz und Idiot von früher, sondern als Familienvater und Mann mit einer spannenden Vita, in der die Geburtsstunde des Appletree ihren Platz hat. Davon zu erzählen, mache ihn irgendwie „zu dem Onkel, der auf dem 20. Geburtstag, auf dem alle nur saufen wollen, die peinliche Rede hält“. Doch das sah das Publikum anders und lauschte amüsiert den Erzählungen.

„Auf hässliche Weise schön“ seien die ersten Festival-Versuche gewesen, beschrieb es Gieselmann und schlug die Brücke in die Gegenwart. Jetzt sei das von 200 auf 6000 Besucher gewachsene Appletree „einfach nur schön“. Und dabei immer noch erfüllt vom selben Geist wie einst im kalten Keller, so Gieselmann: „Vom Geist der Freundschaft.“

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