Brot, Bier und Blechkuchen: Viel los im Heimatmuseum

„Ein Backtag in Aschen ist wie Urlaub“

Acht Männer aus Aschen am Ofen, da kann nichts schief gehen. Das Backteam um Wilhelm Kohlhaus (3. von links) war für die nötige Hitze und das Gelingen der Blechkuchen verantwortlich. - Foto: Brauns-Bömermann

Aschen - Was gibt es schöneres als sein Kind unter freiem Himmel, bei Sonnenschein und im Kreise von lieben Mitmenschen taufen zu lassen? Wohl kaum etwas. Das traditionelle Dorffest, der „Backtag“, hat in Aschen Tradition und lockte Sonntag zu Freiluftgottesdienst mit zwei Taufen, Freibier, Feierlaune bei Ferienstimmung zahlreiche Besucher auf das Gelände des Heimatvereins.

Wie Männer das Backen übernehmen, dieses Bild bot sich rund um Wilhelm Kohlhaus und seinem „Backteam“ im Backhaus. „Angeheizt habe ich den Ofen schon vor drei Tagen, damit die richtige Wärme entsteht für die Butterkuchen“, verrät Kohlhaus und schwitzt was das Zeug hält. Jeweils vier Bleche mit den süßen Leckereien gehen in den an Hänsel und Gretel erinnernden Hexenofen für Bleche mit einer Größe von 60 mal 80 Zentimetern. Aus dem Ofen steigt der Duft von Blechkuchen mit ordentlich viel Butter, Erdbeer-Rhabarberklecks-Verfeinerungen.

Der Duft zieht kurz vor zwölf in die Nasen der Gottesdienstbesucher, die noch gemeinsam mit dem Posaunenchor Rehden singen und sich auf den Fassbieranstich, die Erbsensuppe und den Butterkuchen mit einer guten Tasse Kaffee freuen. Da war es: Das Feeling, dass Pastor Rainer Hoffmann in seiner Predigt beschrieb unter dem Motto „Sonne, Strand und Me(h)r“. Denn er wünschte den Besuchern die Muße, die die ersehnte Kraft spendet, um gestärkt in die Arbeitswelt einzutauchen nach den Ferien. „Ich wünsche allen noch schöne Urlaubstage“ und Pastor Hoffmann hielt es, wie es Rainer Maria Rilke bereits beschrieb: „Ich habe mich oft gefragt, ob nicht gerade die Tage, die wir gezwungen sind, müßig zu sein, diejenigen sind, die wir in tiefster Tätigkeit verbringen?“. Davon war Heimatvereinsvorsitzender Werner Schneider überzeugt: „Een Backtag in Aschen is wie Urlaub!“. In wunderbarer Nachbarschaft Kreuz und Altar mit Tisch für das Fass mit Freibier. Drei Schläge von Manuela Dieckmann aus dem Vorstand des Heimatvereins Aschen und das kühle Blonde floss wie von selbst. Und dann kam schon der große Hunger: Auf Erbsensuppe, Bratwurst und Blechkuchen. Wer aber erst Flanieren, Schnacken und Schauen wollte, den lockten die lauschigen Ecken auf dem Gelände mit Verkaufs- und Flohmarktständen, die Kühle der Gebäude mit den akribisch zusammengetragenen Gegenständen, die das Leben und Arbeiten auf dem Lande wortlos und ausführlich beschreiben.

Aus dem Kirchenzelt wurde ein Gastronomiezelt, die Musik machte sich bereit für den „musikalischen Nachtisch“. Die Dickeler Dorfkapelle und der Shantychor aus Rehden traten an, die Gäste zu verwöhnen, aus dem Sonntag und Backtag einen Rundum-Wohlfühl-Tag zu machen. Der abgebackene Teig der Stuten und Brote der Aschener Damen trafen auf selbstgekochte Marmeladen von Hanna Bernhardt aus Stemwede, Lose und Gewinnchancen auf nette Gäste und Honig, Pflanzen, Dies und Das auf Kunden.

Das „Original“ aus Aschen, Inge Rostek, informierte über von ihr unterstütztes Projekt: Das Lutindi Mental Hospital in Tansania, die älteste Psychiatrie in Ostafrika. Von da kam der Tee in kleinen Stoffsäckchen, den sie für das Projekt anbot. Selbstgebackene Stuten und der Butterkuchen waren schnell vergriffen, dann wartete man eben auf den nächsten Backdurchgang am Nachmittag. In vielen Gesichtern stand: „Wir wollten eh noch bleiben“. Alle düsteren Wolken der Vortage verschwanden, die Sonne zeigte sich extra für den Aschener Backtag im goldenen Kleid. 

sbb

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