Ehrenamtliche Helfer besuchen Erstaufnahme-Einrichtung am Fliegerhorst

Verkehrswacht-Roller für die Flüchtlings-Kinder

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Ehrenamtliche Helfer besuchten aus Eigeninitiative die von den Maltesern betriebene Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge am Diepholzer Fliegerhorst.

Diepholz - Von Helge Bredemeyer. „Wir brauchen langen Atem für die Begegnung und Begleitung der Flüchtlinge in Diepholz“. Das wissen und spüren alle, die sich aktiv dieser Aufgabe widmen. Dazu gehört Hintergrundinformation und Zuwendung verschiedener Art. Jetzt nahmen einige Helfer in Eigeninitiative den Kontakt zur Flüchtlingsaufnahmestelle des Landes am Fliegerhorst auf.

Wenn auch die Arbeit in dieser Einrichtung vom Land Niedersachsen getragen und organisiert wird, sind die dort Angekommenen für vier bis sechs Wochen Gast-Diepholzer. Auch die Malteser als beauftragte Organisatoren der Aufnahmestelle sehen das so und sind dankbar für die Unterstützung ehrenamtlicher Helfer aus Diepholz und Umgebung.

Zu dieser Verbindung tragen auch die Facebook-Nachrichten von Beate Sitzen in der Gruppe „In Diepholz haben Fremde Freunde“ bei. Der Ruf nach Kleidung, Spielzeug und Beschäftigungsmaterial finde immer Gehör.

Selbstständige Kontakte knüpften auch Bodo von Bodelschwingh mit seiner Fahrradwerkstatt über das BNVHS (Bildungswerk Niedersächsischer Volkshochschulen) und wieder zu vorderst die Kleiderkammer-Aktiven Ingrid Schilling und Ingrid Kock.

Viele helfen vor Ort in der „Haus Malta“ genannten Einrichtung am Fliegerhorst – im Kindergarten, der werktags zweimal für je zwei Stunden angeboten wird, in der Malteser-Kleiderkammer, als Lehrerinnen für Deutsch und Transporten, wenn beispielsweise besondere Arztbesuche anstehen.

Rainer Scherer als Leiter der Malteser-Crew und seit Oktober 2015 am Fliegerhorst im Einsatz, sagte bei seiner Begrüßung der Besuchergruppe, wie dankbar man für diese selbstlose Hilfe sei. In drei Kleingruppen führten Mitarbeiterinnen der Malteser die 15 Besucher durch das große Aufenthaltszelt mit Informations-Anlaufstelle, Essensausgabe und Kindergarten. Fernsehen, Kickerturniere und Gesellschaftsspiele finden hier gemeinsam statt.

Die Gruppen besuchten die vier Blocks mit 64 Zimmern, von denen aus Brandschutzgründen nur 52 belegt werden dürfen. Familien werden jeweils alleine untergebracht. Bei der weiteren Bettenvergabe wird auf die Zusammenstellung von Nationalität und Religionszugehörigkeit geachtet.

Waschen und Trocken der Wäsche ist in einem für alle separat zugänglichem Container möglich. Die erste ärztliche Versorgung ist gesichert, sowie die Registrierung und das Auszahlen des Taschengeldes.

Große Beachtung fand auch der Schulraum mit Tafel, Büchern und Magnetwand. Die pensionierte Lehrerin Erika Meier Hagemeyer hatte gerade eine Gruppe Kinder unterrichtet. Der Unterricht läuft in Altersgruppen. Etliche Flüchtlinge können schon als Dolmetscher den Maltesern zur Seite stehen. Inzwischen sind gut 1000 Asylbewerber durch die Erstaufnahme-Einrichtung in Diepholz gegangen. Zurzeit leben dort am Fliegerhorst 144 Menschen. Möglich wären 288.

Zum Angebot gehört auch Sport und jetzt das Rollerfahren der Kinder. Bodo von Bodelschwingh erhielt von der Verkehrswacht ausgemusterte Roller. Er brachte sie und einige Kinderräder mit seiner Crew auf Vordermann und ins „Haus Malta“. Der Jubel war groß, ebenso beim Verteilen einiger Süßigkeiten an alle Kinder.

Das abschließende Gespräch, an dem sich auch die Vorstandsmitglieder des Stadtteilladens, Inge Human und Elke Wilkens, beteiligten, machte deutlich, dass mehr Verknüpfung und bessere Kontaktpflege von Nöten wäre. Gut wäre es auch, in einem offenen Bürgergespräch auf Nachfragen zur Situation und Organisation der Diepholzer Flüchtlingsarbeit einzugehen. Fazit: Man möchte als Freiwilliger, egal wo und wie tätig, als selbstständiger Partner dieser öffentlichen Aufgabe gesehen und gewertet werden.

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