Mit Mehrheit beschlossen

Rat ebnet Weg für das Krematorium

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Diepholz - Von Eberhard Jansen. Der Rat der Stadt Diepholz hat Donnerstagabend den Weg für das von zwei Diepholzer Geschäftsleuten geplante Krematorium geebnet. Die Mehrheit aus CDU und FDP stimmte für die entsprechende Änderung des Flächennutzungsplanes und den Bebauungsplan „Dieselstraße-Nordost“, der ein Sondergebiet für die viel diskutierte Feuerbestattungsanlage vorsieht.

SPD und Grüne stimmten erwartungsgemäß dagegen. Sie bekamen in der öffentlichen Sitzung im Rathaus den Beifall von etwa 15 Anwohnern. Nachbarn der geplanten Anlage hatten sich in den vergangenen Monaten massiv gegen die Feuerbestattungsanlage auf einem bislang städtischen Grundstück in der Nähe der Dieselstraße westlich der Hunte ausgesprochen und mehr als 500 Unterschriften gesammelt.

Vor diesem Hintergrund betonten Ratsmitglieder von CDU und FDP, den Beschluss in dem 14-monatigen Verfahren intensiv geprüft und Interessen abgewogen zu haben. Auf Hinweis von Bürgern sei nun ein Wall als Sichtschutz rund um das Gebäude in die Planung aufgenommen worden.

Bürgermeister Dr. Thomas Schulze betonte in einer längeren Erklärung, dass das vorgesehene Gelände nach intensiver Prüfung ein sachlich und fachlich geeigneter Standort sei. Der „beste Standort“ sei aber immer eine individuelle Entscheidung. Schulze wies darauf hin, dass die Tendenz zu Feuerbestattungen auch in Diepholz ständig steige. Im Jahr 2015 habe der Anteil 58 Prozent betragen.

Die Grünen sprachen sich klar gegen das geplante Krematorium aus. Dr. Cemal Tas bezweifelte die Notwendigkeit, Andreas Pawelzik hielt es für einen Schildbürgerstreich, es in die Hauptwindrichtung zu setzen.

SPD-Sprecher Manfred Albers kritisierte die mangelnde Transparenz bei der Findung des Standortes („kein seriöses Auswahlverfahren“). Die Sozialdemokarten stimmten deshalb dagegen. Von der CDU musste sich die SPD den Vorwurf mangelnder Verlässlichkeit gefallen lassen, denn sie hatte zu Beginn der Planungen vor einem Jahr dafür gestimmt.

Gerhard Albers (CDU) betonte, dass in der öffentlich zugänglichen Begründung des Bebauungsplanes sechs mögliche Standorte verglichen und bewertet werden.

Acht Anträge der Grünen zu den Krematoriums-Plänen – unter anderem Vertagung – lehnte die Ratsmehrheit aus CDU und FDP ab.

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