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Anika Flöte aus Diepholz ist Vizepräsidentin der DLRG

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Von: Sven Reckmann

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Zusammen mit vier weiteren Ehrenamtlichen ist Anika Flöte aus Diepholz zu Vizepräsidenten der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft gewählt worden.
Zusammen mit vier weiteren Ehrenamtlichen ist Anika Flöte aus Diepholz zu Vizepräsidenten der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft gewählt worden. © DLRG

Hohe Anerkennung und hohe Verantwortung: Anika Flöte aus Diepholz ist zur Vizepräsidentin der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) gewählt worden.

Diepholz – Flöte – „hauptberuflich“ Rektorin an der Jahnschule Diepholz – wurde auf dem DLRG Bundestag in Dresden neben der neuen (und ersten weiblichen) Präsidentin der DLRG, Ute Vogt, und vier weiteren Aktiven auf die Position der Vizepräsidentin gewählt, berichtet Thomas Schupp, der für die Öffentlichkeitsarbeit der Diepholzer DLRG-Ortsgruppe zuständig ist.

Anika Flöte ist in den Bundesgremien der DLRG keine Unbekannte.

Sie gehört dem Präsidium des Bundesverbandes bereits seit 2014 an und wurde damals zur Bundesbeauftragten für den Bereich DLRG und Schule ernannt. Ihre Aufgaben umfassten die Beratung der Landesverbände im Bezug auf Fachfragen zu allen Themen rund um das Schulschwimmen sowie die Zusammenarbeit mit der Fachkommission Sport des Kultusministeriums, erläutert Schupp. Auch die Schulung von Sportlehrerinnen und -lehrern zu Ausbildern Rettungsschwimmen in einem speziell dafür konzipierten Lehrgang unterliege ihrer Verantwortung.

„Wenn in der Schule nicht schwimmen gelehrt und gelernt wird, ist die Gefahr groß, dass aus dem Kind ein erwachsener Nichtschwimmer wird“, berichtet die Diepholzerin. „Und erwachsene Nichtschwimmer sind häufig diejenigen, die zu traurigen Schlagzeilen bei Badeunfällen führen.“

Flöte organisiert Lehrgänge auf Bundesebene

So entstand in dieser Zeit auch eines ihrer größten Projekte, der bundesweite DLRG Förderpreis für Schulen, dieser zeichnet Schulen aus, die sich im besonderen Maße in der Schwimmausbildung engagieren. Dieser Preis wurde 2020 erstmals verliehen und unter anderem erlangte ihn damals die Aschener Grundschule (wir berichteten). Die zweite Bewerbungsphase läuft zurzeit und alle Schulen können sich noch bis zum 10. Juli 2022 bewerben.

2017 wurde Flöte auf der DLRG Bundestagung in Hamburg zur stellvertretenden Leiterin Ausbildung gewählt und übernahm Verantwortung für die Fachbereiche „Schwimmen“ und „DLRG und Schule“. Dies bedeutet, in Zusammenarbeit mit den zuständigen Bundesbeauftragten Ausbildungsvorschriften zu aktualisieren, Lehrgänge zu konzipieren und Qualität der Schwimmausbildung in Zusammenarbeit mit den DLRG-Landesverbänden sicherzustellen und zu verbessen. So gibt es auf Bundesebene Lehrgänge „Schwimmenlernen im Tiefwasser“ oder Handlungsempfehlungen „Schwimmen lernen in Freigewässern“

Verantwortung für die Personalentwicklung im Ehrenamt

„Das Bädersterben in den Städten und Gemeinden setzt sich leider fort“, so Flöte. Das müsse aber nicht zwangsweise bedeuten, dass man nicht mehr schwimmen lernen kann. „Was in den östlichen Bundesländern stärker vertreten ist als im Westen, aber auch hier sicher an Bedeutung gewinnt: der Fluss oder der Badesee als Ort des Schwimmenlernens; so war es ja bei unseren Großeltern und Urgroßeltern. Dieser Lernorte sind aber für viele Schwimmausbilder gewöhnungsbedürftig: die Teilnehmer können in dem Gewässer nicht stehen, ich kann den Grund nicht sehen, Wasserpflanzen und so weiter. Hier gibt die Leitung Ausbildung den Ausbilderinnen und Ausbildern beispielsweise Informationen und Leitlinien an die Hand.“

Als Vizepräsidentin zählt zu Anika Flötes Aufgaben weiterhin die ehrenamtliche Leitung der DLRG Bundesakademie; neu dazugekommen ist die Gestaltung und Weiterentwicklung des Bundesfreiwilligendienstes bei der DLRG, sowie die Verantwortung für die Personalentwicklung im Ehrenamt speziell von Führungspersonen, um die ehrenamtliche Struktur des Verbandes weiterhin sicherzustellen. Zudem übernimmt jeder Vizepräsident eine Patenschaft für einen Landesverband, Anika Flöte ist Patin für die DLRG Landesverbände Bremen, Nordrhein und Sachsen und steht diesen Verbänden zur Seite, wenn diese Unterstützung benötigen oder Fragen haben.

Fünf Vizepräsidenten durch neue Satzung

Dass es fünf Vizepräsidenten-Posten auf Bundesebene gibt, sei neu in die Satzung aufgenommen worden, erklärt Thomas Schupp vom Diepholzer Ortsverband. Der Grund: „Die Entscheidungsgremien der DLRG sind ausschließlich ehrenamtlich besetzt, und ehrenamtliches Engagement muss auch mit dem Privat- und Berufsleben vereinbar bleiben; damit ist die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen.“

Nach wie vor steht Anika Flöte trotz der zahlreichen Aufgaben auf höherer Ebene samstagabends am Beckenrand im Diepholzer Delfin um den jüngsten DLRG-Mitgliedern in der Gruppe der „Minis“, die sie selbst vor einigen Jahren ins Leben rief, um die nächsten Schwimmzüge nach dem „Seepferdchen“ beizubringen. „Das Training am Samstagabend mit den Kindern macht mir sehr viel Spaß!“

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