Polizei-Bilanz für 2016

Ein Drittel weniger Tote auf den Straßen

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„Lass die Finger vom Handy“ – das wünschen sich (v.l.) Fritz Wetje, Wolfgang Rehling, Volker Töllner, Hartmut Martens, Bernd Kittelmann, Wolfgang Nogga und Stefan Sommer von allen Autofahrern. Sie bilden die Verkehrsunfallkommission im Kreis. Aufgabe: Gefahrenstellen entschärfen.

Landkreis - Von Anke Seidel. 4478 Unfälle haben sich im vergangenen Jahr auf den Straßen im Landkreis Diepholz ereignet – so wenige wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Polizeiinspektion (PI) Diepholz registrierte im Vorjahresvergleich einen Rückgang um 2,6 Prozent. Sehr zur Freude von Polizeidirektor Bernd Kittelmann hatten sich exakt 119 Karambolagen weniger ereignet. Vor allem aber: Die Zahl der Todesopfer auf den Straßen im Landkreis Diepholz liegt auf historischem Tiefstand. Mit zwölf Opfern – sechs weniger als im Vorjahr – ist die Zahl so niedrig wie seit mindestens zehn Jahren nicht mehr.

Um ein Drittel ist sie im Vorjahresvergleich gesunken. Damit hat die PI Diepholz einen deutlich höheren Rückgang als das Land Niedersachsen (Minus 9,6 Prozent) oder die Polizeidirektion (PD) Oldenburg (Minus 7,9 Prozent).

Außerdem: Während die Unfallzahlen im Landkreis Diepholz gesunken sind, stiegen sie landesweit um 2,4 Prozent. Sogar doppelt so hoch war das Plus in der PD Oldenburg (4,9 Prozent).

In seiner Analyse bewies Wolfgang Rehling als Sachbearbeiter Verkehr bei der PI Diepholz, dass die Unfallgefahren saisonal schwanken. In den Sommerferien, so die Statistik, sind Autofahrer besonders sicher.

Weiterhin erhöhtes Risiko im Kreis

Trotzdem: „Im Landkreis Diepholz besteht weiterhin ein erhöhtes Risiko, bei einem Unfall verletzt zu werden“, musste Rehling feststellen. Das bewies zum einen die Zahl der Leichtverletzten. Gleich 50 Menschen mehr als noch im Vorjahr waren betroffen – insgesamt 919, ein Anstieg um 5,8 Prozent. In der Polizeidirektion (PD) Oldenburg war die Quote um 2,3 Prozent gestiegen, während sie landesweit um ein Prozent gesunken war.

Auf einem Tiefstand, so stellten Vertreter der Polizei und der Unfallkommission gestern erleichtert fest, ist die Zahl der Schwerverletzten mit 169 – so wenige wie seit mindestens zehn Jahren nicht mehr. Mit einem Rückgang von 5,1 Prozent oder neun Betroffenen liegt die PI Diepholz deutlich über der PD Oldenburg (Minus 3,7 Prozent). Landesweit war die Quote der Schwerverletzten um 2,1 Prozent gesunken.

165 folgenschwere Verkehrsunfälle

Das Verletzungsrisiko auf den Straßen im Landkreis Diepholz spiegelten aber vor allem die 165 folgenschweren Verkehrsunfälle mit den 169 Schwerverletzen und den zwölf Toten wider – es waren 3,1 Prozent mehr solcher Unfälle als im Vorjahr, so Rehling.

Bei 93 aller Verkehrsunfälle waren Alkohol oder Drogen im Spiel – 14 davon hatten Fahranfänger verursacht. Insgesamt war die Gruppe der jungen Fahrer (bis 24 Jahre) für 534 Karambolagen verantwortlich – und damit für deutlich mehr als noch im Vorjahr (337). 30 Menschen waren dabei schwer und 158 leicht verletzt worden. Der Anteil junger Fahrer als Verursacher betrug am Gesamt-Unfallgeschehen 14,5 Prozent, rechnete Rehling vor.

Auch die Zahl der Unfälle, die Senioren (ab 65 Jahre) verursacht hatten, war enorm gestiegen – von 313 auf 589. Damit waren Senioren für 16 Prozent aller Unfälle im Landkreis verantwortlich. Bei den über 75-Jährigen, von denen deutlich weniger am Steuer sitzen, waren es 8,4 Prozent. „Das zeigt Handlungsbedarf“, hieß es gestern – zumal bei den Senioren-Unfällen drei Menschen getötet, 21 schwer und 146 leicht verletzt worden waren.

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