Fußballturnier der besonderen Art begeistert 30 Mannschaften

Dreck-Sport: Mit Vollgas ab ins Moor

Schlammbedeckt und trotzdem noch ehrgeizig: Beim Moorfußball suhlen sich die Teilnehmer förmlich auf dem Spielfeld. Ihren Ursprung hat die Sportart in Finnland. Diesmal kämpften Fans des Dreck-Sports in Lembruch. - Fotos: Brauns-Bömermann

Lembruch - Von Simone Brauns-Bömermann. Das Moor steht üblicherweise für Ruhe, Wasser und Mystik. Moor ist Lieferant für gesunde Körper-Packungen. Trotzdem kostet es viele Menschen Überwindung, sich ganz und gar diesem Element hinzugeben. Bei der 4. Deutschen Moorfußball-Meisterschaft in Lembruch lieferten Morast und Feuchtigkeit allerdings den Spaßfaktor, sich mit ganzem Körpereinsatz in das braune Element zu stürzen.

Da macht es wenig, wenn Schuhe verloren gehen, der Ball wie vom Erdboden verschluckt ist – oder nur noch sich durch den Schlamm robben hilft. 30 Mannschaften frönen dem schweißtreibenden Sport mit dem Ziel, die Erde noch ein wenig mehr als vorbereitet zu durchwühlen. „Wir feiern Fußball!“, so lautet das Motto der Meisterschaft mit Festival-Charakter am Dümmer. Die Grenzen zwischen Spiel, Spaß und Party verschwimmen. Die Kraftdisziplin „Widerstand gegen den schweren Boden“ kennt jeder, der schon einmal im Wattenmeer gewandert ist. Doch beim Moorfußball kommt das Robben als Kraftdisziplin noch hinzu. Und wer sich richtig ins Zeug legt, der suhlt sich bei dieser Sportart so richtig im feuchten Untergrund. 

Deshalb spielt die Trikotfarbe nach dem Spiel nicht mehr wirklich eine Rolle. Fehlinvestiert die Trikotwerbung, die nach dem ersten Spiel ohnehin nicht mehr zu lesen ist und sich in ein schlammiges Einheitsbraun verwandelt hat. Trotzdem flaggen die Mannschaften auf ihren Trikots das aus, was sie beim Moorfußball empfinden: Spaß. 1.FC Haudaneben, FC Moor, Slumdogs, Die Matschtastischen und DMDDT (Die mit dem Dreck tanzen) können die Zuschauer da entziffern. 

Die Teilnehmer an der vierten Deutschen Meisterschaft starten in drei Ligen: Herren, Damen und Business/Mixed. Wie bereits bei der ersten Deutschen Meisterschaft in Rieste bei Osnabrück nehmen rund 30 Mannschaften teil.

Der Veranstalter „Herzblut“ aus Bramsche: „Sieger sind schon die, die nicht sauber, aber lachend vom Platz gehen“. Sauber ging am Ende keiner vom Platz. Silvia Lange, DJane aus Lembruch, hatte die „Meute“ aber gut im Griff: „Bevor ihr alle Duschen verstopft auf den Zeltplätzen, geht in die Gräben und in den Dümmer und nehmt eine Vorwäsche, bitte!“

Deutsche Meisterschaft im Moorfussball

Das taten die meisten auf ihrem Weg in die Pause. Campingplatzbesitzer von „Tiemanns Hof“, Friedrich Eickhoff, der kurzfristig vor dem Event Weide- und Ackerfläche zur Verfügung stellte für die Spielflächen, schaute immer mal wieder rein: „Das ist gut für Lembruch und den Tourismus in der Natur, da habe ich gerne geholfen.“

Er stellte zusätzlich noch eine Scheune für die Partys „danach“ zur Verfügung. In Finnland, wo der Moorfußball 1998 seinen Ursprung hatte, nehmen heute jährlich bis zu 250 Teams mit bis zu 5 000 Spielern teil. 

Aus einer aus einer Verlegenheit geborenen Idee, die der Ski-Mannschaft in Ukkohalla ein Sommertraining auf moorigem Untergrund bieten sollte, wurde ein Wettkampf mit Hochspaß-Quote.

Erster Preis war jeweils eine Reise zur Weltmeisterschaft nach Finnland. Gewinner in Lembruch wurden: Bei den Damen das Team „Volters United“ aus Tappenbeck; bei den Herren der „Pumpen-Club“ aus Rieste; in der Kategorie Business/Mixed „Balladasdarayn-Talge“.

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