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Dr.-Kinghorst-Schule: Diepholzer Boxer haben Hallen-Problem

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Von: Eberhard Jansen

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Boxer der Sportgemeinschaft Diepholz mit ihrem Trainer Horst Johanning (rechts) vor der alten Sporthalle der Dr.-Kinghorst-Schule, die sie nach fast zwei Jahren gern wieder zum Training nutzen würden, da es in Diepholz nur dort Vorrichtungen für diesen Sport gibt.
Boxer der Sportgemeinschaft Diepholz mit ihrem Trainer Horst Johanning (rechts) vor der alten Sporthalle der Dr.-Kinghorst-Schule, die sie nach fast zwei Jahren gern wieder zum Training nutzen würden, da es in Diepholz nur dort Vorrichtungen für diesen Sport gibt. © Jansen

Aus dem Komplex der Dr.-Kinghorst-Schule an der Hindenburgstraße will die Stadt Diepholz einen neu konzeptionierten Bildungsstandort machen, eine moderne, zukunftsfähige Schule. Der praktische Planungsprozess ist jetzt gestartet. Zum dem Bereich gehört auch die alte Sporthalle. Und diese wollen die Boxer der SG Diepholz aus einem bestimmten Grund wieder nutzen.

Diepholz - Die Schulgebäude und die beiden dazu gehörenden Sporthallen hatte die Stadt Diepholz nach einem Beschluss des Rates für knapp eine Million Euro vom Landkreis gekauft. Da die Förderschule „Lernen“ ausläuft, benötigte der Landkreis Diepholz das Gebäude der Dr.-Kinghorst-Schule in der Form nicht mehr. Träger der Grundschule an der Hindenburgstraße – ebenfalls in dem Komplex – ist die Stadt.

Die Dr.-Kinghorst-Schule an der Hindenburgstraße soll nach dem Kauf durch die Stadt Diepholz zu einem neuen Bildungsstandort umgestaltet werden.
Die Dr.-Kinghorst-Schule an der Hindenburgstraße soll nach dem Kauf durch die Stadt Diepholz zu einem neuen Bildungsstandort umgestaltet werden. © Jansen

Neugestaltung des Schulareals: „Keine Denkverbote“

Bis November soll die Art der Neugestaltung geplant sein. Das berichtete Stadtverwaltungs-Fachdienstleiterin Petra Hage am Donnerstag in der öffentlichen Sitzung des städtischen Schulausschusses im Rathaus: „Ziel ist, den historischen Bestand zu erhalten, sofern das wirtschaftlich darstellbar ist.“ In dem Gebäude war von 1923 bis 1974 das Gymnasium Graf-Friedrich-Schule (GFS). Es solle aber keine Denkverbote für die Neugestaltung geben, so Petra Hage. Wichtig sei, dass sich die Nutzer mit dem Gebäude identifizieren, deshalb würden sie in den Planungsprozess mit eingebunden. Dazu gibt es Workshops mit Lehrern, Schülern und möglichen Kooperationspartnern sowie nach den Sommerferien auch mit Diepholzer Politikern. Bis Ende des Jahres soll feststehen, ob es eine Sanierung, ein Umbau oder ein Neubau wird. Das Ergebnis – das architektonische Vorkonzept – präsentiert die Stadt laut Planung am 17. November öffentlich im Schulausschuss. Im nächsten Jahr soll es auf der Basis dieses Vorkonzeptes (mit Kostenschätzung) einen Architekturwettbewerb geben.

Den Planungsauftrag hatte die Stadt Diepholz an ein Bremer Büro vergeben, das fachliche Kompetenz im Bereich Pädagogik und Architektur besitze. Start des Planungsprozesses war am 4. Mai mit einer Begehung von Grundstück und Gebäuden.

Corona-Nachverfolgung in alter Sporthalle

Die alte Sporthalle an der Hindenburgstraße gehört zu dem von der Stadt gekauften Areal. Diese möchten die Boxsportler der SG Diepholz gern wieder nutzen. Problem der Boxer: In der Halle hatten Landkreis Diepholz und Robert-Koch-Institut im Oktober 2020 eine Corona-Kontaktnachverfolgung mit 36 Telefon- und Computerplätzen eingerichtet. Für den Sport steht die Halle seitdem nicht mehr zur Verfügung.

Die von Horst Johanning betreuten Boxer können zwar in der neueren Kinghorst-Sporthalle auf dem Gelände trainieren, doch dort fehlen für diese Sportart spezifische Vorrichtungen. Mit Leistungsträgern seiner Sportlergruppe fährt Box-Trainer Horst Johaning deshalb zu Einrichtungen in Wallenhorst und Hannover.

Für Boxsport keine Trainingsalternative

Auf Nachfrage unserer Zeitung bei der Stadt Diepholz kam eine Nachricht, die die Boxer nun hoffen lässt: „In diesem Sommer wird die Kontaktnachverfolgung in anderweitige Räume verlegt. Ein genauer Zeitpunkt steht allerdings noch nicht fest“, so die Stadtverwaltung. Eine adäquate Trainings-Alternative könne den Boxsportlern leider derzeit nicht angeboten werden, da keine andere Sporthalle in der Stadt über die erforderlichen Bodenhülsen für den Aufbau eines Boxringes beziehungsweise für den Einsatz von Doppelendbällen verfüge.

Die Stadtverwaltung: „Sobald die Halle nicht mehr für anderweitige Zwecke, wie aktuell die Kontaktnachverfolgung, benötigt wird, wird sie den Boxsportlern gern wieder für ihr Training zur Verfügung gestellt.“

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