Diepholzerin Janine Döring macht sich als Reittherapeutin selbstständig

Mit Pferden den Menschen Gutes tun

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Janine Döring mit „Sulti“: Die Diepholzerin hat sich als Reittherapeutin selbstständig gemacht.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. „Sulti“ ist die Ruhe selbst. Auch unbedarfte Berührungen, schnelle Bewegungen oder laute Geräusche nimmt er nicht übel. Der achtjährige Haflinger-Wallach ist ein Therapiepferd. Die Arbeit mit ihm kann Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen helfen. „Sultis“ Besitzerin Janine Döring hat sich nach anderthalbjähriger Ausbildung nun als Reittherapeutin in Diepholz selbstständig gemacht.

Pferde waren schon immer ihre Leidenschaft. „Noch bevor ich laufen konnte, habe ich reiten gelernt“, erzählt die heute 26-Jährige. Im Springsport schaffte die Diepholzerin es bis zur erfolgreichen Teilnahme an den Norddeutschen Meisterschaften. Vor zwei Jahren hat sie erkannt, dass sie mit Pferden auch Menschen Gutes tun kann. Damals fragte die Mutter eines Jungen bei ihr an, ob er mal ihre Pferde besuchen und streicheln dürfte. Nach anfänglicher Zurückhaltung – es waren ja Sportpferde – stimmte Janine Döring zu und sah, wie das stark unruhige Kind durch den Umgang mit den Pferden Ruhe fand.

Janine Döring erkannte das als Möglichkeit, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Sie trat eine Ausbildung beim Bildungsinstitut für Reittherapie an.

Nach erfolgreichem Abschluss baut die 26-Jährige nun ihre berufliche Selbstständigkeit langsam auf – neben ihrem Beruf als Speditionskauffrau.

Bislang therapiert sie zwei Kinder. Bei einem von Geburt an teilweise gelähmten Mädchen lösen sich zum Beispiel nach einiger Zeit Spastiken, wenn es auf dem Therapiepferd sitzt, was langsam herumgeführt wird. „Pferde haben eine höhere Körpertemperatur als Menschen“, erklärt Janine Döring. Das kann unter anderem Muskelverspannungen lockern.

Aber auch bei geistigen Beeinträchtigungen und Behinderungen kann Reittherapie sinnvoll sein. Im Umgang mit dem Pferd können Kinder wie Erwachsene ihr Selbstbewusstsein stärken und neue Gefühle wahrnehmen. Ängste, Burnout oder andere geistige Erkrankungen können durch die Reittherapie unterstützend behandelt werden.

Das, was Menschen mit Behinderungen können, wird dabei in den Vordergrund gestellt. Nicht ihre Defizite. Die im Umgang mit dem Pferd hervorgerufenen Gefühle sind im Grundsatz vergleichbar mit der bei einer Delfin-Therapie. Wie diese ist das Angebot von Janine Döring keine medizinische Behandlung. Demzufolge wird die Leistung von Krankenkassen nicht anerkannt und ist privat zu tragen.

Für Janine Döring, die neben „Sulti“ noch den Schwarzwälder Kaltblüter „Freddy“ als Therapierpferd hat, gibt es einen ganz wichtigen Aspekt: Wenn Kinder wie auch Erwachsene nach der Reittherapie-Stunde mit einem Lächeln im Gesicht den Hof an der Dr.-Jürgen-Ulderup-Straße 6 in Diepholz verlassen, empfindet sie immer das Glück, den richtigen Beruf gewählt zu haben.

www.jd-reittherapie.de

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