Sperrmüll erhält zweites Leben

Diepholzerin Ingried Radons füllt ihr Atelier mit Botschaften

Die Diepholzer Künstlerin Ingried Radons verleiht vermeintlich nutzlosen Gegenständen, wie alten Radkappen, durch ihre Kunst ein neues Leben und will damit eine Botschaft vermitteln.
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Die Diepholzer Künstlerin Ingried Radons verleiht vermeintlich nutzlosen Gegenständen, wie alten Radkappen, durch ihre Kunst ein neues Leben und will damit eine Botschaft vermitteln.

Diepholz – Von herrenlosen Radkappen am Wegesrand bis hin zu ausrangierten Pferdegeschirren erhalten bei Ingried Radons viele Dinge ein zweites Leben. Mit ihrer Kunst aus Sperrmüll und vermeintlich nutzlosen Haushaltsgegenständen will die 71-jährige Diepholzerin eine Botschaft vermitteln.

„Für mich ist mein Atelier eine Schatzkammer und mein ganz eigenes Paradies“, erklärt die ambitionierte Künstlerin beim Betreten des Raumes an der Hindeburgstraße.

Mit 64 Jahren habe die Kunst sie überfallen. „Es war zu der Zeit eine Ausnahmesituation für mich. Ich habe mich mit meiner Schwester um unsere Eltern gekümmert. Als ich dann weniger Zeit für Freunde hatte, ist in mir das Bedürfnis nach etwas Schönem und Buntem gewachsen“, beschreibt die Diepholzerin ihre künstlerische Findungsphase.

Von da an verzierte Radons Kerzenständer und Stehlampen mit verschiedenen Alltagsgegenständen und glitzerndem Weihnachtsschmuck. „Weiter ging es beispielsweise mit einem alten Pferdegeschirr, das mir ein Bekannter anbot. Auch eine Wasserpfeife habe ich verarbeitet.“

Künstlerin sieht sich als Umweltschützerin

Die 71-jährige Künstlerin sieht sich ein Stück weit als Umweltschützerin, da sie Radkappen vom Wegesrand einsammelt und bei ihrer Kunst mit einbaut. Karton erhalte sie von örtlichen Supermärkten.

Es stecke viel Arbeit in den einzelnen Figuren. Ungefähr vier bis sechs Wochen arbeite sie an einem Exponat.

Auch persönliche Gegenstände, wie Erinnerungsstücke von ihren Eltern, verarbeitet Ingried Radons in ihren Bildern und Skulpturen. Kleine Auftragsarbeiten, bei denen die Diepholzerin persönlichen Erinnerungsstücken neues Leben verleiht, würde sie gerne anbieten.

Alltag dient als Inspiration

Inspiration für ihre Skulpturen erhalte die 71-Jährige aus ihrem Alltag: „Ich bin aufgeschlossen und mir liegt die Umwelt am Herzen. Auf der Couch kommen mir meist Ideen und ich würde sagen, dass ich ein ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen besitze“, sagt sie.

Ihre Kunst sei ein Ausdruck ihrer Lebensfreude. Aber auch eine Botschaft stecke hinter den Exponaten aus Sperrmüll: „Dinge sollten gerettet werden und nicht einfach im Müll landen. Das sollten wir bereits den Kindern mitgeben und sie animieren, Schubladen aufzumachen und vergessenen Gegenständen durch Kunst ein Eigenleben zu verschaffen.“

Radons stellt ihre Kunstobjekte in einem privaten Atelier auf Anfrage vor.

Sie könne sich aber vorstellen, auch in der Diepholzer Innenstadt einen größeren Leerstand mit ihren Bildern und Skulpturen zu füllen.

Leerstände durch Kreativräume füllen

Kontakt habe sie diesbezüglich mit Bernd Öhlmann, Geschäftsführer der Diepholzer Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing (Wista), aufgenommen.

„Ich stehe dem Konzept positiv gegenüber, einige Leerstände in der Stadt in Form von Kreativräumen zu füllen. Hierzu ist jedoch Budget durch Sponsoren nötig und die Eigentümer müssen sich dazu bereit erklären, die Räume kostenlos zur Verfügung zu stellen“, erklärte Öhlmann auf Anfrage der Redaktion. Ein solches Konzept habe der Wirtschaftsförderer bereits 2018 vorgestellt. Teilweise seien Schaufenster-Fronten Künstlern zur Verfügung gestellt worden. Mit „Kunst in der City“ biete die Stadt Künstlern weitere Möglichkeiten. „Die Idee Leerstände in Diepholz mit Kunst zu füllen ist nicht brandneu. Teilweise machen wir das schon“, so Öhlmann.

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