Diepholzer „World of Video“-Filiale geschlossen

Düsterer Blick in die Zukunft: „Videotheken sterben aus“

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Wenige Stunden vor der Schließung der Diepholzer Videothek „World of Video“ konnte das Team trotz Traurigkeit noch lächeln (von links): Hauke Finkenzeller, Dörte Stierle, Nele Rauer, Nicole Schmidt und Ina Matthes.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Das Team ist traurig. Zum letzten Mal kommen Filialleiter Hauke Finkenzeller und seine Mitarbeiterinnen gestern Abend zusammen. Es ist der letzte Öffnungstag der Diepholzer Videothek „World of Video“ am Heldenhain. Es soll ein gemeinsames Gläschen Sekt zum Abschied geben. Nach 17 Jahren ist Schluss. Das Internet hat wieder einen Tribut gefordert.

„Seit Jahren gab es einen Umsatzrückgang – langsam, aber ständig“, blickt Hauke Finkenzeller zurück. Sein Blick in die Zukunft: „Videotheken sterben aus!“ Er selbst hat noch keinen Nachfolge-Job gefunden.

1998 eröffnete die große in Limburg ansässige Videotheken-Kette „World of Video“ die Diepholzer Filiale am Heldenhain. Filme aus diversen Genres und Spiele standen zum Verleih oder Verkauf. „Die meisten Kunden liehen die aktuellen Filme aus, die sie vielleicht im Kino verpasst hatten oder lieber zu Hause sehen wollten. Die Filme hätten etwa 80 Prozent des Umsatzes ausgemacht. Andere – auch Erotik – sei nur noch ein Randbereich gewesen. Trotzdem habe die „World of Video“ immer ein breites Angebot gehabt und für Kunden auch seltene Filme besorgt, berichtet Finkenzeller.

Doch dann wurde die Internet-Nutzung immer verbreiteter. Für viele ist es heute normal, Filme online zu sehen und sich ihr eigenes Fernsehprogramm unabhängig von Sendezeiten zu gestalten. Immer mehr Kunden sparen sich den Weg in die Videothek.

8000 DVDs und Blu-Rays waren im Verleih der Diepholzer „World of Video“-Filiale.

Sie standen in den vergangenen Wochen zum Verkauf. Etwa 3000 seien übrig geblieben, sagte Filialleiter Hauke Finkenzeller. Diese werden nun an andere „World of Video“-Filialen verteilt. Die Diepholzer Mitarbeiterinnen helfen in den nächsten Tagen noch, die Regale leer zu räumen.

Gestern am letzten Öffnungsabend sind auch einige Stammkunden da, um „Auf Wiedersehen“ zu sagen. „Es war die nette Bedienung, die diese Videothek ausmachte“, meint einer von ihnen.

Nicole Schmidt kennt ihre Kundschaft. Sie ist von Anfang an – seit dem Jahr 1998 – dabei, hat die Filiale zeitweise geleitet. Ein besonderes Erlebnis? Nicole Schmidt bleibt diskret: „Nichts für die Öffentlichkeit“, lacht sie.

„Auch in Großstädten machen Videotheken zu, da gibt es in vielen Bezirken nur noch eine, weil die Kundschaft nicht mehr für mehrere reicht“, weiß Hauke Finkenzeller.

In Diepholz existiert nun nur noch eine Videothek: „Empire“ an den Langen Straße 60 (mit zweitem Eingang am Lappenberg). Dort gibt es laut einer Mitarbeiterin keine Schließungspläne.

Die bisherige „World-of-Video“-Filiale am Heldenhain wird nun (wie berichtet) zu einem Flüchtlingsheim umgebaut. Das Gebäude gehört der Stadt Diepholz.

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