„Die Welt steht Kopf“

Diepholzer Skulpturenpfad ist wieder dichter geworden

Intensive Arbeit unter der Brücke für das Projekt „Die Welt steht Kopf“.

Diepholz - Von Sven Reckmann. Der Skulpturenpfad, der Diepholz mit dem Dümmer verbindet, ist wieder ein Stück dichter geworden. Das jüngste Werk in der Skulpturenreihe steht an der Moorstraße – dieses Mal ist eine Straßenbrücke (unter der Ortsumgehung/B51) zum Kunst-Ort gestaltet worden. Es geht um Themen wie Gaffer im Straßenverkehr, es geht um die Macht der Sozialen Medien sowie um Vermüllung der Landschaft.

Schon bei den Bauarbeiten habe sich gezeigt: das Werk verleitet Passanten zum Innehalten, Anschauen und Diskutieren, berichtet Skulpturenpfad-Projektpate Ulrich Halfpap.

Soziale Netzwerke künstlerisch aufgreifen

„Die Welt steht Kopf“ heißt ein Projekt, mit dem sich Schüler des Berufsbildungszentrums Dr. Jürgen Ulderup im vergangenen halben Jahr eingehend beschäftigt hatten. Am Anfang stand eine Idee des Künstlers Gerd Müller aus Petershagen, der unter dieser Überschrift das Thema soziale Netzwerke künstlerisch aufgreifen wollte. Seine „Visitenkarte“ sind aus Metallplatten ausgeschnittene Figuren, die in die Werke eingebaut werden sollten.

Halfpap brachte den Künstler mit Schülern aus der Klasse 12 der Fachoberschule Gestaltung unter der Leitung von Lehrerin Monika Windels zusammen. Man ließ die Gedanken kreisen und diskutierte. Nach Recherche und Referaten sowie einem intensiven kreativen Prozess bildeten sich vier Arbeitsgruppen heraus, die Ende März ihre Projekte im Beisein des Künstlers vor Mitgliedern der Skulpturenpfad-Arbeitsgruppe im Modell vorstellten.

Gaffer, Plastikmüll und Pac-man

Eine Idee setzte das zunehmende Problem der „Gaffer“ bei Verkehrsunfällen und der fehlenden Rettungsgasse in Szene.

Die zweite ließ die Figuren in einer Welle aus Plastikmüll fast untergehen.

Eine dritte Gruppe hatte sich das Labyrinth des Pac-man-Spiels als Vorbild genommen, in dem die Menschen von Sozialen Medien unaufhaltsam aufgefressen werden. Konsum und Abhängigkeit soll dieses Bild verdeutlichen.

Die vierte Gruppe entwarf eine übergroße Figur, die einen Bildschirm trägt, durch den hindurch die Logos sozialer Netzwerke zu sehen sind. Kernaussage: totale Durchleuchtung des Menschen.

Kurz vor den Ferien ging es an die konkrete Umsetzung. „Drei Tage lang wurde richtig intensiv gearbeitet“, berichtete Halfpap. Die Ferien setzten dem Vorhaben eine unverrückbare Grenze, denn die Entlassschüler entschwanden danach verständlicherweise „in alle Himmelsrichtungen“.

An der Bundesstraße mussten auch rechtliche Fragen geklärt werden

Aber die Umsetzung wurde geschafft. Mehrere technische Absprachen zwischen Halfpap und dem Leiter der Straßenmeisterei Diepholz, Wolfgang Schwiering, ebneten die Verwirklichung vor Ort. Schließlich gehört das Brückenbauwerk zur Bundesstraße. Schwiering stellte die notwendigen Sicherungszeichen zur Verfügung und war Bindeglied zu seiner Behörde nach Nienburg und Hannover. Womit auch der rechtliche Rahmen gesichert war, wie Halfpap erklärte.

Die beiden Großbilder „Pac-Man“ und „Rettungsgasse“ wurden von zwei eigenständig und intensiv arbeitenden Schülerinnengruppen „gemalt“.

Der Aufbau der Garbione zum Thema Müllflut (gefüllt mit gequetschten Plastikflaschen) wurde von Helmut Henke und Ulrich Halfpap durchgeführt, ebenso wie die Bildschirm-Figur aus Cortenstahl. Das Anbringen der Icons übernahmen wiederum die Schüler.

„Alle Beteiligten sollte das Werk stolz machen“

Andreas Hehmann von der Stadtverwaltung veranlasste dann abschließend, dass zwei Sicherheitspoller gesetzt wurden, damit Verkehrsteilnehmer nicht mit den Kunstwerken kollidieren.

Nun wird noch eine Hinweistafel mit vielen Hintergründen und den beteiligten Personen installiert. Sie wird gerade gefertigt.

„Es war eine intensive, gelungene Sache“, resümiert Halfpap.

Viel Freude bereiteten bei den Beteiligten auch die vielen Nachfragen und Hinweise der Passanten. „Am letzten Arbeitstag wurden die Mitwirker in drei Stunden etwa 20 Mal auf die verschiedenen Skulpturen angesprochen“, berichtete Halfpap. „Dies sollte doch als ein sehr positives Signal gesehen werden und alle am Prozess beteiligten Personen stolz machen“, sagte Halfpap.

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