Diepholzer Rinderzüchter sorgen sich

Landwirt und Jäger entdecken drei Wolfsrisse in vier Tagen

Rund 300 Meter von seinen Vieh-Weiden entfernt entdeckte Heinfried Sudmann in Feldern und Wassergräben die Überreste von Rehen.
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Rund 300 Meter von seinen Vieh-Weiden entfernt entdeckte Heinfried Sudmann in Feldern und Wassergräben die Überreste von Rehen.

Sankt Hülfe / Wetschen – Viel ist von dem Rehbock und den zwei Ricken nicht übrig geblieben. Innerhalb von vier Tagen entdecken Anwohner nordwestlich des Wetscherhardts die Überreste von drei gerissenen Wildtieren. Die Annahme ist groß, dass es sich bei den Angreifern um eine Gruppe von Wölfen handelt.

„So nah an unserem Hof hat es bisher noch keine Risse durch Wölfe gegeben“, sagt Milchhof-Betreiberin Anke Wiechering-Sudmann. Innerhalb von vier Tagen fanden ihr Mann Heinfried sowie Jäger und Anwohner Jörg Oelmann insgesamt drei Wildtiere, die augenscheinlich Wölfen zum Opfer gefallen waren.

„In der Nacht von Freitag auf Samstag haben Mitarbeiter von uns drei Wolfs-ähnliche Tiere auf dem Hof gesehen. Das ist doch hier bei uns kein Selbstbedienungsladen“, so Heinfried Sudmann beunruhigt, dass seinen Tieren etwas zustoßen könnte.

Sicherheitshalber haben die Landwirte ihre 15 Galloway-Rinder und 20 Milchkühe von der Weide, die rund 300 Meter von den Fundorten der gerissenen Rehe entfernt liegt, in den Stall gebracht.

„Wir haben umgehend einen Wolfszaun beantragt und werden diesen nach der Genehmigung schnellstmöglich installieren“, sagt der Landwirt.

Anwohner und Jäger Jörg Oelmann entdeckte eines der drei gerissenen Tiere und ist verwundert, dass die Raubtiere so dicht an seiner Bebauung Wildtiere reißen. „Andererseits ist das nichts Ungewöhnliches, da es in Nachbargemeinden, wie Barnstorf, auch vorgekommen ist“, so Oelmann.

Einschätzung vom Wolfsberater

Dr. Marcel Holy, Wolfsberater für den Landkreis Diepholz, hat Proben von den gerissenen Tieren genommen. Anhand dieser kann er die Genetik der Angreifer nachweisen.

„Ich gehe nach Sichtung der Überreste von einer Wolfsbeteiligung aus. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es in diesem Fall mehrere Tiere gewesen sind“, so Holy.

Zuletzt hatte es in Cornau einen Angriff von Wölfen auf ein Jungrind gegeben. Deshalb schließt der örtliche Wolfsberater mögliche Angriffe auf die angrenzenden Weidetiere der Familie Wiechering-Sudmann nicht aus.

Seitdem im Oktober vergangenen Jahres eine Rudel-Wölfin totgefahren worden war, sei es ruhig geworden. Jetzt gab es jedoch bereits mehrere Wolfsrisse innerhalb weniger Wochen.

„Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten und ist noch komplett offen. Ob die Angriffe auf Nutztiere jetzt Ausnahmen waren, oder das Rudel Gefallen daran gefunden hat, Nutztiere zu attackieren, ist bislang Spekulation“, sagt der Wolfsberater des Landkreises Diepholz.

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