Lok für Schulungszwecke gemietet

Diepholzer Kreisbahn bildet Lokführer aus

Matthias Huck (hinten) und Heiko Lüers im Führerstand der Lok 143 012, die der Diepholzer Kreisbahn für einige Tage für Schulungszwecke zur Verfügung stand.
+
Matthias Huck (hinten) und Heiko Lüers im Führerstand der Lok 143 012, die der Diepholzer Kreisbahn für einige Tage für Schulungszwecke zur Verfügung stand.

Diepholz – Für Generationen von Kindern war „Lokführer“ der Traumberuf schlechthin. Doch das ist Historie. „Das Image dieses Berufes hat sich total verändert, zum Negativen“, erklärt Matthias Huck, Geschäftsführer der Diepholzer Kreisbahn Unternehmensgruppe (DKB).

Große und kleinere Eisenbahnunternehmen klagen gleichermaßen über wachsende Personalsorgen. „Lokführermangel“ - ein Begriff, den bis vor einigen Jahren noch niemand kannte. Huck möchte etwas dagegen tun und kümmert sich unter anderem um den beruflichen Nachwuchs: „Eine zertifizierte Ausbildung bieten wir dazu an!“ Zielgruppe seien besonders Quereinsteiger. Voraussetzungen für sie seien eine abgeschlossene Berufsausbildung - egal, in welchem Bereich - und eine körperliche sowie psychologische Eignung.

Ob die ausgebildeten Lokführer dann später für die Diepholzer Kreisbahn im Einsatz sein wollten oder für andere Unternehmen, bleibe ihnen überlassen.

1984 für die damalige Deutsche Reichsbahn der DDR gebaut: Lok 143 012 im Diepholzer Bahnhof.

Rund zwölf Monate dauere es, sich zum Lokführer ausbilden zu lassen. „Manche können das auch schneller, aber das halten wir nicht für gut“, erklärt Matthias Huck, dem mit Heiko Lüers als örtlichem Betriebsleiter ein erfahrener Fachmann zur Seite steht.

Lokomotve aus der ehemaligen DDR

Für die praktische Ausbildung hatte die Diepholzer Kreisbahn im Dezember eine von der Deutschen Bahn für einige Tage angemietete Lokomotive der Baureihe 143 zur Verfügung. Lok 143 012 war 1984 in Henningsdorf gebaut worden und an die damalige Deutsche Reichsbahn der DDR ausgeliefert worden. Nach der Wende war sie in verschiedenen Teilen Deutschlands als Zuglok für Regionalzüge im Einsatz. Die Diepholzer Kreisbahn verfüge seit Längerem über einen Rahmenvertrag mit der Deutschen Bahn Regio. Man miete dort häufiger benötigte Loks an. Matthias Huck und Heiko Lüers möchten auch gerne einen zweiten modernen Fahrsimulator anschaffen. „Das ist nicht ganz billig, eine Investition im sechsstelligen Bereich“, betont Huck.

Diepholzer Kreisbahn Holding

Die Diepholzer Kreisbahn Holding ist nach eigenen Angaben eine Unternehmensgruppe mit mehren Firmierungen und 15 Mitarbeitern am Standort Diepholz. Zur Holding gehören demnach die Diepholzer Kreisbahn Holding GmbH, die Diepholzer Kreisbahn Erails GmbH, die Diepholzer Bahndienstleistungen (DBD) GmbH &Co. KG sowie die Diepholzer Kreisbahn EVU GmbH. Der Name Diepholzer Kreisbahn sei namensrechtlich geschützt. Zu seinen Aufgaben zählt das Unternehmen unter anderem die Instandhaltung sowie die Wiederherstellung von Trassen und Bahnhöfen sowie die Entwicklung eines Verkehrsprogramms für den Tourismus zur Erschließung der Region für den Fremdenverkehr, aber auch die Bereitstellung von Quell- und Zielgüterverkehr für die regionale Industrie mit der Bahn als umweltfreundlichem Transportmittel in enger Kooperation mit der Deutschen Bahn.

Die DKB habe im Bahnhof Diepholz und im benachbarten alten Verwaltungsgebäude zwei Etagen angemietet, darunter auch einen Schulungsraum. Dem Sektor Ausbildung wolle man zukünftig noch mehr Aufmerksamkeit schenken. „Ich hätte mir auch gut vorstellen können, hier direkt am Bahnhof im Hotel Steuding ein Ausbildungszentrum anzusiedeln“, erklärt Matthias Huck weiter.

Bei der DKB gehe man davon aus, dass dem schienengebundenen Verkehr in den nächsten Jahren eine noch deutlich größere Bedeutung zugemessen werde. Entsprechende Weichen seien schließlich von politischer Seite gestellt worden. Und er votiert für die Wiederöffnung stillgelegter Bahnstrecken, um neue Perspektiven anbieten zu können;: „Für den Güterverkehr, aber genauso auch für den Personenverkehr!“ Eine Wiederinbetriebnahme des Sulinger Kreuzes würde dabei nicht nur neue Perspektiven für Unternehmen bieten können, die ihre Güter derzeit noch auf der Straße transportieren, sondern könne beispielsweise auch die Fahrstrecke der Autozüge von Rehden in Richtung Wolfsburg um nahezu 100 Kilometer verkürzen und dabei Fahrzeit wie auch Kosten sparen. Für einen Teilabschnitt von Sulingen nach Nienburg bestehe seit Längerem ein Pachtvertrag mit dem privaten Eigentümer der Strecke. Die solle 2022 für Ausbildungszwecke genutzt werden - „angefangen mit dem Freischnitt durch unsere Zweiwegebagger“, erklärt Heiko Lüers.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Infiziert, aber negativ getestet: Wie sicher sind Testzentren?

Infiziert, aber negativ getestet: Wie sicher sind Testzentren?

Infiziert, aber negativ getestet: Wie sicher sind Testzentren?
Schützenkönig: „Ohne Tanz trete ich nicht ab“

Schützenkönig: „Ohne Tanz trete ich nicht ab“

Schützenkönig: „Ohne Tanz trete ich nicht ab“
Rettungswache muss Alltag an Corona-Gefahren anpassen

Rettungswache muss Alltag an Corona-Gefahren anpassen

Rettungswache muss Alltag an Corona-Gefahren anpassen
Bruchhausen-Vilsen plant voller Zuversicht das Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehren

Bruchhausen-Vilsen plant voller Zuversicht das Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehren

Bruchhausen-Vilsen plant voller Zuversicht das Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehren

Kommentare