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Diepholzer Innenstadt: Freiräume mit erhöhter Aufenthaltsqualität

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Von: Eberhard Jansen

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Zum Abriss ist das Haus Lange Straße 11 vorgesehen. Wann, das steht noch nicht fest. Der 4 000 Quadratmeter große Bereich zwischen diesem Gebäude und dem Haus Lange Straße 8 soll neu gestaltet werden.
Zum Abriss ist das Haus Lange Straße 11 vorgesehen. Wann, das steht noch nicht fest. Der 4 000 Quadratmeter große Bereich zwischen diesem Gebäude und dem Haus Lange Straße 8 soll neu gestaltet werden. © -

Diepholz – Schon 2018 und im zweiten Schritt Anfang 2019 hat die Stadt Diepholz die Grundstücke Lange Straße 8 bis 11 gekauft. Getan hat sich bislang auf dem 4 000 Quadratmeter großen Areal, das sich nördlich an die Fußgängerzone anschließt, noch nichts.

„Gute Entscheidungen benötigen Zeit und eine intensive Vorbereitung. Dies gilt insbesondere auch für ein Projekt an dieser zentralen Stelle der Stadt. So etwas lässt sich nicht in wenigen Monaten planen und umsetzen“, hatte Bürgermeister Florian Marré damals bei der Bekanntgabe des Grundstückskaufes gesagt, für den die Stadt 1,09 Millionen Euro in die Hand nahm, wovon 670 000 Euro Zuschüsse aus Städtebaufördermitteln waren.

Er gehe von einem mehrjährigen Projekt aus und sei gegen „Schnellschüsse“. Mit seiner zeitlichen Einschätzung sollte Bürgermeister Marré recht behalten. In diesem Jahr wird sich aber offenbar etwas tun – zumindest werden die Planungen für das Grundstück konkreter, dessen Ausmaße von der Langen Straße durch die jetzige alte Bebauung kaum ersichtlich sind.

Das Haus Lange Straße 8a im rückwärtigen Teil des Gebietes soll abgerissen werden.
Das Haus Lange Straße 8a im rückwärtigen Teil des Gebietes soll abgerissen werden. © Jansen

In der jüngsten Sitzung des städtischen Ausschusses für Stadtentwicklung, Klima und Mobilität kündigte der Leiter des Stadtverwaltungs-Fachdienstes Bauen, Sebastian Dornieden, an, dass die zu dem Komplex gehörenden Häuser Lange Straße 8a (Wohnhaus im hinteren Bereich) und Lange Straße 11 (derzeit Süßwarengeschäft Arko) abgerissen werden sollen. Beides zusammen kostet nach derzeitigen groben Kalkulationen etwa 100 000 Euro, so Dornieden. Die Stand- und Verkehrssicherheit der Gebäude sei zwar gewährleistet und werde regelmäßig geprüft, jedoch sei die Bausubstanz in einem schlechten Zustand und die Fassaden weisen lange Risse auf. Der Erhalt durch eine Sanierung sei daher wirtschaftlich nicht leistbar, so die Stadtverwaltung.

Grundstücke von der Stadt Diepholz gekauft

„Die Mieter sind über den Sachverhalt informiert und stehen mit Verwaltung und Wirtschaftsförderung im ständigen Kontakt“, erläuterte Sebastian Dornieden auf Anfrage unserer Zeitung im Nachgang der Ausschuss-Sitzung, Der Rückbau der Liegenschaften lasse sicher zeitlich noch nicht bestimmen, so der Fachdienstleiter.

Bereits im Sommer 2021 hatte die Stadtverwaltung auf Basis eines politischen Antrages der Fraktionen von CDU und FDP den Auftrag erhalten, eine städtebauliche Studie als Alternative zu den ersten Planungsansätzen des städtebaulichen Rahmenplanes „Innenstadtsanierung“ zu erstellen, so Dornieden.

Das heißt: Statt der ursprünglich angedachten dichten und mehrstückigen Neubebauung des Bereiches sollen nun an dieser zentralen Stelle in der Innenstadt „öffentliche Freiräume mit erhöhter Aufenthaltsqualität“ geschaffen werden.

Hintergrund: Angesichts von geändertem Kaufverhalten und Leerständen schien ein dichter Neubaukomplex mit Geschäften und anderen Einrichtungen „nicht mehr den heutigen und zukünftigen Nutzungs- und Gestaltungsanforderungen einer Innenstadt gerecht zu werden“, wie es Dornieden ausdrückte.

4 000 Quadratmeter großes Areal

Durch die Unterstützung des Landes Niedersachsen und die Aufnahme in das Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“ erhält die Stadt Diepholz aus der EU-Aufbauhilfe „React“ Fördermittel der Europäischen Union, um nun eine Konzeptstudie zur Entsiegelung und Neugestaltung der innerstädtischen Flächen Lange Straße 8 bis 11 zu erstellen. Diese städtebauliche Studie soll spätestens im vierten Quartal dieses Jahres vorgestellt und durch die städtischen Gremien beraten werden.

Sebastian Dornieden: „Im direkten Anschluss soll gemäß dem politischen Beschluss ein wettbewerbliches Verfahren gestartet werden, um eine attraktive und nachhaltige Bebauung und Gestaltung dieses Kernbereiches zeitnah zu realisieren.“

Für den damaligen Kauf der alten Häuser und Grundstücke hatte die Stadt Diepholz einen Zuschuss aus dem Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“ (vorher „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“) von 670 000 Euro bekommen.

Mittlerweile konnten sämtliche vertragliche Grundlagen und die notariellen Kaufverträge erfolgreich abgeschlossen werden, so die Stadtverwaltung. Die Fraktionen des Diepholzer Rates hatten damals einstimmig den Ankauf der Grundstücke an der Langen Straße beschlossen.

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