„Diepholzer Gespräche“ gestern Abend mit Vortrag über Öffentlichkeitsarbeit

Appell an Firmen: „Keine falsche Bescheidenheit“

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Tipps für die Öffentlichkeitsarbeit gab Eberhard Jansen, Redaktionsleiter unserer Zeitung, gestern Abend bei den „Diepholzer Gesprächen.“

Diepholz - Normalerweise steht Eberhard Jansen auf der anderen Seite – im Publikum, er hört zu, und schreibt anschließend Berichte über Vorträge, Veranstaltungen und andere Ereignisse. Gestern nun der Seitenwechsel: Der Redaktionsleiter unserer Zeitung stand selbst am Rednerpult, gab Tipps für die Öffentlichkeitsarbeit von Unternehmen und Institutionen bei den „Diepholzer Gesprächen“.

Im Rahmen dieser Reihe hatte die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing (Wista) wieder ins Soldatenheim „Haus Herrenweide“ eingeladen. Knapp 50 Teilnehmer konnte der Diepholzer Wirtschaftsförderer Bernd Öhlmann (übrigens selbst einst als freier Mitarbeiter für diese Zeitung tätig) dazu gestern am frühen Abend begrüßen.

Vieles, was in heimischen Firmen passiert, so erklärte Eberhard Jansen, sei auch für Zeitungsleser oder Nutzer anderer Medien sehr interessant. Neue Kunden im Ausland, besondere Produkte und Exporte, Messeauftritte, Mitarbeiterjubiläen und anderes können Anlass für eine Berichterstattung sein.

„Keine falsche Bescheidenheit“, appellierte der 53-Jährige an die Zuhörer – Unternehmer, Geschäftsleute und Vertreter von Institutionen –, die Öffentlichkeitsarbeit nicht zu vernachlässigen. Das gelte aber nicht nur in guten Zeiten.

Auch bei weniger schönen Nachrichten – wie Unfälle und wirtschaftliche Schwierigkeiten – sei es wichtig, auf Anfragen von Pressevertretern vorbereitet zu sein. Schweigen sei wenig sinnvoll. „Alles kommt irgendwann raus“, weiß Jansen aus 25-jähriger Erfahrung. „Seien Sie offensiv“, riet er den Zuhörern. „Gehen Sie auf Medien zu, die Nachrichten professionell aufbereitet verarbeiten, sachlich und gemäß den Pressegesetzen – also zum Beispiel mit Schutz von Persönlichkeitsrechten“. In sozialen Netzwerken sei das nicht gegeben. Da werden dann Gerüchte oft zu Tatsachenbehauptungen und Mücken zu Elefanten.

Zur Berichterstattung kann ein Unternehmen oder eine Institution Pressevertreter einladen – oder eine Pressemitteilung schreiben. Wie eine solche Mitteilung professionell verfasst wird, erklärte Jansen seinen Zuhörern ausführlich und hatte seine Tipps auch ausgedruckt zum Mitnehmen parat. „Je kürzer der Text ist, desto eher wird er gelesen“, war eine der Erkenntnisse aus der Redaktionsstube, „14 Worte sind ein Satz“ eine andere.

Jansen machte aber auch klar, dass eine Zeitung Pressemitteilungen nicht veröffentlichen muss – ebensowenig wie Leserbriefe. Außerdem sind Unternehmer der Presse gegenüber nicht zu Auskünften verpflichtet. Gleichwohl kann für die Öffentlichkeitsarbeit sinnvoll sein – gerade in Zeiten des Fachkräftemangels, in denen auch das Image einer Firma für potentielle Bewerber eine Rolle spielt.

Es schloss sich eine muntere Fragerunde an; Länger als ursprünglich geplant beantwortete der Zeitungsmann Fragen der Zuhörer. Das Spektrum reichte vom Wandel in der Medienbranche über Urheberrechtsfragen bis hin zur Rolle von Plattdeutsch in der Zeitung.

Die nächsten „Diepholzer Gespräche“ sind am 15. Dezember. Das Thema steht noch nicht fest.

sr

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