Statistik 2017: 206 Mal alarmiert

Diepholzer Feuerwehren: Weniger Einsätze – aber nicht weniger zu tun

+
Einsätze 2017: Der Moorbrand hält die Feuerwehren 24 Stunden in Atem (Bild oben). Bei einem ansonsten unspektakulären Einsatz an der Moorstraße (unten) wird ein Feuerwehrmann von einem Anwohner mit einem Messer angegriffen.

Diepholz - Von Sven Reckmann. Ein Moorbrand im April? Der Diepholzer Stadtbrandmeister Frank Schötz erzählt heute, er habe bei der Alarmierung am 10. April vergangenen Jahres eher an einen verspäteten Aprilscherz gedacht. Der „Scherz“ wurde ernst, die Diepholzer Stadtfeuerwehren waren zusammen mit zahlreichen Kameraden aus dem Kreis Vechta mehr als 24 Stunden im kräftezehrenden Einsatz auf den Moorflächen zwischen Fliegerhorst und Kroge.

Der Moorbrand – der größte im Diepholzer Bereich seit Jahren – ragt heraus aus dem Einsatzgeschehen der zurückliegenden zwölf Monate. „2017 war ein ruhiges Jahr“, sagte Schötz jetzt beim Rückblick, den er bei der Feuerwehr Heede hielt, „aber das war auch ganz gut so, denn wir hatten ja auch ein Großevent.“ Gemeint ist das Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehren in Aschen. „Ich bin total stolz auf die Ortsfeuerwehr Aschen und die drei anderen, die gezeigt haben, wie man gut zusammenarbeiten kann, um so ein Event über die Bühne zu bringen“, lobte Schötz. „Es war ein tolles Erlebnis, dabeigewesen zu sein.“

Die Zahl der Einsätze ging von 219 im Jahr 2016 auf 206 zurück; dabei leisteten die Einsatzkräfte insgesamt 3773 Stunden (2016: 5192). Dabei stieg die Zahl der Brände um 16 auf 83, wobei der Stadtbrandmeister betonte, dass sich die immer stärkere Verbreitung von Rauchmeldern im privaten Bereich bewährt habe. „Die gesetzliche Regelung ist richtig“. Denn ohne die Rauchmelder hätte sich so mancher Brand viel größere Ausmaße angenommen.

14.211 Stunden geleistet

Dazu kamen unter anderem 67 Mal technische Hilfeleistung, ein Fehlalarm, 35 Mal lösten Brandmeldeanlagen aus, 64 Mal standen die Einsatzkräfte bei Brandsicherheitswachen bereit.

Neben dem Moorbrand ragten der Kühlturmbrand Anfang Juli bei der Tierfrischmehlfabrik heraus und auch der Gebäudebrand in Heede kurz vor Weihnachten mit der Suche nach einer vermissten Person. Auch Unwetter waren ein Thema: Schötz erinnert an den Einsatz Anfang Oktober, als ein Intercity mit 450 Fahrgästen infolge eines Oberleitungsschadens in Folge des Sturms „Xavier“ im Diepholzer Bahnhof strandete und evakuiert wurde.

Rund 10.440 Stunden brachten die Diepholzer Feuerwehrleute bei Ausbildungen auf Standortebene zu. Alles zusammen wurden 14.211 Stunden geleistet – das Zeltlager in Aschen nicht mit eingerechnet.

Stabil ist die Entwicklung beim Personal. Zum Jahresende 2017 waren in den vier Ortsfeuerwehren 206 Einsatzkräfte „unterm Helm“ (2016 waren es 201 gewesen). Dazu kommen 61 Mitglieder der Reserveabteilung, 136 Mitglieder der Jugendfeuerwehr und 33 Jungen und Mädchen machen in den Kinderfeuerwehren mit. Zusammen sind das 436 Kameradinnen und Kameraden, die in der Stadtfeuerwehr organisiert sind, fördernde Mitglieder und Passive kommen noch hinzu.

Alarm- und Ausrückeordnungen angepasst

Schließlich brachte das vergangene Jahr auch Änderungen für die Wehren: Eine neue Ausrückeordnung habe eine neue Organisation innerhalb der Ortsfeuerwehren gebracht, berichtete Heedes stellvertretender Ortsbrandmeister Niels Oke Haase. 2017 seien die Alarm- und Ausrückeordnungen so angepasst worden, dass landkreisweit bei eingehenden Einsatzmeldungen einheitliche Alarmierungen erfolgen. Das heißt, bei einem Wohnhausbrand sollten ein Fahrzeug mit 1000 Litern Löschwasser und Einsatzkräfte in Zugstärke zur Verfügung stehen. Da alle vier Ortsfeuerwehren in Diepholz mit wasserführenden Fahrzeugen ausgestattet sind, können Kleinbrände jeweils eigenständig abgearbeitet werden.

Bei der nächsten Alarmstufe, dem sogenannten „F2-Alarm“, kommen seit 2017 die Löschzüge ins Spiel: Aschen bildet mit einem Löschfahrzeug aus Diepholz den Löschzug „Nord“, die Ortsfeuerwehren Heede und Sankt Hülfe zusammen den Löschzug „Mitte“ und Diepholz selbst den Löschzug „Süd“. „Größere Schadenslagen lösen entsprechend mehr Einsatzmittel aus“, erklärte Haase.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Dramatische Bilder: Autobahnbrücke in Genua eingestürzt

Dramatische Bilder: Autobahnbrücke in Genua eingestürzt

Verletzte bei mutmaßlichem Terroranschlag in London

Verletzte bei mutmaßlichem Terroranschlag in London

Bremen von A bis Z: O wie Oktoberfest

Bremen von A bis Z: O wie Oktoberfest

Urlaub in Venedig: Das sind die absoluten Highlights der Lagunenstadt

Urlaub in Venedig: Das sind die absoluten Highlights der Lagunenstadt

Meistgelesene Artikel

Großbrand auf Bauernhof in Sulingen: Eine 60-Jährige verletzt

Großbrand auf Bauernhof in Sulingen: Eine 60-Jährige verletzt

Highlands in Abbenhausen

Highlands in Abbenhausen

57-Jähriger stirbt bei Frontal-Crash auf Dreyer Südumgehung

57-Jähriger stirbt bei Frontal-Crash auf Dreyer Südumgehung

Gut bevölkert: Diepholzer Stadtfest erstmals auf dem Marktplatz

Gut bevölkert: Diepholzer Stadtfest erstmals auf dem Marktplatz

Kommentare