Diepholzer engagieren sich auf vielfältige Art und Weise / Achtes Helfertreffen

Vorbildlich im Einsatz für die Flüchtlinge

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Persönlich gestaltet: Wolfgang Zellhorst (2.v.l.) hat eine Infomappe für Flüchtlinge zusammengestellt, die (v.l.) Hetta Reinsch, Bodo von Bodelschwingh und Lutz Korn aufmerksam begutachteten.

Diepholz - Florian Marré, verantwortlich im Diepholzer Rathaus für Soziales, Ordnung und Bildung, brachte es beim achten Flüchtlingshelfertreffen auf den Punkt: „Ohne Ehrenamtliche wären die Hauptamtlichen aufgeschmissen.“ Eine treffende und kurze Zusammenfassung der Situation mit vielen Beiträgen beim aktuellen Treffen, zu dem die Hauptamtlichen Barbara Parizsky von der Freiwilligen Agentur und Brigitte Suckut vom Diakonischen Werk eingeladen hatten.

Die Wahl, die Gastfreundschaft im Saal der St. Michaelis Kirchengemeinde in Anspruch zu nehmen, war richtig. Die Einladung galt den schon tätigen Helfern und Interessierten. Und der Neuzugang war erfreulich, sodass sich 35 hilfsbereite Mitbürger einfanden.

In der ersten Runde gab Marré nach der persönlichen Vorstellung Informationen zum gegenwärtigen Stand. So sind jetzt neben den Flüchtlingen auf dem Fliegerhorst, und dort von den Maltesern betreut, 200 der Stadt direkt zugewiesene und zu versorgende Flüchtlinge. 100 weitere sind bis zum März zu erwarten. „Und dann wird es eng“, sagte Marré im Hinblick auf die Unterbringung, „weil alle größeren Unterkünfte und mögliche Wohnungen vergeben sind.“ Um auf keinen Fall Zelte oder Turnhallen belegen zu müssen, und das will die Stadt unbedingt vermeiden, wird die Bevölkerung gebeten, Wohnungen oder Häuser ausfindig zu machen und anzubieten. „Wie steht’s mit den Leerständen in der Innenstadt?“, wurde spontan gefragt. Hinweise und Meldungen für Wohnungen werden im Rathaus unter Tel. 9090 dankbar angenommen. Auch in personeller Hinsicht, um die hauptamtlichen Kräfte zu unterstützen, wird sich einiges tun. Das betrifft Stundenaufstockung und Neueinstellung in der Verwaltung und besonders im Sozialarbeiterbereich.

Das entsprach ganz den Wünschen aus den Reihen der Familienpaten und sonstiger Helfer. Sie kommen oft an ihre Grenzen und brauchen dann professionellen Rat. Hier wurde gerade auf Brennpunkte im Bereich der Sammelunterkünfte hingewiesen. Sehr positiv aufgenommen wurden neue Vorschläge. Im Gemeindehaus von St. Nicolai soll ein internationales Begegnungscafé entstehen, berichtete Pastor Lutz Korn. Er gab auch den Kirchenvorstandsbeschluss dieser Woche bekannt, die Kleiderausgabe im ehemaligen Diakoniehaus an der Hinterstraße 15 im ersten Stock nun offiziell, kostenlos und dauerhaft Ingrid Schilling und Ingrid Kock als Verantwortliche anzuvertrauen. „Wir haben als „Kunden“ 70 Großfamilien registriert, sagten sie und lobten die ungebrochene Hilfsbereitschaft.

Bodo von Bodelschwingh und zwei seiner Mitarbeiter stellten im Zuge ihrer Zusammenarbeit mit der Bildungswerk Niedersächsischer Volkshochschulen (BNVHS) die Planung zur Eröffnung einer Zukunftswerkstatt an den Kohlhöfen vor. Dort sollen dann über das Projekt der schon laufenden Fahrradwerkstatt hinaus Flüchtlinge ihre praktischen Kenntnisse und Fähigkeiten miteinander und füreinander einbringen.

Überhaupt ist es allen ein Anliegen, dieses Miteinander wie auch das mit den Hiesigen zu fördern. Das bedarf einer guten Öffentlichkeitsarbeit, um die dafür geplanten Vorhaben bekannt zu machen und auch neue Mitarbeiter zu finden. Es war gut zu hören, dass es den Anstoß zu einer Fußballgruppe gibt und sich eine Handarbeitsgruppe bildet.

Brigitte Suckut ermutigte alle, sich in die speziellen Arbeitsgruppen wie Café, Familienpaten, Handarbeit, Sprachförderung, Zukunftswerkstatt und Unterkunftsarbeit einzutragen, um sich hier fachgerecht zu verknüpfen. Das nächste gemeinsame Flüchtlingshelfertreffen ist für den 10. Februar geplant.

Große Beachtung fand am Rande die von Wolfgang Zellhorst persönlich gestaltete Infomappe für Flüchtlinge. Er hat sie in den Wohnungen und Unterkünften als Nachschlagewerk ausgelegt. Sie sind mit wichtigen Themen und Adressen aus Diepholz bestückt. Unter anderem mit Notrufnummern, dem Diep-holzer Stadtplan, mit Markierungen von Adressen (Ärzte, Bäder, Krankenhaus, Diakonie, Mediothek etc.) Das Werk enthält weiter in Deutsch, Englisch und Arabisch Wissenswertes über Lebensregeln in Deutschland und Formen religiöser Anschauungen.

hb

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