Nach Schießerei zu wenige Gäste

Diepholzer Diskothek „Aero“ schließt zum 1. April

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Die im November unter dem Namen „Aero“ neu eröffnete Diepholzer Diskothek an der Thüringer Straße wird laut Betreiber zum 1. April geschlossen. 

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Die Diepholzer Großraumdiskothek „Aero“ schließt zum 1. April. Das teilte Betreiber Christian Zirfas am Samstag unserer Zeitung mit. Grund sei die Schießerei im Januar und der „damit verbundene Gästemangel“.

Das Objekt an der Thüringer Straße werde vorerst geschlossen bleiben. Christian Zirfas: „Es wird ein Betreiberwechsel stattfinden. Dieser wird ein neues Konzept inklusive starken Renovierungsarbeiten in das Objekt einbringen.“

Vor der Diepholzer Diskothek „Aero“ hatte in der Nacht zum 8. Januar ein Gast um sich geschossen, der zuvor wegen „aggressiven Verhaltens“ vom Sicherheitsdienst aus der Diskothek befördert worden war und Hausverbot bekommen hatte. Ein Türsteher wurde getroffen. Ihm musste im Krankenhaus ein Projektil durch eine Operation entfernt werden. Unter dringendem Tatverdacht wurde Tage später ein 23-jähriger Mann aus Diepholz im Kreis Cloppenburg festgenommen.

Aus „Luma“ wurde „Aero“

Im Oktober 2016 hatte Christian Zirfas das damalige „Luma“ übernommen und im November unter dem neuen Namen „Aero“ eröffnet

Discothek „Aero“ öffnet ihre Pforten

Die erste Diskothek in dem etwa 1 000 Gäste fassenden Gebäude an der Thüringer Straße war das 1984 eröffnete „Airport“, das viele Jahre erfolgreich lief. In der danach wechselhaften Geschichte folgten mehrere Betreiber- und Namenswechsel.

Großraumdiskotheken haben deutschlandweit mit sinkenden Besucherzahlen zu kämpfen. Beispielsweise sind in Ballungszentren Nordrhein-Westfalens in vergangenen Jahren mehrere geschlossen worden.

„Die Club- und Discothekenbranche befindet sich, wie schon öfter in ihrer fast 60-jährigen Geschichte, im Wandel“, erklärt Hans-Bernd Pikkemaat, Präsident des Bundesverbandes deutscher Discotheken und Tanzbetriebe (DBT), auf der Internetseite des Verbandes. Die aktuellen Herausforderungen seien groß: In Folge der demographischen Entwicklung gebe es immer weniger junge Leute. 

Darüber hinaus drückten immer neue bürokratische Vorgaben, ein veraltetes, starres Arbeitszeitgesetz, steigende Personalkosten oder auch wachsende Gema- und Energiekosten auf die Stimmung der Discothekenbetreiber, so Bernd Pikkemaat: „Hinzu kommt das zum Teil veränderte Freizeit- und Konsumverhalten der jungen Generation. Einige junge Leute tendieren eher dazu, zu Hause zu bleiben, sitzen vor dem PC und suchen ihren Partner über Facebook oder andere Plattformen. Auch neue Freizeitangebote erhöhen den Druck auf die Discothekenbranche.“ Der DBT-Präsident meint aber auch, dass Großdiskotheken weiterhin angesagt seien.

Die Diepholzer Großraumdiskothek wirbt nun auf ihrer Facebook-Seite für ihre Closing Party: „Adios Aero – 1. April und kein Aprilscherz“.

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