500 Mitarbeiter betroffen

ZF thematisiert Verkauf eines der Diepholzer Werke

Die ZF Friedrichshafen AG setzt einen Prozess in Gang, der in der Aufgabe der Produktlinie Electronic Interfaces und damit des Verkaufs eines der beiden Werke am Standort Diepholz münden könnte.
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Die ZF Friedrichshafen AG setzt einen Prozess in Gang, der in der Aufgabe der Produktlinie Electronic Interfaces und damit des Verkaufs eines der beiden Werke am Standort Diepholz münden könnte.

Den Betriebsrat informierte die Konzernleitung am Freitagmorgen: Die ZF Friedrichshafen AG denkt über den Verkauf des Werkes Schaltungssysteme in Diepholz nach.

Diepholz – Die ZF Friedrichshafen AG setzt einen Prozess in Gang, der in der Aufgabe der Produktlinie Electronic Interfaces und damit des Verkaufs eines der beiden Werke am Standort Diepholz münden könnte. Das bestätigte am Freitag Pressesprecher Florian Tausch auf Anfrage der Redaktion. Tausch spricht von einem marktüblichen Prozess, den man eingeleitet habe.

ZF überprüfe regelmäßig seine Geschäftsfelder und Produktlinien unter dem Aspekt, wie gut sie zur strategischen Ausrichtung des ZF-Konzerns passen und ob sie sich innerhalb der Konzernstrategie mittel- und langfristig profitabel und zukunftssicher entwickeln können. Tausch: „Dieser Fokus ist erforderlich, um die Herausforderungen des industriellen Wandels in den nächsten Jahren erfolgreich zu meistern. Manche Geschäftsfelder können zur Umsetzung dieser Strategie mehr, andere weniger beitragen.“ Für die ZF-Produktlinie Electronic Interfaces habe die Prüfung ergeben, dass der Bereich nicht im strategischen Fokus des Konzerns steht.

Noch keine Gespräche mit Kaufinteressenten

Der Pressesprecher zum möglichen Verkauf des Werkes Schaltungssysteme in der Kreisstadt: „Wir haben einen marktüblichen Prozess mit dem Ziel aufgesetzt, festzustellen, ob es geeignete Interessenten gibt, die aufgrund einer anderen Fokussierung für die Produktlinie bessere Wachstumsmöglichkeiten bieten können als dies bei ZF der Fall ist.“ Der Prozess befinde sich in einem sehr frühen Stadium. „Noch sind keine konkreten Gespräche mit Interessenten erfolgt“, so Tausch.

Am vor etwa 25 Jahren gegründeten Standort Diepholz beschäftigt der weltweit agierende Automobilzulieferer insgesamt an die 950 Mitarbeiter in den Werken Schaltungssysteme und Fahrwerk-Komponenten. In der Dümmer-Region in Gänze sind es um die 3 200. Betroffen von einer Veräußerung des Diepholzer ZF-Werkes Schaltungssysteme wären laut Florian Tausch 500 Mitarbeiter.

Betriebsrat sucht Gespräche mit IG Metall

Der Betriebsrat war am Freitagmorgen über die Absichten der Konzernleitung informiert worden. Vorsitzender Eduard Haab: „Natürlich sind wir enttäuscht, müssen uns jetzt erst einmal sammeln.“ Noch am selben Tag gaben Haab und seine Betriebsratskollegen die Absicht des Konzerns in drei Informationsveranstaltungen an die Belegschaft weiter.

Im nächsten Schritt suche man kurzfristig die Kommunikation mit der Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) und dem Gesamtbetriebsrat. „Wir werden alles dafür tun, damit wir bei ZF bleiben.“

Wir werden alles dafür tun, damit wir bei ZF bleiben.

Betriebsratsvorsitzender Eduard Haab

Florian Marré, Bürgermeister der Stadt Diepholz, und dessen Allgemeiner Vertreter Michael Klumpe waren am Freitag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Schon im Dezember hatte ZF angekündigt, Zukunftsfelder zu verlagern, „damit wir zumindest genauso wettbewerbsfähig wie vor der Krise wirtschaften können“ (wir berichteten).

Elektrofahrzeuge kommen ohne Schaltungen aus

Der Technologiewandel, Kosten- und Wettbewerbsdruck sowie rückläufige Produktionszahlen hätten die gesamte Branche schon vor der Corona-Krise vor große Herausforderungen gestellt. Das Schaltsysteme-Werk in Diepholz produziere mit dem Shifter eine Technologie, „die ganz am Ende ihres Produktlebenszyklus steht“. Klassische Getriebeschaltungen würden in Zukunft wohl weniger gebraucht werden. Elektrofahrzeuge kommen ohne Schaltungen aus.

Das Unternehmen ZF und seine Arbeitnehmervertretung hatten sich im Sommer 2020 auf einen „Tarifvertrag Transformation“ geeinigt, die betriebsbedingte Kündigungen an den ZF-Standorten in Deutschland bis Ende 2022 ausschließt. Im Gegenzug leisten die Mitarbeiter einen finanziellen Beitrag durch bis zu 20 Prozent abgesenkte Arbeitszeiten ohne oder mit nur teilweisem Gehaltsausgleich.

Die gewonnene Zeit bis Ende 2022 habe man nutzen wollen, Standort für Standort Zielperspektiven zu entwickeln; für das Werk Schaltungen in Diepholz Verkaufsabsichten.

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