Madrigalchor sowie Sängerinnen und Sänger aus Jászberény glänzen in Vechta mit Requiem des Diepholzers Dr. Christoph Kirchberg

Uraufführung gelungen, Komponist ergriffen

Frenetisch gefeiert: (von links) Sopranistin Daria Loch, Posaunist Felix Krumme, Chorleiterin Mária Thormannè-Husznay, Chorleiter und Dirigent Hermann-Josef Suelmann, der Diepholzer Komponist Dr. Christoph Kirchberg, Pianistin Karólyné Csóka, Bariton Christian Meyer-Perkhoff. Hinten: Die Camerata Instrumentale Oldenburg und die beiden Chöre aus Vechta und Jaszberény. -  Foto: Suffner

Vechta/Diepholz - Eine Uraufführung erlebt man nicht jeden Tag – und die eines Requiems schon gar nicht. Also war die Klosterkirche in Vechta am Sonntagabend bis in die Seitengänge hinein mit Besuchern gefüllt. Der Madrigalchor Vechta und der Chor Cantate Nobis Énekegyüttes aus Jaszbereny boten das „Missa da Requiem“ von Dr. Christoph Kirchberg aus Diepholz.

Um es kurz zu machen: Komposition und Aufführung waren von so hohem Niveau, dass das Publikum nach letzter Note und kurzer Andacht die Vortragenden und auch den anwesenden Komponisten minutenlang mit Bravorufen und rhythmischem Klatschen feierten.

Darüber freute sich vor allem der Diepholzer Arzt Christoph Kirchberg, der an seinem ersten Werk konzertanten Ausmaßes zwei Jahre geschrieben hat. Er sei „sehr ergriffen“ gewesen, sagte Kirchberg und dankte Dirigent Hermann-Josef Suelmann.

Den Anfang des Abends gestaltete der Chor aus Vechtas Partnerstadt Jászberény. Die Ungarn waren intonationsrein und ausdrucksstark in ihren Chorstücken; herausstechend war dabei das „Ave Maria“ von Rachmaninov. Die Leitung des vor allem in leisen Momenten bestechenden Chores hatte Maria Husznay-Thormanne.

Die Camerata Instrumentale aus Oldenburg lieferte unter Leitung von Konzertmeister Norbert Ternes mit ihrer vitalen Interpretation des 3. Brandenburgischen Konzerts von Johann Sebastian Bach ein Spiegelbild barocker Lebensfreude ab. Facettenreich setzte der Madrigalchor unter gewohnt souveräner Leitung Suelmanns das „kleine“ Stabat Mater von Josef Rheinberger um. In einen Dialog traten Sopranistin Daria Loch und der Chor in Mozarts Laudate Dominum – ihre Stimme: klangschön, der Chor: warm und spannungsgeladen.

Die gelungenen Vorträge übertrumpften Chöre und Orchester dann mit Kirchbergs 40-minütigem Requiem noch einmal. Das „Missa da Requiem“ begann mit einem vom jungen Posaunisten Felix Krumme klar und deutlich vorgetragenen Posaunen-Weckruf, über dem sich in den tiefen Streichern und Männerstimmen das bedrückende Requiem-Thema erhob und bei „Et lux perpetua“ in ein strahlendes Leuchten überging.

Das anschließende „Kyrie“ überzeugte durch eine eindringliche und sehr gesangliche Melodie und ging über in das von aufwühlenden Kontrasten geprägte „Dies Irae“, das vom gesamten Ensemble hervorragend gemeistert wurde.

Bei wechselnden Tempi und Lautstärken gelang es Chor und Orchester, den „Tag der Rache“ in beklemmender Weise herauszustellen, bis das Publikum bei der Textstelle „Pie Jesu“ Trost und Ruhe fand. Der große Chor bestach durch einen reinen, transparenten Klang und saubere Intonation; auch Artikulation und Phrasierung waren klar und ausgewogen. Mit fundiertem Bariton sang Christian Meyer-Perkhoff das befreiende „Libera me“ mit Beseeltheit und Ruhe, dabei unterbrochen vom Chor. Das Werk endet paradiesisch entrückt, fast heiter.

J  Der NDR bringt am heutigen Dienstag um 18.45 Uhr in der N3-Sendung „DAS“ einen Bericht über die Uraufführung des Requiems.

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