Bedarfsprüfung abgeschlossen

Hubschrauber CH-53 sichert Erhalt des Fliegerhorsts in Diepholz

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Der Fliegerhorst Diepholz mit der Start und Landebahn. Die Bundeswehr will ihn nun komplett weiter nutzen, ein bislang geplanter Abzug der Luftwaffe aus der Kreisstadt ist damit vom Tisch.

Diepholz - Die Bundeswehr will den Fliegerhorst Diepholz komplett weiter nutzen. Der Beschluss des Verteidigungsministeriums aus dem Jahr 2011, nach dem die Luftwaffe den Standort verlassen sollte, ist vom Tisch. Eine Bedarfsprüfung nennt nun Einzelheiten.

Update vom 26. September:

Das Bundesverteidigungsministerium hat nach einer Bedarfsprüfung neue Einzelheiten zur Zukunft des Diepholzer Fliegerhorstes definiert. Diese teilte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer dem Bundestagsabgeordneten Axel Knoerig mit.

Wichtig für die Entscheidung sei laut Pressemitteilung die Zukunft des Transporthubschraubers CH-53. Es sei „der Verbleib der am Standort befindlichen abgesetzten Instandhaltungsstaffel Hubschraubergeschwader 64, des Stabes Waffensystemunterstützungszentrum 2 sowie der Luftwaffenunterstützungsstaffel in Diepholz bis zum Abschluss der Ausphasung des Waffensystems CH-53 (voraussichtlich 2030) entschieden“, teilt Knoerig mit. Der Hubschrauber wird seit 1975 von der Bundeswehr genutzt und soll in näherer Zukunft ausgemustert werden.

Teilverlegung nach Brandenburg bis 2030 vom Tisch

2011 war der Beschluss gefasst worden, eine Teilverlegung von Diepholz nach Holzdorf/Schönewalde (Brandenburg) umzusetzen, erinnert Axel Knoerig. Die Umsetzung sei immer wieder verschoben worden, zuletzt bis 2024. Nun ist die Teilverlegung bis 2030 vom Tisch.

Der Fliegerhorst Diepholz wird weiteren Detailuntersuchungen unterzogen werden, heißt es in der Mitteilung weiter. Doch diese würden „noch einige Zeit in Anspruch nehmen“. In ihrem Schreiben habe die Verteidigungsministerin zugesagt, nach Abschluss dieser Prüfungen über „konkrete Festlegungen zur weiteren Nutzung der Liegenschaft durch die Organisationsbereiche Luftwaffe und Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr“ zu informieren, erklärt Knoerig.

„Ich freue mich, dass die Weiterentwicklung des Diepholzer Fliegerhorstes nun konkretisiert wird“, so Axel Knoerig. „Bundeswehr und Kommune können sich so Schritt für Schritt in der Zukunftsplanung miteinander abstimmen.“

Originalmeldung von 1. August: „Der ‚Flugplatz Diepholz‘ wird für die Zwecke der Bundeswehr dauerhaft benötigt. Eine Teilrückgabe an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ist daher nicht mehr vorgesehen“, schrieb Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer an den heimischen Bundestagsabgeordneten Axel Knoerig (CDU). Nach derzeitiger Planung sei der Flugplatz Diepholz zur Aufnahme von Kräften der Organisationsbereiche Luftwaffe und Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr vorgesehen. Darüber hinaus werde auch mögliche Bedarf weiterer Organisationsbereiche geprüft, so die Ministerin.

Details über die Auswirkungen dieser Entscheidung waren weder im Ministerium noch auf dem Fliegerhorst Diepholz zu erfahren.

Da die Luftwaffe nun in Diepholz bleibt – bislang war die Verlegung des Verbandes bis 2024 nach Holzdorf/Schönewalde in Brandenburg geplant – werden vermutlich auch die „Hubschrauberwerft“ und andere Luftwaffen-Einrichtungen nicht den Standort wechseln.

Abzug der Luftwaffe lässt Personaldecke sinken

Mit dem Abzug der Luftwaffe wäre eine erhebliche Personlreduzierung verbunden gewesen. Das Materiallager auf dem Fliegerhorst, das zur Streitkräftebasis der Bundeswehr gehört, hat nur wenige Beschäftigte.

Zu den Hintergründen des neuen Beschlusses teilte das Verteidigungsministerium mit: „Nach fast zweieinhalb Jahrzehnten des Schrumpfens wächst die Bundeswehr wieder. Die sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen haben sich geändert. Landes- und Bündnisverteidigung stehen als gleichberechtigte Aufgaben neben den Einsätzen der Bundeswehr im Rahmen des internationalen Krisenmanagements. Darauf haben wir mit den Trendwenden Personal, Material und Finanzen reagiert. Mehr Personal und Material bedeuten auch mehr Bedarf an weiterer Infrastruktur.“

Bundestagsabgeordneter Axel Knoerig: „Es freut mich, dass die im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr geplante Teilschließung des Flugplatzes Diepholz bis 2024 damit vom Tisch ist. Nach Auflagen des Koalitionsvertrages wurden die zurückliegenden Stationierungsentscheidungen zu Rückgaben von Liegenschaften erneut überprüft und anhand neuer Bewertungen in einzelnen Fällen revidiert.“

Bürgermeister bewertet Entscheidung positiv

Auch der Diepholzer Bürgermeister Florian Marré bewertet die Entscheidung des Bundesverteidigungsministeriums positiv: „Ein guter Tag für die Stadt Diepholz, die Bürgerinnen und Bürger und die Region.“ Über Details habe er noch nichts erfahren – auch nicht, was die Nutzung der Gleisanbindung vom Bahnhof zum Fliegerhorst betrifft. Die Stadt hatte diese Fliegerhorstbahn gekauft. Darüber werde er in den nächsten Wochen mit der Bundeswehr sprechen. Es sei richtig gewesen, durch die aufwendige Konversionsplanung auf eine Umwandlung von Teilen des Fliegerhorstes in ziviles Gelände nach einem Abzug der Luftwaffe vorbereitet zu sein. Marré: „Ich bin aber froh, wenn ich diese Pläne in den Papierkorb werfen kann.“

Landrat Cord Bockhop war per Fax über die Entscheidung des Verteidigungsministeriums informiert worden. Diese freue ihn – „wenn es denn nun wirklich eine langfristige Entscheidung ist“. Verlässlichkeit sei ein ganz entscheidender Punkt. Viel zu oft sei in der Vergangenheit nach dem Motto „Rein in die Kartoffeln - raus aus den Kartoffeln“ gehandelt worden. Bockhop wies außerdem auf den Zivilschutz und auf die Verankerung der Bundeswehr in der Bevölkerung hin: „Das betrifft uns alle.“

Der Fliegerhorst Diepholz ist einer von elf Standorten in Deutschland, die entgegen ursprünglicher Planungen nicht ganz oder teilweise geschlossen werden. In Niedersachsen betrifft die neue Entscheidung drei Standorte.

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