160 Seiten dick: Rahmenplan für die Sanierung der Innenstadt vorgestellt

Diepholz soll schöner werden

Eines vom Planer vorgeschlagenen Sofort-Projekten der Diepholzer Innenstadtsanierung: Die Steinstraße soll eine asphaltierte Spur für Fahrradfahrer bekommen. Wegen der holperigen Pflasterung weichen derzeit Radfahrer häufig in den Seitenraum aus.
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Eines vom Planer vorgeschlagenen Sofort-Projekten der Diepholzer Innenstadtsanierung: Die Steinstraße soll eine asphaltierte Spur für Fahrradfahrer bekommen. Wegen der holperigen Pflasterung weichen derzeit Radfahrer häufig in den Seitenraum aus.

Diepholz – Die Diepholzer Innenstadt soll schöner und attraktiver werden. Insgesamt können Maßnahmen für einen zweistelligen Millionenbetrag in den nächsten zehn bis 15 Jahren über das Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren – Erhalt und Entwicklung der Stadt und Ortskerne“ bezuschusst werden. Mit der Aufnahme in das Programm im Jahr 2018 gibt es sowohl für Privatleute als auch für die Stadt Diepholz die Möglichkeit, Zuschüsse zu bekommen.

Den mehr als 160 Seiten umfassenden Rahmenplan für die Innenstadtsanierung mit umfangreicher Bestandsaufnahme und vielen, detaillierten Verbesserungsvorschlägen präsentierte Städteplaner Frank Schlegelmilch vom Planungsbüro BPW (Bremen) am Mittwochnachmittag im städtischen Ausschuss für Stadtentwicklung Planung und Umwelt. Er stellte dabei auch 21 Projekte vor, die teilweise relativ schnell umgesetzt werden könnten.

Zum Bedauern des Planers und der Ausschussmitglieder nahm kein einziger Bürger als Zuhörer an der öffentlichen Sitzung im Rathaus teil.

Den Rahmenplan hatten verschiedene Fachbüros und Institutionen gemeinsam erarbeitet. Die Bürger waren unter anderem in Form von öffentlichen Workshops im Rathaus beteiligt worden.

Im Rahmen der Innenstadtsanierung laufen bereits Projekte. Die Diepholzer Stadtverwaltung, die laut Schlegelmilch im Vergleich zu an Kommunen bei der Stadtentwicklung sehr aktiv und engagiert sei, führte viele Gespräche mit Eigentümern von Immobilien und Grundstücken.

Konkret umgesetzt wurde bereits die Schaffung der Grünfläche an der Ecke Bahnhofstraße/Hinterstraße mit privater Beteiligung. Das ist jedoch nur der Anfang.

Als mögliche Sofortmaßnahmen in der weiteren Innenstadtsanierung sah Frank Schlegelmilch unter anderem eine asphaltierte Fahrradspur auf der Steinstraße, deren Fahrbahn holprig gepflastert ist. Entlang der Lohne am Rathaus sollte das Unterholz zurückgeschnitten werden, um den Gewässerlauf besser sichtbar zu machen. In der Innenstadt könnte Tempo 30 in einer Testphase eingeführt werden. Bestimmte Gebäude und Bäume könnten beleuchtet werden. Auch könnte ein „Maßnahmenfestival“ bei den Bürgern „Orte der Veränderung“ ins Bewusstsein rücken.

Eine Maßnahme, die der Rahmenplan vorsieht, ist ein Beleuchtungskonzept für die Innenstadt – insbesondere für die Fußgängerzone Lange Straße. Für die Gebäude Lange Straße 7a bis 11 (Wohn- und Geschäftshäuser nördlich des Alten Rathauses, unter anderem Arko und vormals Gerry Weber) solle die Stadt als Eigentümer einen Wettbewerb unter dem Motto „Wer hat die beste Idee?“ ausschreiben. Diesen Bereich bezeichnete Schlegelmilch als „Schlüsselgrundstück für die Vitalisierung der Innenstadt“. Es müsse zu einem Frequenzbringer und zum Gegenstück des Kaufhauses Ceka am anderen Ende der Langen Straße entwickelt werden.

Auch die Entwicklung de Bereiches Lappenberg mit einer Öffnung zur Langen Straße hin sei wichtig. Schlegelmilch war aber die „schwierige Eigentümerstruktur“ dort bekannt.

Ein großes Projekt der Innenstadtsanierung könne der Abris und Neubau des Parkhauses an der Hinterstraße sein. Auch die Umgestaltung der Bahnhofstraße gehört dazu. Über eine Nachnutzung des leer stehenden früheren Hotels Steuding am Bahnhof werde derzeit gesprochen. Hier sollte das direkte Umfeld neu gestaltet werden.

„Aktivieren Sie die Potenziale der Innenstadt“ forderte Frank Schlegelmilch die Politiker auf. Die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt stimmten dem Rahmenplan einstimmig zu – auch der von der CDU beantragten Ergänzung, dass die Flöthe/Lohne durch Umgestaltung des Rathauswehres biologisch durchlässiger und das Gewässer besser erlebbar werden müsse.

Der Rahmenplan dient zur Orientierung in den nächsten Jahren und kann durchaus verändert werden. Er musste als Grundlage für Zuschussmöglichkeiten im Rahmendes Förderprogramms erstellt werden. Der Bereich der Innenstadt, für den die Sanierungsförderung gibt, umfasst 31 Hektar und ist exakt eingegrenzt.

Der vollständige, mehr als 160 Seiten umfassende Rahmenplan, den der Rat der Stadt in seiner öffentlichen Sitzung am 30. September (18 Uhr in „Ostertags Residenz“ Junkernhäuser Weg 6) noch offiziell beschließen muss, ist auf der Internetseite der Stadt Diepholz zu finden.

Mehr Informationen

www.stadt-diepholz.de/rathaus/stadtentwicklung-bauen/innenstadtsanierung

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