70 Bürger versammelt

Mahnwache vor dem Rathaus als Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit

Einige Bürger entzündeten Kerzen als Zeichen der Anteilnahme.

Diepholz - Von Edgar Haab. „Diepholz ist bunt und wir stehen hier gemeinsam für Zusammenhalt und Demokratie und hier ist kein Platz für Extremisten, ganz gleich welcher Ausrichtung.“ Mit diesen Worten richtete sich Bürgermeister Florian Marré am Sonntagabend bei einer Mahnwache an die Bevölkerung.

Zu einem symbolischen Akt gegen Hass, Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung sowie als Andacht an den Anschlag in Halle kamen etwa 70 Bürger vor dem Rathaus zusammen. Eine Bürgerinitiative hatte die Veranstaltung geplant und umgesetzt. „Wir haben uns mit einigen Bürgern zusammengeschlossen und wollten uns außerhalb der Medien treffen“ erklärte ein Mitorganisator, der namentlich nicht genannt werden wollte, im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Toleranzschwelle bei Kommentaren in den sozialen Netzwerken gehe immer weiter zurück. Die Mahnwache solle ein Zeichen dafür setzen, dass sich dieser Zustand ändere.

Neben zahlreichen Bürgern waren unter anderem auch Vertreter der Stadt und Kirche anwesend. Beamte der Polizei waren ebenfalls vor Ort. Die knapp halbstündige Veranstaltung verlief friedlich. Innerhalb einer Schweigeminute wurde der Opfer und Angehörigen des Anschlages gedacht, den ein 27-jähriger Mann mit rechtsextremistischen, antisemitischen Motiven am vergangenen Mittwoch in Halle verübt hatte. Zugleich sollte die Mahnwache ein Zeichen an alle diskriminierten und ausgegrenzten Menschen sein. Einige Teilnehmer entzündeten Kerzen.

„Geschehnisse haben uns alle hart getroffen“

„Die Geschehnisse der vergangenen Tage haben uns alle hart getroffen“, verwies Marré zu Beginn seiner Ansprache auf die Ereignisse in Halle und fügte hinzu: „Wir müssen laut sein und allen zeigen, dass hier für das, was wir als Extremismus bezeichnen, kein Platz ist.“ Die Stadt Diepholz stehe dafür, dass Menschen unterschiedlicher Religionen, Nationalitäten und Hautfarben gut und friedlich im Miteinander leben könnten. „Ich bin überzeugt davon, dass wir die große Mehrheit sind und wir müssen gemeinsam daran arbeiten, dass das auch so bleibt“, unterstrich der Bürgermeister.

Auch der heimische Landtagsabgeordnete Marcel Scharrelmann richtete sich an die Anwesenden. Er betonte in seiner Ansprache, dass es auch innerhalb der sozialen Medien Grenzen gebe, an die sich alle Nutzer zu halten hätten. Auch Pastor Lutz Korn verwies in seinem kurzen Statement auf die Gefahren im Internet, die auch hinter dem Anschlag in Halle gesteckt hätten. Zum Abschluss machte er darauf aufmerksam, dass Menschen jüdischen Glaubens ebenso Bürger seien und zu Diepholz gehörten wie alle anderen Einwohner.

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