Konzept für Famillien- und Bildungsbüro im Rathaus vorgestellt

„Diepholz – 104,47 Quadratkilometer Bildung“

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Von Grundschulen bis Berufsausbildung, von beruflicher Weiterbildung bis Hochschule: Es gibt viele und vielfältige Bildungsangebote in Diepholz – aber bislang noch keine Übersicht, noch keine Institution, die die Anbieter vernetzt, Interessierte aller Altersstufen informiert und die Kooperation der Bildungsträger fördert. Das soll sich jetzt ändern. Die Diepholzer Stadtverwaltung hat ein Konzept für ein Familien- und Bildungsbüro erarbeitet.

Das Konzept hat den Titel „Diepholz – 104,47 Quadratkilometer Bildung“ (die Größe des Stadtgebietes). „Es soll zeigen, dass die Stadt Diepholz zu Recht als Bildungshauptstadt des Landkreises gilt“, so Bürgermeister Dr. Thomas Schulze selbstbewusst: „Keine andere Kommune im Landkreis hat bislang ein solches Büro.“

Die Verwaltung hat das Konzept aufgrund eines Antrages erarbeitet, den die Fraktionen von CDU und FDP im Diepholzer Rat im November gestellt hatten: „Wir sind der Auffassung, dass Bildung ein wichtiger Standortfaktor ist und daher dieses Angebot weiter auszubauen ist“, hieß es in der Begründung des Antrages, der eine entsprechende Anlaufstelle im Rathaus zum Ziel hat.

Ob das Konzept umgesetzt und diese Anlaufstelle im Rathaus geschaffen wird, muss der Rat entscheiden. Am Donnerstag, 31. August, ist das Konzept zunächst Thema in der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultur (ab 16 Uhr im Rathaus).

Kosten bis zu 150.000 Euro pro Jahr

Umsonst wird es das Familien- und Bildungsbüro nicht geben. Schulze rechnet mit Kosten von etwa 130.000 bis 150.000 Euro pro Jahr, die die Politiker im städtischen Haushalt bereitstellen müssten. Diese Summe umfasst laut Konzept nicht nur anderthalb neue Planstellen – für einen Bildungs-Koordinator (beziehungsweise eine -Koordinatorin) und eine Halbtagskraft für Verwaltungsarbeit –, sondern auch ein Budget und einen Fördertopf. So soll das Familien- und Bildungsbüro besondere Angebote von Schulen oder anderen Bildungsträgern, die nicht von ihnen selbst zu finanzieren sind, bezuschussen können.

„Das Büro soll ähnlich wie die Diepholzer Wirtschaftsförderung arbeiten“, erklärt Bürgermeister Dr. Thomas Schulze.

Es würde ein ganz neues Betätigungsfeld für die Stadtverwaltung, das mit dem vorhandenen Personal nicht zu bewältigen sei.

Nach dem Antrag von CDU und FDP hatte der Verwaltungsausschuss der Stadt am 6. März mit Mehrheit die Verwaltung beauftragt, ein Konzept für den inhaltlichen Umbau des Familienservicebüros zu einem Familien- und Bildungsbüro zu erarbeiten. Bürgermeister Dr. Schulze stellte es nun unserer Zeitung vor.

„Bildungshauptstadt des Landkreises“

Wie Schulze erläuterte, sollen laut Konzept für ein Förderprogramm „Diepholz bildet“ 20.000 Euro vorgesehen werden. Das Budget für Maßnahmen des Familien- und Bildungsbüros soll 30.000 Euro umfassen.

„Uns geht es darum, die persönlichen Bildungschancen in der Stadt Diepholz zu erhöhen und damit einen Beitrag für mehr Chancen- und Bildungsgerechtigkeit zu leisten“, fasste Schulze das Konzept der Verwaltung zusammen: „Als starker Bildungsstandort müssen wir informieren, kommunizieren und kooperieren.“

Durch das Zusammenbringen der vielen Einrichtungen schulischer und außerschulischer Bildung im Stadtgebiet könnten alle profitieren, meint der Bürgermeister: „Das Familien- und Bildungsbüro wird eine Unterstützung und Ergänzung für bestehende Einrichtungen.“ Die Schnittstellen zum Landkreis Diepholz und dem dort angesiedelten Bildungsbüro seien umfangreich. Das Büro der Stadt solle als Moderator die lokale Sicht unterhalb des Landkreises einbringen und die Arbeit des Landkreises ergänzen.

Weitere Handlungsschwerpunkte des neuen Büros sollen die öffentliche Information über abgestimmte Bildungsangebote, die Förderung von Kooperationen, die Organisation von Netzwerktreffen und Fachtagungen sein. Schulze: „Durch die große Palette an schulischen und außerschulischen Angeboten ist es manchmal schwierig, die Bürger jeden Alters in für sie passende Angebote zu vermitteln. Das soll sich ändern!“

Umgesetzt werden könnten die Veränderungen in der Stadtverwaltung und das neue Förderprojekt „Diepholz bildet“ im Jahr 2018 – wenn der Rat in seiner Sitzung am 28. September zustimmt und das Geld im städtischen Haushalt dafür bereitstellt.

Rubriklistenbild: © dpa

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