Verfahren läuft: Bereiche werden geprüft

Neue Flächen für Windkraftanlagen

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Eine Windkraftanlage im Osten von Diepholz. Die Stadt ändert derzeit den Flächennutzungsplan. Dann sind solche Anlagen nur noch auf bestimmen Flächen erlaubt – nach bisherigem Stand im Süden des Stadtgebietes.

Diepholz – Von Eberhard Jansen. Wer in Diepholz eine Windkraftanlage bauen möchte, bekommt dafür derzeit keine Genehmigung. Grund: Die Stadt ändert gerade den Flächennutzungsplan, um Bereiche auszuweisen, in denen solche Anlagen zur Stromerzeugung gebaut werden dürfen. Das laufende Verfahren, in dem keine Genehmigungen möglich sind, steht noch am Anfang. Aber eines zeichnet sich schon ab: Die Windkraft-Flächen konzentrieren sich voraussichtlich im Süden des Diepholzer Stadtgebiets. Aschen ist somit raus.

Bereits im Jahr 2010 hatte die Stadt einen Anlauf unternommen, durch einen geänderten Flächennutzungsplan Ordnung in die Windkraft zu bekommen. Damals waren im Entwurf auch Anlagen im Bereich Aschen / Boller Moor vorgesehen, wogegen sich Widerstand in der Aschener Bevölkerung regte.

Das Landvolk wollte seinerzeit dort bis zu 14 Windkraftanlagen errichten. Doch nach den Enthüllungen über millionenschwere Unregelmäßigkeiten im Landvolk Grafschaft Diepholz in Sachen Windkraft wurde es ruhig um diese Pläne. Auch ein zweiter Anlauf des Landvolks Grafschaft Diepholz im Jahr 2015 mit einem kleineren „Bürgerwindpark“ in Aschen im Boller Moor wurde nie realisiert.

Ohne in einem „Sachlichen Teilflächennutzungsplan“ ausgewiesene Bereiche besteht die Möglichkeit, dass Landwirte im Rahmen ihrer baurechtlichen Privilegierung auf ihren Grundstücken Windkraftanlagen errichten können. Die Stadt kann dann nicht steuernd eingreifen, sofern die Bauherren Naturschutzrichtlinien und Abstandsregelungen beachten. Das birgt die Gefahr, dass einzelne Windräder an vielen Stellen in den Himmel über Diepholz ragen.

Das Stadtgebiet von Diepholz. Die blauen Flächen im Süden werden geprüft, ob sie für Windkraft geeignet sind.

„Deshalb war es mir ein großes Anliegen, dass der Flächennutzungsplan entsprechend geändert wird“, sagte der Diepholzer Bürgermeister Florian Marré im Gespräch mit unserer Zeitung. Dieses Verfahren läuft nun.

Ein von der Stadt beauftragtes Planungsbüro aus Oldenburg hat zunächst neun Teilflächen ausgesucht. Diese sollen näher geprüft werden, ob dort Windkraft neu oder weiterhin sinnvoll und möglich ist. Alle diese Prüfräume liegen im Süden der Stadt.

„Das ist nur der erste Vorentwurf“, betonte Florian Marré: „Prüfräume könnten noch verschwinden und neu aufkommen.“

Der Bereich Boller Moor in Aschen taucht – im Gegensatz zu früheren Planungen – nicht mehr auf. Dort habe der Landkreis Diepholz in seiner Raumordnungsplanung Vorbehaltsflächen zum Natur- und Landschaftsschutz ausgewiesen, erklärte Marré. Dort weiterhin Windkraftanlagen vorzusehen, mache demnach wenig Sinn. Auch das vor einigen Jahren zur Prüfung für zwei oder drei Anlagen vorgesehene Gebiet am Kanalweg an der Grenze zu Lohne ist nicht mehr im Plan aufgeführt.

Die neun Prüfräume hat das Planungsbüro in einem ersten Schritt als Vorentwurf einer Standortanalyse erarbeitet. Die Flächen werden im weiteren Verfahren näher betrachtet.

Florian Marré: „Im Verfahren wird eine Beteiligung der Bürger und der Träger öffentlicher Belange erfolgen. Geplant ist die nächste öffentliche Sitzung noch im ersten Quartal.“

Der Bürgermeister erläuterte weiter: „Wir leiten die erneute Flächennutzungsplanänderung ein, da sich in der Rechtsprechung und bei der technischen Entwicklung in den vergangenen Jahren einiges getan hat und wir im Sinne der kommunalen Planungshoheit steuern möchten.“

Laut einer Karte der Stadt gibt es in Diepholz derzeit insgesamt zehn Windkraftanlagen, davon allein fünf im Sankt Hülfer Bruch.

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