Landkreis soll Zahnarzt einstellen/Vorschlag für„Doppelkarten-Aktion“

Kleine Zähne – große Sorgen

Diepholz - Von Anke Seidel. „Wir machen uns große Sorgen um die Zahngesundheit der Kinder“, betonen drei Zahnarzthelferinnen des Mundhygiene-Vereins Diepholz Nord. Deshalb wünschen sie sich, dass der Landkreis Diepholz einen eigenen Zahnarzt einstellt. Mit dieser Forderung stehen sie nicht allein.

Denn auch die Krankenkassen fordern offenbar ein stärkeres finanzielles Engagement vom Landkreis. Grundlage ist eine Rahmenvereinbarung zwischen dem Land, der Zahnärztekammer, den Krankenkassen und den kommunalen Spitzenverbänden. Die ist mittlerweile 22 Jahre alt und hat das Ziel, die Zahngesundheit von Kindern zu verbessern.

„Der Landkreis hätte einen Zahnarzt und mehrere Prophylaxehelferinnen einstellen müssen. Der Zahnarzt hätte dabei ganz überwiegend vom Landkreis finanziert werden müssen“, stellt die Kreisverwaltung in einem Arbeitspapier für den Fachausschuss Jugend, Gesundheit und Soziales fest. Dessen Mitglieder befassen sich am Donnerstag um 16 Uhr im Diepholzer Kreishaus mit dem Antrag der Zahnarzthelferinnen – und einer kostengünstigen Alternative dazu: Statt einen Zahnarzt einzustellen, Geld für eine sogenannte „Doppelkarten-Aktion“ bereitstellen – einen Wettbewerb, wie es ihn im Süden des Landkreises bereits gibt.

Um möglichst viele Kinder zu einem Zahnarztbesuch zu motivieren, bekommen die Klassen mit den meisten Jungen und Mädchen mit Zahnarztbesuch eine Prämie zwischen 20 und 60 Euro.

Im vergangenen Jahr hätten im südlichen Landkreis Diepholz 89 Prozent der Schüler – sprich 3709 Kinder – einen Zahnarzt besucht, so die Verwaltung. Dabei arbeitet der für diesen Bereich zuständige „Arbeitskreis Mundhygiene“ erfolgreich mit dem Gesundheitsamt zusammen. Laut Kreisverwaltung werden jährlich zwischen 7000 und 8000 Euro an Prämien im Südkreis ausgeschüttet. Die Kosten für diese Doppelkarten-Aktion bekommt der „Arbeitskreis Mundhygiene“ von den Krankenkassen refinanziert.

Anders ist das beim „Mundhygiene-Verein Diepholz Nord“, der sich im Nordkreis um die Zahnprophylaxe kümmert: Er bekommt laut Fachausschuss-Sitzungsvorlage keine Kostenerstattung von der Krankenkasse.

Trotzdem möchte die Kreisverwaltung das Modell auf das gesamte Kreisgebiet ausweiten, weil sie diesen Wettbewerb für deutlich effektiver hält als die Einstellung eines eigenen Zahnarztes. Das Argument: Der würde sich nur prophylaktisch um die Zahngesundheit der Jungen und Mädchen in Kindergärten und Schulen kümmern. Etwaige Behandlungen müssten ohnehin bei den niedergelassenen Zahnärzten erfolgen.

Und: Die beiden Mundhygiene-Vereine informieren mit ihren Mitgliedern – sprich Zahnärzten und Zahnarzthelferinnen – ohnehin sowohl Kindergartenkinder als auch Schüler bis zur 6. Klasse immer wieder über das wichtige und richtige Zähneputzen sowie über Ernährung. Auch die Eltern erhalten wichtige Informationen – damit teure Behandlungen von Kinderzähnen erst gar nicht entstehen.

Rubriklistenbild: © © Hans Wiedl

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