17-jährige Diepholzerin Linda Pohl in British Columbia

Mitten in kanadischer Flutkatastrophe

Linda Pohl aus Diepholz am Donnerstag vor dem Haus ihrer Gastmutter in Chilliwack/Kanada, das von der Flutkatastrophe in der Region verschont blieb.
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Linda Pohl aus Diepholz am Donnerstag vor dem Haus ihrer Gastmutter in Chilliwack/Kanada, das von der Flutkatastrophe in der Region verschont blieb.

Diepholz – Eine Flutkatastrophe erschüttert den Westen von Kanada und eine junge Diepholzerin ist mittendrin. Die 17-jährige Linda Pohl verbringt ein Jahr bei einer Gastfamilie in der 83 000-Einwohner-Stadt Chilliwack in der Provinz British Columbia, etwa 100 Kilometer östlich der Großstadt Vancouver. Die Schülerin hat Glück: Bis zu ihrem Wohngebiet ist das Hochwasser nicht vorgedrungen, andere Teile von Chilliwack sind völlig überschwemmt.

„Es hat hier mehrere Tage heftig geregnet“, berichtete Linda Pohl am späten Donnerstagabend (deutscher Zeit) im Gespräch mit unserer Zeitung: „Dadurch sind zwei Flüsse, die an Chilliwack vorbeifließen, über die Ufer getreten.“ Die äußeren Stadtbezirke wurden dadurch völlig überflutet. Das Haus ihrer Gastmutter liegt im Zentrum, wo derzeit keine Gefahr droht. „Dennoch soll ich das Haus nicht verlassen, solange meine Gastmutter bei ihrer Arbeit ist“, sagte die 17-Jährige. Andere Bereiche der Stadt seien noch zu unsicher, obwohl der Regen nun nachlasse und der Wasserstand langsam sinke.

Linda Pohl ist seit dem 5. September in Kanada. Das ist ihr Geburtstag, den sie mehrfach feiern konnte: Wegen der Zeitverschiebung – im Westen Kanadas ist es neun Stunden früher als in Deutschland – nach der Landung ein zweites Mal.

Nach einem Jahr wieder zur GFS zurück

Die Diepholzerin wohnt bei einer Gastmutter und deren ebenfalls 17-jährigen Tochter. Eine gleichaltrige Schülerin aus Italien ist die zweite „Gastschwester“. Linda Pohl besucht bei ihrem einjährigen, vom American Institute For Foreign Study (Bonn) organisierten Aufenthalt in Kanada die Highschool, will dort im Sommer den Abschluss machen. Dieser berechtigt sie zum Studium an Universitäten in Kanada und den USA. Doch Linda möchte auch das deutsche Abitur haben, deswegen kehrt sie anschließend wieder zum Diepholzer Gymnasium Graf-Friedrich-Schule (GFS) zurück, das sie nach der zehnten Klasse verlassen hatte. Linda Pohl: „Die GFS ist mir sehr entgegengekommen. Ich kann einen Jahrgang überspringen und steige dann 2022 in Stufe zwölf wieder ein.“

Straßen unpassierbar

Bis dahin macht die Diepholzerin viele Erfahrungen in Kanada – nicht nur mit einer Wetterkatastrophe, die es laut Einwohnern von Chilliwack seit etwa 100 Jahren nicht gegeben habe. Die Schule fiel in dieser Woche aus, denn viele Straßen sind unpassierbar – auch der Highway, der nach Vancouver führt. In Supermärkten gebe es wegen Hamsterkäufen Lücken in den Regalen, berichtete die Diepholzerin, es fehle unter anderem an Milch, da auch Farmen von Überschwemmungen betroffen seien. Einen bedrohlichen Mangel an Lebensmitteln gebe es aber nicht. Allerdings werde im von Vancouver aus derzeit nicht zu erreichenden Chilliwack das Benzin knapp.

Nach dem Unterricht nimmt Linda Pohl üblicherweise an außerschulischen Aktivitäten teil: Für Schulabschluss und Studienbeginn sammeln kanadische Schüler dabei Punkte für soziales Engagement.

Schon einmal Flutkatastrophe erlebt

Den Kontakt zu ihrer Mutter Sandra Pohl und den Großeltern in Diepholz hält Linda durch Videochatten an den Wochenenden. Für die 17-jährige ist das Extremwetter in Kanada nicht die erste Flutkatastrophe: Bei einem Familienurlaub im Sommer 2018 auf Mallorca wurde sie evakuiert.

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