Störende Wasserpflanzen

Niedriger Wasserstand durch „Unterhaltungsstau“

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Der „Unterhaltungsstau“ der Hunte in der Nähe des Fliegerhorstes Diepholz ist derzeit gesetzt.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Die seit Wochen anhaltende Trockenheit hat auch Auswirkungen auf die Wasserstände der Diepholzer Fließgewässer und des Dümmers. Der Unterhaltungsverband Hunte (UHV) musste nun den „Unterhaltungsstau“ in Höhe des Fliegerhorstes setzen und das Wasser der Hunte dort aufstauen. Im weiteren Verlauf hat die Hunte nun dadurch einen sehr niedrigen Wasserstand, der die Fische gefährden könnte. Am Mittwoch soll der Stau wieder geöffnet werden.

Ingo Ammerich, Geschäftsführer des Unterhaltungsverbandes Hunte (UHV), erklärte gegenüber unserer Zeitung die Hintergründe:

Für den Fall eines „Starkregen-Ereignisses“ muss laut Gesetz mindestens ein Ableiter des Dümmers – Lohne, Grawiede oder Hunte – frei von starkem Pflanzenbewuchs sein. Die Lohne ist jedoch zwischen Dümmer und Bundesstraße 51 mit „Laichkraut“ bewachsen. Dieses ist geschützt. Es darf nicht gemäht werden, da darin Fische ablaichen.

Die Grawiede ist mit anderen, nicht geschützten Wasserpflanzen verkrautet. Hier kann aber das Mähboot des UHV nicht eingesetzt werden, da der Wassersand derzeit viel zu niedrig ist. Das Boot würde aufsetzen. Das gilt auch für die Strothe.

Somit muss der UHV die Hunte von massivem Wasserpflanzen-Bewuchs befreien, damit bei einem Unwetter mit starkem, lang anhaltendem Regen das Wasser über diese aus dem Dümmer abfließen kann und der See nicht über seine Ufer tritt.

An der Moorstraße in Höhe des „Haus am Wasser“ wird der niedrige Wasserstand der Hunte besonders deutlich.

Zu diesem Zweck hat die Hunte „Unterhaltungsstaus“. Damit kann der Wasserstand bereichsweise erhöht werden, damit das Wasserpflanzen-Mähboot genügend Wasser unterm Kiel hat. Voraussichtlich bis Mittwoch dauert die Beseitigung der Hunte-Verkrautung zwischen Dümmer und Eschholt. Dann kann der dortige Zwischenstau aufgehoben werden und der Wasserstand der Hunte, der insbesondere im Stadtgebiet in Höhe des „Haus am Wasser“ der Lebenshilfe (Moorstraße) auffällig niedrig ist, erhöht sich wieder.

Gefahr für Fische benannt

Der stellvertretende Diepholzer Bürgermeister und langjährige Vorsitzende des Sportfischereivereins Diepholz, Gerhard Albers, hatte den UHV am Sonntag auf die Gefahr für Fische durch das Niedrigwasser bei sommerlichen Temperaturen und folglichem möglichem Sauerstoffmangel hingewiesen.

Ganz trocken fallen dürfen die Ableiter Lohne, Grawiede und Hunte übrigens nicht. Es muss immer eine gesetzlich vorgeschriebene Mindestmenge Wasser aus dem Dümmer dort hineingeleitet werden – auch wenn der Wasserstand des Sees derzeit ungewöhnlich niedrig ist.

Der Unterhaltungsverband Hunte mit Sitz in Rehden pflegt 80 Kilometer Gewässer II. Ordnung (mit überörtlicher Bedeutung) und 390 Kilometer Gewässer III. Ordnung sowie 18 Kilometer Dümmerdeich, damit Niederschlagswasser schadlos abgeleitet werden kann.

www.uhv71.de

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