Wie viel ist genug?

Grüne hinterfragen Salzmengen auf Straßen und Glyphosat-Einsatz

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Bei eisglatten Straßen sorgt Salz für Sicherheit.

Landkreis Diepholz - Streueinsatz – unverzichtbar für die Sicherheit auf den Straßen, wenn der Winter die Region fest im Griff hat. Aber wie viel davon landet auf den Kreisstraßen? Die Kreistagsfraktion der Grünen mit ihrer Vize-Fraktionschefin Kristine Helmerichs hat genau das in einer Anfrage an Landrat Cord Bockhop thematisiert.

Insbesondere geht es den Grünen um die Summe, die für Salz auf den Kreisstraßen aufgewendet wird. „Insgesamt wurden für vier Jahre 5 800 Tonnen ausgeschrieben, also durchschnittlich 1450 Tonnen pro Jahr“, antwortet Landrat Cord Bockhop auf die Anfrage der Grünen – und weiter: „Diese Menge beschreibt das Salz, das der Auftraggeber zu den ausgeschriebenen günstigen Konditionen beziehen kann. Dies bedeutet keinesfalls eine Salzmenge, die zwingend – womöglich noch sinnlos – auf die Straßen gestreut werden muss.“

Auf Nachfrage betont Bockhop genauso, dass beim Salzstreuen keine anderen Stoffe beigemischt werden, „also weder Sand noch Splitt oder Bitumen“. Zur Reduzierung der Salzmenge werde vielmehr eine Salzsohle beigemischt, „was dazu führt, dass kein Salz von der Straße geweht wird“. Dadurch könne die Streumenge so gering wie irgend möglich gehalten werden, um noch wirksam zu sein – „und liegt dadurch bei 15 Gramm je Quadratmeter“, heißt es in der Antwort der Kreisverwaltung.

Genauso hinterfragen die Grünen in ihrem Schreiben den Einsatz von Glyphosat. Darauf antwortet der Landrat in einem Satz: „Auf niedersächsischen Bundes-, Landes- und Kreisstraßen werden seit Jahren keinerlei Spritzmittel mehr eingesetzt, weder mit Glyphosat noch mit anderen derartigen Stoffen.“

Kritische Fragen zum Pestizid-Einsatz

Kritisch hinterfragen die Grünen schließlich den Einsatz von Glyphosat auf den landwirtschaftlichen Naturschutzflächen, die der Landkreis Diepholz zur Bewirtschaftung verpachtet hat. Antwort der Kreisverwaltung: „In den Pachtverträgen für die landwirtschaftlich genutzten Naturschutzflächen des Landkreises Diepholz ist geregelt, dass die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln nur mit vorheriger Genehmigung des Verpächters zulässig ist.“

In den vergangenen 30 Jahren sind demnach nur zwei Fälle aktenkundig geworden, in denen der Landkreis dem Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln zugestimmt hat: „In einem Fall ging es um Jakobskreuzkaut – verwendet wurde hier das Herbizid Simplex, das kein Glyphosat enthält – und in einem anderen um Ampfer – hier nur per Hand mit Dochtstreichgerät gezielt gegen die Pflanze, Wirkstoff nicht bekannt. Beide Fälle liegen schon mehrere Jahre zurück.“ Auf Nachfrage erläuterte der Landrat außerdem, dass Auflagen zum Schutz von Natur und Umwelt in den Pachtverträgen explizit verankert sind.

sdl

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