Festnahme in der Innenstadt

Reifen zerstochen: Großeinsatz gegen Diepholzer Großfamilie

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Zahlreiche Polizeifahrzeuge – darunter ein „Gefangenenbus“ – standen am Mittwoch für den Großeinsatz auf dem Parkplatz am Lappenberg in Diepholz. 

Diepholz - Vermummte Beamte versperrten den Weg „Lappenberger Pforte“ zwischen Lange Straße und dem Parkplatz Lappenberg, wo zeitweise bis zu zehn Polizeifahrzeuge standen – darunter ein „Gefangenenbus“: Ein großer Polizeieinsatz sorgte am Mittwochvormittag in der Diepholzer Innenstadt für Aufsehen.

Grund des Einsatzes waren Ermittlungen gegen eine Diepholzer Großfamilie mit Migrationshintergrund, die schon seit Jahren polizeilich bekannt ist. Insbesondere standen zwei Männer im Fokus der Polizei. Die Beschuldigten – 28 und 30 Jahre alt – stehen in Verdacht, in den vergangenen Wochen an fünf Autos in Diepholz Reifen zerstochen zu haben. Drei dieser Wagen waren Privatfahrzeuge von Polizeibeamten.

Wie die Polizei unserer Zeitung weiter berichtete, gab es bei vorangegangenen Ermittlungen Drohungen und Nötigungen von Mitgliedern der Familie gegenüber Polizeibeamten. Für die Maßnahme am Mittwoch forderte die Diepholzer Polizei deshalb Unterstützung durch Bereitschaftspolizisten aus Hannover an. Insbesondere stand zu befürchten, dass sich Mitglieder der Familie gegenüber der Polizei solidarisieren, so ein Diepholzer Polizeisprecherin.

Für den Fall, dass dann weitere Festnahme notwendig sein könnten, stand der Spezialbus bereit. Auch ein Rettungswagen war vor Ort.

Polizeibeamte starteten die geplante Aktion gegen 6 Uhr früh. Sie nahm die beiden Beschuldigten in dem Haus der laut Polizei türkischstämmigen Großfamilie fest und brachten sie für eine Vernehmung und weitere Maßnahmen zur Wache. Die Durchsuchung der Räume dauerte bis zum Nachmittag – weiterhin abgesichert durch Beamte der Bereitschaftpolizei.

Diese hatten sich vermummt, um nicht auch von Mitgliedern der Großfamilie erkannt und dann möglicherweise bedroht zu werden, erklärte eine Polizeisprecherin gegenüber unserer Zeitung. Über die Anzahl der eingesetzten Kräfte wollte sie keine Angaben machen.

„Es besteht der Verdacht, dass die Kolleginnen und Kollegen aufgrund ihres Berufes in ihrem Privatleben gezielt in den Fokus von Straftätern geraten sind. Diese Vorfälle stellen eine nicht hinnehmbare Entwicklung bei der Gewalt gegen Polizeibeamte dar. Wir werden konsequent ermitteln und Respektlosigkeit sowie Gewalt in jedweder Form nicht stillschweigend hinnehmen“, so der Einsatzleiter, Polizeioberrat Domenico Corbo, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes der Polizeiinspektion Diepholz, am Nachmittag in einer Pressemitteilung.

Bei der Durchsuchung des Hauses wurden laut Polizeibericht zahlreiche Gegenstände beschlagnahmt, die nun im Rahmen der Ermittlungen untersucht und ausgewertet werden müssen. Dabei handelt es sich unter anderem um verschiedene Waffen oder waffenähnliche Gegenstände im Sinne des Waffengesetzes wie Messer, Schreckschusspistolen und scharfe Munition.

Die zwei festgenommenen Männer wurden nach den Vernehmungen und erkennungsdienstlichen Behandlungen wieder entlassen.

Die Durchsuchung war durch die Staatsanwaltschaft Verden beantragt und durch das Amtsgericht Verden erlassen worden. 

red

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