Fragen an die vier Bürgermeister-Kandidaten

Wie erfahren sind Sie bei Verwaltungsaufgaben?

Diepholz - Am 27. Mai wählen die Diepholzer ihren neuen Bürgermeister. Im Vorfeld hat unsere Zeitung den vier Kandidaten Fragen zu lokalen Themen gestellt und bei den Antworten aus Gründen der Fairness eine Maximallänge vorgegeben. Hier die fünfte Frage und die Antworten der Kandidaten:

Sie haben als Bürgermeister(in) der Stadt Diepholz eine Verwaltung mit etwa 140 Mitarbeitern zu führen und auch die organisatorischen Strukturen zu verantworten. Über welche Erfahrungen und Qualifikationen verfügen Sie diesbezüglich und welche Ideen haben Sie gegebenenfalls für eine Neuorganisation im Rathaus?

Ruken Aytas (50, Kandidatin der SPD, Sozialpädagogin/Diplom-Biologin):

„Ich leite bereits seit 2002 eine Jugendeinrichtung in Bremen und seit 2008 bin ich die Geschäftsführerin des Trägers dieser Einrichtung. Unter meiner Führung habe ich in den letzten 20 Jahren über 250 Mitarbeiter*innen geleitet, begleitet und zu Fachpersonal weitergebildet.

Ruken Aytas

Meine Aufgaben waren/sind Moderation von Teamsitzungen, Konflikt- und Fallgesprächen, Vorbereitung und Durchführung von Fachtagen und Seminaren für das Kollegium, Koordinierung, Weiterentwicklung, Aufbau und Durchführung von bedarfsorientierten Projekten und Angeboten für den Stadtteil. Dazu gehört auch Projektmanagement, Durchführung von Beteiligungsprojekten sowie Internationale Jugend- und Fachkräftebegegnungen. Ferner bin ich für Finanzakquise, Sponsoring und Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Die Stärkung des Personals durch Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sind für mich sehr wichtig. Nur wenn das Personal sich regelmäßig weiterbildet, kann die Verwaltung auch zeitgemäß gut funktionieren. Ich werde die vorhandenen Ressourcen der Fachbereiche prüfen und sie entsprechend weiter fördern. Regelmäßige Teamsitzungen, Supervision und Weiterbildung der Fachkräfte werden mit mir ein wichtiger Bestandteil der Verwaltung sein. “

Florian Marré (31, Einzelbewerber, der von CDU und FDP unterstützt wird, Dipl. Verwaltungsbetriebswirt (FH) / Fachdienstleiter in der Diepholzer Stadtverwaltung):

Florian Marré.

„Als Dipl. Verwaltungsbetriebswirt verfüge ich über die notwendige Qualifikation, um eine Verwaltung fachlich, personell und wirtschaftlich zu führen. In meiner Zeit bei der Stadt habe ich in allen Bereichen des Rathauses Praxiserfahrungen gesammelt und durch Fremdausbildung und Hospitation in Landes- und Bundesministerien auch andere Verwaltungen kennengelernt. Ich habe sowohl Querschnitts- als auch Fachabteilungen in der Verwaltung geleitet und mich in Führungskräfteschulungen fortgebildet. Sowohl Krisen (Unterbringung der Flüchtlinge in 2015), Veränderungen (Gewerbeschau wird Kulinarische Weltreise) als auch Innovationen (Rasenmähroboter für Sportplätze) gehe ich strukturiert, sachlich und lösungsorientiert an. Mit dem Fachdienst Ordnung & Soziales, Bildung & Familie führe ich die am breitesten aufgestellte Verwaltungseinheit. Die Stadtverwaltung ist personell und strukturell sehr gut gestellt. Durch Personal- oder Aufgabenwechsel wird es immer zu Veränderungen kommen, welche dann auf Verbesserungsmöglichkeiten überprüft werden müssen.“

Detlef Tänzer (54, Einzelbewerber, Diplom-Ingenieur/Fachdienstleiter beim Landkreis Diepholz):

Detlef Tänzer

„Ich bin Dipl.-Ing. für Landschaftsplanung, arbeite seit 25 Jahren in der Verwaltung und habe eine dreijährige Führungskräftequalifizierung zum Fachdienstleiter absolviert. Die beste Schulung ist die tägliche Herausforderung der Leitungsposition, die ich seit 15 Jahren lebe. Fördern und fordern und regelmäßige Mitarbeitergespräche zeigen, ob die gegenseitigen Erwartungen erfüllt werden.

Verwaltung befindet sich in einem dynamischen Prozess, der stetige Anpassung erfordert. Als Bürgermeister führe ich Menschen, die für Menschen arbeiten. Erstere verdienen ein optimales, motivierendes Arbeitsklima, letztere den besten Service.

Durch meine Erfahrungen in der Wirtschaft verknüpfe ich Strategie, unternehmerisches Denken und Verwaltungshandeln. Diese Kombination hat sich bewährt, weil das Ziel nicht die bürokratische, sondern die praktische Lösung ist. Eine Maßnahme darf nicht nur einem Ziel dienen, sondern es sollen immer Synergien gesucht werden. Diesen Blick habe ich als Quereinsteiger in die Verwaltung.“

Dietmar Edel (58, Einzelbewerber aus Twistringen-Ridderade, Monteur in der Automobilindustrie/Kfz-Schlosser):

Dietmar Edel

„Die Erfahrung und Qualifikation zur Mitarbeiterführung kommt aus der freien Wirtschaft. Unterschiede zur Mitarbeiterführung aus Unternehmen oder Verwaltungen und Behörden vermag ich nicht aus zu machen. Erst nach einer Einarbeitungszeit und Einblicken in die momentane Situation im Rathaus wird zeigen, ob eine Neuorganisation von Nöten ist. “

ej

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