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Diepholz: Drei Schloss-Themen für die Ministerin

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Von: Eberhard Jansen

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Nicht nur der Schlossturm war Thema beim Besuch der niedersächsischen Justizministerin Barbara Havliza, sondern auch das Amtsgericht und hier insbesondere die Sicherheitsschleuse. Heimatvereins-Vorsitzender Richard W. Bitter (links) informierte die Ministerin über die Geschichte des Schlosses.
Nicht nur der Schlossturm war Thema beim Besuch der niedersächsischen Justizministerin Barbara Havliza, sondern auch das Amtsgericht und hier insbesondere die Sicherheitsschleuse. Heimatvereins-Vorsitzender Richard W. Bitter (links) informierte die Ministerin über die Geschichte des Schlosses. © Jansen

Barbara Havliza zu Besuch in Diepholz: Es ging um eine Sicherheitsschleuse, einen Turm-Notausgang und eine neue Brücke

Diepholz – Der Schlossturm bekommt einen Notausgang und kann dann wieder von Besuchergruppen besichtigt werden. Die Stadt Diepholz will eine Brücke zur Schlossinsel von der Innenstadt aus bauen und die Sicht aus dieser Richtung auf das Wahrzeichen verbessern. Und das Amtsgericht im historischen Schlossgebäude wartet noch auf die Sicherheitsschleuse, um bewaffnete Besucher, die kriminelle Absichten haben, fern zu halten. Gleich drei Themen hatte die niedersächsische Justizministerin Barbara Havliza (CDU) am Donnerstagmittag beim ihrem einstündigen Besuch des Diepholzer Schlosses. Sie sah den drei Vorhaben auf dem Gelände und in der geschichtsträchtigen Immobilie – beides gehört dem Land Niedersachsen – wohlwollend und optimistisch entgegen.

Zunächst ging es zu einem internen Gespräch ins Amtsgericht, wo Direktorin Beate Pönisch die vom Diepholzer Landtagsabgeordneten Marcel Scharrelmann begleitete Ministerin begrüßte. Baulich präsentiert sich das Gebäude noch suboptimal. So sind die Toiletten des Gerichts seit längerer Zeit defekt, so dass Mitarbeiter und Besucher die Sanitäranlagen im Nebengebäude benutzen müssen.

Diese Kritik stieß bei der Ministerin ebenso auf offene Ohren wie die Erklärung der Situation im Amtsgerichts-Eingang. Dort sollte schon vor drei Jahren eine Sicherheitsschleuse eingebaut und der Bereich samt Wachtmeister-Raum neu gestaltet werden. Da sich eine Decke im Erdgeschoss abgesenkt hatte, wurde die Bausubstanz überprüft und dazu ein Loch in diese Decke gestemmt. Diese Öffnung präsentiert sich derzeit allen Amtsgerichts-Besuchern direkt am Eingang.

Die seit langem geplante Schleuse soll mehr Sicherheit für die 30 Mitarbeiter des Amtsgerichts Diepholz bieten: Mit einer Waffe kommen Besucher dann nicht mehr rein. Derzeit erfolgt die Kontrolle nach Betreten des Gebäudes mit einen Metall-Detektor. Barbara Havliza will im ihrem Ministerium nachfragen, was sich diesbezüglich tut.

Stadt und Heimatverein Diepholz sind mit einem Anliegen hingegen vorangekommen: Der Besuch von Gruppen im Schlossturm soll demnächst wieder möglich sein. Für einen von Brandschützern geforderten Notausgang wurde eine Lösung gefunden. Eine Verbindung des Turmes zum Dachboden des Amtsgerichts-Nordflügels, die früher der Graf von Diepholz nutzte, soll als Fluchtmöglichkeit im Brandfall ausgebaut werden. Sebastian Dornieden, Bau-Fachdienstleiter bei der Stadt Diepholz, zeigte sich optimistisch: „Wir hoffen, dass der Turm am Grafensonntag 2023 wieder begehbar ist.“ Nach der Sanierung vor sieben Jahren war der Schloss-turm für Besuchergruppen gesperrt worden.

Eine Ausnahme gab es am Donnerstag für die Ministerin. Heimatvereins-Vorsitzender Richard W. Bitter und Bürgermeister Florian Marré führten sie über etwa 100 Stufen hinauf zum Turmzimmer in 21 Metern Höhe. Bitter erklärte der Politikerin historische und bauliche Details des Diepholzer Wahrzeichens.

„Das wertet auch das Amtsgericht auf“, sagte die Ministerin über die ihr danach erläuterten Pläne der Stadt Diepholz zur Neugestaltung der Schlossinsel und zu besseren Zugänglichkeit über eine neue Brücke von der Innenstadt aus.

Die von Bau-Fachdienstleiter Dornieden präsentierten Pläne, die auch die Gruppe CDU/FDP im Diepholzer Rat vorantreibt, sieht für die Schlossinsel unter anderem Sitz-Stufen am Burggraben und abgerundeten Sitz-Steine vor. Eine moderne Fußgänger- und Radfahrerbrücke soll aus Richtung Innenstadt das Schloss für Besucher besser erreichbar machen.

Die Zukunft des relativ kleinen Amtsgerichtes Diepholz – eines von 80 Gerichten in Niedersachsen – steht laut Justizministerin Barbara Havliza nicht zur Diskussion. Ins Gästebuch der Stadt schrieb sie: „Diese historischen Mauern sowie der Turm sind unbedingt für die Nachwelt zu erhalten. Danke, dass ich hier sein durfte.“

Im Turmzimmer des Schlossturmes: Justizministerin Barbara Havliza (2. von rechts) mit Amtsgerichts-Direktorin Beate Pönisch, Bürgermeister Florian Marré, Landtagsabgeordneter Marcel Scharrelmann und Heimatvereins-Vorsitzender Richard W. Bitter (von links).
Im Turmzimmer des Schlossturmes: Justizministerin Barbara Havliza (2. von rechts) mit Amtsgerichts-Direktorin Beate Pönisch, Bürgermeister Florian Marré, Landtagsabgeordneter Marcel Scharrelmann und Heimatvereins-Vorsitzender Richard W. Bitter (von links). © Jansen

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