Seitenwechsel bei der SG Diepholz

Boxer bieten Handballerinnen ungewohntes Trainingsprogramm

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„Zum Ausruhen“: Horst Johanning zeigt Übungen, die mit 70 auch nicht mehr jeder hinbekommt.

Diepholz - Von Sven Reckmann. Das Sofa, das im Eingangsbereich der Sporthalle an der Hindenburgstraße in Diepholz steht, lassen sie an diesem Abend links liegen, die 1. Handball-Damen der HSG Wagenfeld/Wetschen. Zum Verschnaufen bleibt keine Gelegenheit und dazu sind sie auch nicht hier. Die Sportlerinnen sind eingeladen, bei einem Boxertraining mitzumachen. Ein Seitenwechsel der anderen Art.

Horst Johanning, Trainer der Boxsparte der SG Diepholz, bietet dieses Training auch Aktiven anderer Sportarten an. Vor einiger Zeit machten die Fußballerinnen von Friesen Lembruch bei den Boxern Station.

Gemeinsames Konditionstraining

Die Fäuste fliegen an diesem Abend nicht, da müssen sich die nächsten Gegner der HSG keine Sorgen machen, aber gearbeitet wird kräftig. Denn es soll – ganz friedlich – mit einem zweistündigen Zirkeltraining die Kondition der Handballerinnen verbessert werden.

Das Aufwärmen geht los, Runde um Runde drehen Boxer und Handballerinnen gemeinsam durch die Halle.

HSG-Trainer Ralph Winterstein wollte vor allem Abwechslung in die Trainingsbetrieb der Saisonvorbereitung bringen, erzählt er, Einblicke in andere Methoden bringen. Gerade erst ist das Team, das in der Landesklasse Weser-Ems an den Start geht, aus einem mehrtägigen Trainingslager zurückgekehrt, das erstmals in Dänemark abgehalten wurde. Noch so ein neuer Impuls.

Boxer trainieren besonders die Schnellkraft

Johanning trifft sich dreimal die Woche mit seinen zwölf bis fünfzehn jungen Boxern, um zu trainieren; beim nächsten Mal sind sie wieder unter sich, denn das Gastspiel der Handballerinnen, so Winterstein, sei dann doch „eine einmalige Geschichte, die wir vielleicht verinnerlichen können.“

Generell ziele das Training bei den Boxern eher auf die Schnellkraft, erklärt Johanning einen wesentlichen Unterschied. Also auch wenn die Hantel an diesem Abend zum Einsatz kommt, so ist das Gewicht dabei zweitrangig.

Während im großen Kreis allmählich die Bewegungen langsamer werden und die anfänglichen Gespräche beim Warmmachen mehr und mehr verstummen, merkt man dem topfitten 70-Jährigen die Anstrengung kaum an.

Weckt das neue Programm stille Reserven?

Auf dem Hallenboden sitzend streckt er mühelos Arme und Beine in die Luft: „Das ist doch zum Ausruhen“, scherzt Johanning.

Das muss auch Winterstein schmunzeln. Die neue Spielzeit in der Landesklasse beginnt Anfang September, berichtet er. Was sind die Ziele? Man habe zur neuen Saison sieben Abgänge zu kompensieren, berichtet er. „Da stellen wir uns sicherlich erstmal hintan.“ Aber wer weiß, welche zusätzlichen Reserven die neuen Trainingsimpulse noch bringen?

sr

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