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Diepholz bietet Jobportal für Geflüchtete aus der Ukraine

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Von: Eberhard Jansen

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Der Diepholzer Wirtschaftsförderer Bernd Öhlmann vor einem Screen, der die Benutzeroberfläche des Job-Portals zeigt
Für Geflüchtete aus der Ukraine hat die Stadt Diepholz ein neues Angebot: Wirtschaftsförderer Bernd Öhlmann präsentiert das Jobportal, das auch auf mobilen Endgeräten genutzt werden kann. © Stadt Diepholz

230 Geflüchtete aus der Ukraine sind aktuell in der Kreisstadt Diepholz registriert. Sie alle bekommen die Möglichkeit, über ein neugeschaffenes Jobportal eine Beschäftigung in heimischen Firmen zu finden. Die Stadt sucht derweil weiter nach Unterbringungsmöglichkeiten für Menschen aus der Ukraine. Zwei Immobilien wurden dafür unlängst angekauft.

Diepholz – 230 Ukrainerinnen und Ukrainer, die vor dem Krieg in ihrem Heimatland geflüchtet sind, leben derzeit in Diepholz. Davon sind 87 unter 18 Jahre alt. Von den 143 Erwachsenen sind 116 Frauen und 27 Männer. „Die meisten sind privat untergebracht“, erklärten Bürgermeister Florian Marré und Stadtverwaltungs-Fachdienstleiterin Petra Hage am Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Stadt bereite sich darauf vor, dass diese privaten Unterbringungen irgendwann enden beziehungsweise weitere Geflüchtete nach Diepholz kommen. Die Stadt hat unter anderem eine ehemalige Pension/Gaststätte am Willenberg sowie ein Haus an der Diemastraße als Unterbringungsmöglichkeiten gekauft. „Wir suchen noch weitere geeignete Wohnungen, die wir anmieten können“, so die Vertreter der Stadt.

Mit 230 Flüchtlingen habe Diepholz deutlich mehr Menschen aus der Ukraine aufgenommen als andere Kommunen im Landkreis. Die meisten dieser Geflüchteten seien der Stadt nicht zugewiesen worden, sondern über private Kontakte hierher gekommen.

Nach den privaten Bus-Evakuierungsfahrten des Diepholzers Andreas Pörschke seien nur wenige Menschen in Diepholz geblieben. Pörschke habe für diese Flüchtlinge bislang überregional Wohnungen gefunden. Am Samstagnachmittag soll der Bus nach einer vierten Fahrt nach Lwiw (Lemberg) am Diepholzer Rathaus ankommen. Die Stadt will dort einen Bereich absperren.

„Viele Diepholzer sehen ihre Hilfe als humanitäre Selbstverständlichkeit“, sagt Marré mit ein wenig Stolz. Auch die Mitarbeiter des Rathauses würden sich stark engagieren. Dabei kommen ihnen Erfahrungen aus dem Jahr 2015 zugute, als viele Flüchtlinge, insbesondere aus Syrien, ankamen. Von diesen damals Geflüchteten leben laut Petra Hage heute noch 186 in Diepholz.

Registrierte Flüchtlinge aus der Ukraine bekommen derzeit über die Stadt Geld nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Für einen Erwachsenen gibt es zum Beispiel 367 Euro pro Monat, wovon Essen, Kleidung und andere Dinge des Alltags bezahlt werden müssen. „Diese Sätze bilden nicht mehr die Realität ab“, kritisiert Bürgermeister Marré angesichts der aktuellen Teuerungsrate.

Viele der aus der Ukraine geflüchteten Menschen wollen arbeiten. Für diese hat die Stadt Diepholz nun gemeinsam mit der Diepholzer Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing (WiSta) ein Online-Jobportal erstellt, damit sie schnell einen Job finden können. Unternehmen aus Diepholz und der näheren Umgebung können ihre freien Stellen unter jobaid.stadt-diepholz.de einstellen. Die Seite ist in den Sprachen Deutsch, Englisch und Ukrainisch erstellt.

„Viele Menschen, die aus der Ukraine nach Diepholz gekommen sind, möchten hier eine Arbeit finden. Viele Unternehmen in Diepholz suchen händeringend Angestellte mit den unterschiedlichsten Qualifikationen. Mit dem Portal möchten wir die beiden Seiten schnell und unkompliziert zusammenbringen“, so Bürgermeister Florian Marré. Der Diepholzer Wirtschaftsförderer Bernd Öhlmann ergänzt: „In dem Portal können natürlich auch alle anderen Personen in und um Diepholz nach einem Job suchen. Wir hoffen, dass sich das Portal als regionale Jobplattform etabliert und den Arbeitsmarkt so auch langfristig positiv beeinflusst.“

Mehr Infos

jobaid.stadt-diepholz.de und stadt-diepholz.de

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