„Naturerlebnis am prähistorischen Bohlenweg“ fast fertig

Auch Parkplätze am Moor

„Naturerlebnis am prähistorischen Bohlenweg im Aschener/Heeder Moor“: Kurz entschlossen ist bei diesem Projekt mit Aushub von anderer Stelle ein kleiner Aussichthügel am Weg Lindloge aufgeschichtet worden – mit vor Ort aufgetauchten großen Findlingen obendrauf.
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„Naturerlebnis am prähistorischen Bohlenweg im Aschener/Heeder Moor“: Kurz entschlossen ist bei diesem Projekt mit Aushub von anderer Stelle ein kleiner Aussichthügel am Weg Lindloge aufgeschichtet worden – mit vor Ort aufgetauchten großen Findlingen obendrauf.

Diepholz/Aschen – Es soll nicht nur ein touristischer Anziehungspunkt werden, sondern auch Menschen aus der Region das Moor unter verschiedenen Perspektiven nahe bringen. Im Gebiet zwischen dem Weg „Lindloge“ (in Höhe Abzweig Kanalweg) und der Verlängerung des Ossenbecker Moorweges entsteht westlich der Bundesstraße 69 das „Naturerlebnis am prähistorischen Bohlenweg im Aschener/Heeder Moor“. Es soll Ende September fertig sein.

Der Name des Projekts rührt von dem 2000 Jahre alten Bohlenweg in diesem Gebiet her – eine prähistorische Verbindung durchs Moor. Diese wurde in den vergangenen Monaten vor Ort archäologisch untersucht, teilweise ausgegraben und konserviert. Große Teile des uralten Weges aber bleiben im Moor, das nach der derzeit in dem Bereich noch bis Ende 2025 genehmigten Abtorfung wiedervernässt wird.

Der Bau eines neuen Weges durchs Moor ist fast abgeschlossen. Dieser 950 Meter lange Besuchersteg führt von der Lindloge nach Süden, wo am Ende des Projektgebietes eine acht mal acht Meter große Aussichtplattform ist. Von ihr aus können Besucher auf eine „Heile-Haut“-Fläche schauen, also auf ein Stück unberührtes Moor.

Der 950 Meter lange Besuchersteg aus recyceltem Kunststoff, der widerstandsfähiger als Holz ist, soll in den nächsten Wochen fertiggestellt werden

Eine zweite, kleinere Aussichtsmöglichkeit ist in den letzten Wochen spontan an der Lindloge entstanden. Dort wurde Aushub, der an andere Stelle im Landkreis angefallen war, zu einem Aussichthügel aufgeschichtet – mit vor Ort aufgetauchten großen Findlingen obendrauf. „Von diesem Hügel können beispielsweise Radfahrer und Spaziergänger mal schnell einen Blick auf das Moor werfen, das ja je nach Jahreszeit sein Aussehen durch die wechselnde Vegetation verändert“, erklärt Detlef Tänzer, Fachdienstleiter beim Landkreis Diepholz und in seiner Funktion als Geschäftsführer des Naturparks Dümmer Leiter des Moor-Projekts zwischen Aschen und Lohne.

Das ganze „Naturerlebnis“ soll barrierefrei sein – also auch nutzbar mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen. Besucher haben daher die Möglichkeit, mit Autos zum Bereich Lindloge/Ecke Kanalweg zu fahren. Entlang des Weges Lindloge wurden mit Unterstützung des Bauhofes der Stadt Diepholz etwa 120 Meter bisherige Grünfläche befestigt, damit dort Fahrzeuge gefahrlos parken können. Denn dann Parken auf trockenen Flächen im Sommer birgt eine Brandgefahr – nicht nur auf Gras. Besonders riskant ist es, sein Auto auf trockenen Torf- beziehungsweise Moorflächen abzustellen. „Der sehr feine, aufgewirbelte Staub setzt sich auf heißen Motorteilen – wie Katalysatoren – ab“, erklärt Detlef Tänzer. Die winzigen, erhitzten Staubteilchen fallen zu Boden und können dort, wenn Wind dazukommt, kleine Glutnester bilden. „Oft erst nach Stunden“, betont Tänzer die Tücke dieses Vorgangs. Er selbst habe bei Rundgängen vor Ort schon solche kleinen Glutnester entdeckt und unschädlich gemacht. In sommerlichen Trockenperioden kann durch sie eingroßer Moorbrand entstehen. Deshalb haben die Projektverantwortlichen die befestigte Parkfläche für Autos geschaffen. „Wildes“ und damit brandgefährliches Parken soll so vermieden werden.

Entlang des Weges Lindloge am Projekt „Naturerlebnis am prähistorischen Bohlenweg“ ist ein etwa 120 Meter langer Streifen als Parkplatz befestigt worden.

Von dem Parkplatz an der Lindloge aus können Besucher nach der Eröffnung des „Naturerlebnisses“, die nach jetzigem Stand für den 28. September geplant ist, zum Besuchersteg gelangen. Ein großer Teil dieses 950 Meter langen Weges, der noch mit Informationstafeln versehen wird, haben 2019 Führungskräfte der Deutschen Bahn aus ganz Deutschland im Rahmen eines „Social Events“ angelegt. Der Weg sollte durch internationale Jugendprojekte weitergebaut werden. Doch die Corona-Pandemie machte dieses Vorhaben zunichte. Es fanden nur kleine Bauprojekte mit ehrenamtlichen Teilnehmern aus der Region statt. Für die Restarbeiten am Weg hat Detlef Tänzer nun heimische Fachfirmen beauftragt. Der Besucherpfad besteht aus recyceltem Kunststoff, der widerstandsfähiger als Holz und später erneut recycelbar ist, so Tänzer.

Die gesamte Anlage „Naturerlebnis am prähistorischen Bohlenweg im Aschener/Heeder Moor“ ist nach der Eröffnung frei zugänglich. Nach Abschluss der Abtorf-Arbeiten, für die mehrere Firmen noch bis Ende 2025 die Genehmigung haben, wird das Moor in dem Bereich wiedervernässt. Auch diese Rückgabe der abgetorften Flächen an die Natur können Besucher dann beobachten.

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