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96 ukrainische Flüchtlinge erreichen den Landkreis Diepholz

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Mit zwei Bussen sind die Flüchtlinge aus der Ukraine in Diepholz angekommen. Nach einer Stärkung und der ersten Registrierung geht es weiter in die Städte, Gemeinden und Samtgemeinden, die Wohnraum für sie organisiert haben.
Mit zwei Bussen sind die Flüchtlinge aus der Ukraine in Diepholz angekommen. Nach einer Stärkung und der ersten Registrierung geht es weiter in die Städte, Gemeinden und Samtgemeinden, die Wohnraum für sie organisiert haben. © Eberhard Jansen

Die niedersächsischen Landesaufnahmestelle hat dem Kreis Diepholz 96 Flüchtlinge zugeteilt. Sie sind am Freitag in der Kreisstadt angekommen.

Diepholz – Unvorstellbares liegt hinter den 96 Menschen, die am Freitagmittag in Diepholz aus zwei Bussen steigen. Es sind die ersten Flüchtlinge, die dem Landkreis von der Landesaufnahmestelle zugewiesen worden sind. Erst am Vormittag waren sie der Kreisverwaltung angekündigt worden – und schon wenige Stunden später trafen sie ein.

Bis zur Ankunft kennt der Landkreis weder Namen noch Altersstruktur

„Sie sind in der Landesaufnahmestelle in Bramsche gestartet“, berichtet Kreisrat Jens Hermann Kleine. Wichtig sei nun vor allem eines: „Die Leute in Ruhe ankommen lassen“, so der Kreisrat. Versorgungskräfte der Feuerwehr stehen bereit und bieten den Menschen eine Stärkung an. Frikadellen und Brötchen sowie Getränke hat die Feuerwehrküche vorbereitet. Für die Kinder gibt es Schokolade und andere Süßigkeiten. Drei ehrenamtliche Übersetzer helfen, wenn es Verständigungsprobleme gibt.

Henning Wolter ist als Leiter des Landkreis-Fachdienstes Sicherheit und Ordnung gemeinsam mit 45 anderen Mitarbeitern der Kreisverwaltung im Einsatz. „Dazu kommt noch ein Team, das im Hintergrund gearbeitet hat“, berichtet er. Sprich den Kontakt mit den Kommunen gehalten und den Empfang vorbereitet hat. „Wir wissen nicht, wer kommt. Wir haben weder Namen noch kennen wir die Altersstruktur“, so Kreisrat Jens Hermann Kleine vor der Ankunft der Geflüchteten.

Frikadellen und Brötchen bieten Heinrich Nordmann und Thomas Lüdemann den Menschen an, die eine lange und unvorstellbare Reise bis nach Diepholz hinter sich haben.
Frikadellen und Brötchen bieten Heinrich Nordmann und Thomas Lüdemann den Menschen an, die eine lange und unvorstellbare Reise bis nach Diepholz hinter sich haben. © Jansen, Eberhard

Es sind überwiegend Frauen und Kinder, die nur wenig später in Diepholz aus den Bussen steigen. „Auch ein Hund ist dabei“, erklärt Henning Wolter auf Nachfrage. Seine Besitzer müssen sich keine Sorgen machen: „Wir haben eine Wohnung gefunden, in der Hunde erlaubt sind“, so der Fachdienstleiter.

Kommunen holen Flüchtlinge aus Diepholz ab

Die Mitarbeiter der Kreisverwaltung nehmen eine erste Registrierung vor, bevor die Kommunen die ihnen zugeordneten Flüchtlinge abholen. „Sie sind vorbereitet“, sagt Jens Hermann Kleine über die Städte, Gemeinden und Samtgemeinden.

Denn Landkreis und Kommunen stehen im ständigen Austausch. Noch am Donnerstag hatten Landrat Cord Bockhop und die Bürgermeister per Video-Konferenz beraten – auch zu den Themen Gesundheitsversorgung sowie Schulbesuch und Kita-Betreuung. Alles soll so gut wie nur möglich geregelt sein.

Frank Seidel, Sprecher der Bürgermeisterkonferenz und Bürgermeister in Weyhe, bereitet sich am Freitagnachmittag auf die Ankunft der Ukrainer vor – auch sprachlich. Sein Herzenswunsch ist es, die Flüchtlinge in ihrer Heimatsprache zu begrüßen. Die Quartiere sind vorbereitet. Viele Privatleute haben Unterstützung angeboten – eine Familie sogar ein voll möbliertes Haus, das nach einem Todesfall leer steht.

Abgeordnete erkundigen sich nach notwendiger Unterstützung

Manche Kommunen nutzen eigene Immobilien. Andere sammeln weiter Angebote von Bürgern, die Wohnraum zur Verfügung stellen können. Wer auf diese Weise helfen will, sollte sich direkt an das Rathaus in seinem Heimatort wenden, rät Frank Seidel: „Die ganze Situation ist so dynamisch. Man weiß nicht, wie sich das weiter entwickelt...“

Die Kommunikation zwischen Kommunen, Landkreis und Land sei sehr gut, sagt Frank Seidel. Henning Wolter kann das nur bestätigen: „Das ist ein gutes Miteinander.“ Dass auch Abgeordnete eingebunden sind, freut Frank Seidel sehr. Denn als Innenausschuss-Mitglieder hätten Marco Genthe (Landtag) und Peggy Schierenbeck (Bundestag) sich direkt erkundigt. „Wo drückt der Schuh und was braucht ihr? Worauf müssen wir achten?“, formuliert Frank Seidel deren Einsatzbereitschaft.

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