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Diepholz: „Trauerwald“ als Ruhestätte

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Von: Eberhard Jansen

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Auf dem Diepholzer Friedhof werden Urnengräber immer öfter gewählt. Von 168 Bestattungen im vergangenen Jahr waren 130 Urnenbestattungen.
Auf dem Diepholzer Friedhof werden Urnengräber immer öfter gewählt. Von 168 Bestattungen im vergangenen Jahr waren 130 Urnenbestattungen. © Jansen

Es gibt einen Antrag für den Diepholzer Friedhof. Die SPD schlägt vor, einen „Trauerwald“ oder „Wald der Ruhe“ anzulegen. Der Hintergrund: Immer mehr Menschen wählen die Urnenbestattung.

Diepholz – Auf dem Diepholzer Friedhof sind unterschiedliche Formen der Bestattung möglich. In der Kreisstadt fehlt jedoch bislang die Möglichkeit der Beerdigung in einem Trauerwald. Das möchte die SPD-Fraktion im Diepholzer Rat nun ändern und hat einen entsprechenden Antrag gestellt. Die Sozialdemokraten schlagen vor, auf einem Teilstück des Diepholzer Friedhofes einen Trauerwald beziehungsweise „Wald der Ruhe“ anzulegen.

„Es gab schon Anrufe von Personen, die nach einer Bestattung im Trauerwald gefragt haben. Da wir das nicht anbieten können, wurden bei den Anfragen aber keine Details abgefragt“, so die Sprecherin der Stadt Diepholz, Alissa Horstmann, auf eine Anfrage der Mediengruppe Kreiszeitung, ob es Nachfrage nach einer Bestattung in einem solchen Trauerwald gibt.

Vor dem Hintergrund, dass immer mehr Menschen eine Urnenbestattung wählen und große Gräber dadurch weniger nachgefragt sind, schreibt die SPD-Fraktion in ihrem Antrag: „Wie die Planungen zur Friedhofsentwicklung aus den Jahren 2013 und 2014 deutlich gemacht haben, werden bedeutende Teilflächen des städtischen Friedhofs in Zukunft für ihren ursprünglich ins Auge gefassten Zweck nicht mehr benötigt. Diese Teilflächen sollen Grundlage der gemachten Überlegungen für einen Trauerwald werden.“

Urnenreihengräber am meisten nachgefragt

Im vergangenen Jahr gab es auf dem Friedhof in Diepholz 168 Bestattungen. Davon waren 130 Urnenbestattungen, so die Stadtverwaltung auf Anfrage unserer Zeitung. In Aschen wurden 16 Menschen bestattet, davon acht in Form einer Urnenbestattung. „Am meisten nachgefragt sind die Urnenreihengräber. Diese werden sowohl in einem bepflanzten Beet als auch unter einen Baum angeboten“, so die Stadt Diepholz. Weitere Informationen zu den Bestattungsformen auf der Homepage der Stadt Diepholz unter „Friedhof“.

Ein Wald stehe für die Ursprünglichkeit und Schönheit der Natur, so die SPD. Er könne eine Ruhestätte für Verstorbene sein und Hinterbliebenen die Möglichkeit bieten, dort zu trauern, zu verweilen, sich zu erinnern. Ein Trauerwald nehme den in der Bevölkerung vorhandenen Wunsch nach alternativen Bestattungsformen auf. Typischerweise fänden sich in einem Trauerwald heimische Baumarten wieder oder diese würden dort gepflanzt.

Die Sozialdemokraten verweisen auf Sulingen, wo in der jüngeren Vergangenheit eine entsprechende Fläche angelegt worden sei: „Sie könnte uns in Diepholz als Vorbild dienen.“

Der städtische Ausschuss für Stadtentwicklung, Klima und Mobilität befasst sich in seiner nächsten öffentlichen Sitzung am Donnerstag, 5. Mai, ab 16 Uhr im Rathaus mit dem Thema „Trauerwald“.

In der Fachausschusssitzung geht es außerdem um die Aufstellung des Bebauungsplanes Sankt Hülfe Nr. 11 „Rabbenweg“, den SPD-Antrag „Moorschutz verbessern“, die Erschließungssituation der Behinderteneinrichtung „Haus am Wasser“ und den SPD-Antrag „Integriertes Verkehrskonzept für das ganze Diepholzer Stadtgebiet“. Außerdem stehen in der öffentlichen Sitzung im Rathaus die Anträge der Gruppe CDU/FDP „Neugestaltung des Schlossareals“ (wir berichteten) und „Dachflächen-Photovoltaik auf städtischen Gebäuden“ zu Beratung an. Ferner geht es um die Einrichtung einer weiteren Grundschule in Diepholz, was die SPD ebenfalls beantragt hat.

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